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Ohren anlegen - Endlich Schluss mit den Hänseleien

15. März 2012

Clara Lange

Kosmetikerin

Clara ist unser kosmetisches Multitalent. Sie beleuchtet die Themen nicht nur aus der wissenschaftlichen Sicht, sondern bleibt mit einer Prise Witz auf dem kosmetischen BodenGoogle Profil


„Mein Kind hat abstehende Ohren. Ich finde es total süß, aber Kinder können ganz schön fies sein und ich möchte auch nicht dass mein Kleiner sich unwohl und ausgestoßen fühlt. Könnt ihr mir verraten, was beim Ohren anlegen genau gemacht wird und mit welchen Kosten und Risiken ich rechnen kann?! Danke schon mal im Voraus!“

Kinder können bekanntlich sehr grausam sein! Ein typischer Satz, der Erwachsenen schnell über die Lippen geht, wenn es darum geht Kinder zu besänftigen, die den besagten Hänseleien durch Mitschüler oder anderen Bekannten ausgesetzt sind. Als wenn das ein Trost für die Opfer der Hänseleien wäre. Indirekt bedeutet dieser typische Beschlichtigungssatz, dass Kinder einfach unumgänglich so sind und dass man gegen diese Tatsache nichts mehr unternehmen könnte. Die Hänseleien hören aber nicht, wie häufig gepredigt, einfach im Erwachsenenalter auf. Besonders Kinder und Erwachsene mit abstehenden Ohren leiden oft ihr Leben lang unter den Blicken und Sprüchen ihrer Mitmenschen. Auf Dauer kann das schnell auf die Psyche gehe und tiefer greifende psychische und soziale Problemen entstehen lassen. Oftmals versuchen Betroffene ihre Ohren unter Mützen oder der Frisur zu verstecken und schämen sich für dieses Makel. Bloß nicht auffallen! Abstehende Ohren sind vererblich. Für diese Menschen bietet die plastische Chirurgie eine Chance.

Anliegende Ohren innerhalb einer Stunde

Das Ohrenanlegen kann für diese Kinder und Erwachsene eine Alternative darstellen, um ihre Lebensqualität dauerhaft wiederherzustellen. Der Eingriff kann ambulant bei einem HNO Arzt durchgeführt werden und ist eine der häufigsten plastischen Eingriffe in Deutschland. Dazu wird der Ohrbereich lokal betäubt, nachdem sich der Arzt die Beschaffenheit des Ohres genauer angesehen hat. Dazu analysiert er den Knorpel und das umgebende Gewebe. Der Eingriff als solcher dauert etwa eine Stunde.

Die sogenannte Otopexie, das Ohrenanlegen, funktioniert einfach: Durch chirurgische Freilegung der Ohrmuschelrückfläche kann der Ohrknorpel durch Fäden in eine neue Form gezogen werden. Der Operateur hat die Möglichkeit die abstehenden Ohren enger an den Kopf anzulegen. Nach einiger Zeit werden die Fäden entfernt und das Ergebnis ist meistens sehr überzeugend und wird von den Patienten gut angenommen.

Gut zu wissen!

Bei Babys, die mit großen oder deformierten Ohren zur Welt kommen, kann Größe und Form noch ohne eine Operation durchzuführen angepasst werden, da das Ohr bis etwa zum vierten Lebensjahr noch stark wächst. Ab dem fünften Lebensjahr haben die Ohren fast ihre Endgröße erreicht. Ab diesem Alter wird gerne operiert.

Zu Risiken und Nebenwirkungen…

Welche Risiken sind bekannt? Die Operation klingt eigentlich so einfach, dass es kaum einen Grund geben könnte, diese Operationsmethode nicht für sich in Anspruch zu nehmen. Der große Haken kommt aber noch: Die Risiken und die OP-Kosten.

Nach der Operation kann es zu unangenehmen und teils gefährlichen Blutungs- oder Schmerzkomplikationen kommen. Die Langzeitschäden sind noch alarmierender. Ärzte warnen vor Nervenschädigungen und dem Verlust des Kälteempfindens. Daher sollte diese Form der plastischen Chirurgie sorgsam bedacht eingesetzt werden. Für Menschen, die durch die Deformierung ihrer Ohren im Alltag stark eingeschränkt sind, stellt diese OP-Form eine gute Alternative dar. Patienten berichten über eine positive Veränderung ihres Selbstwertgefühls nach der Operation. Ohren anlegen kann Positives bewirken.

Die OP-Kosten werden, wie bei allen kosmetischen Eingriffen, nur unter speziellen Voraussetzungen von der Krankenkasse übernommen. Dazu müssen der Krankenkasse Empfehlungen von Fachärzten vorliegen. Wer selber zahlt muss in Deutschland mit einem Preis zwischen 1500 und 2800 Euro rechnen.

Unser Tipp

Lieber Kosmetik.org-Leser, je nachdem wie alt Ihr kleiner Racker ist, kann man die Gunst der Stunde nutzen und lieber früher als später den Eingriff – natürlich nach einer ausführlichen Beratung – durchführen lassen. Bis zu einem Alter von 14 Jahren übernehmen die Krankenkassen  in den meisten Fällen die Kosten des Eingriffs. Meist reicht dazu eine Empfehlung des HNO Arztes und ein Foto der Person. Natürlich muss man das für sich selbst und damit auch für das Kind entscheiden, aber eine Überlegung wäre es definitiv wert den Eingriff lieber früher als zu spät durchführen zu lassen.


 

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