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Haarverlängerung durch Extensions

29. Juli 2013

Sabine Genau

Kosmetikerin

Ihr habt Fragen rund um die Kosmetik? Dann fragt Sabine um Rat! In null Komma nichts liefert sie Euch die Antwort ohne großes Fachchinesisch. Man soll es ja schließlich verstehen und nicht möglichst hochgestochen klingen!Google Profil

Die Möglichkeiten der Haarverlängerung


Liebe Kosmetikprofis! Letzte Woche habe ich nicht schlecht gestaunt, als meine Kollegin eines Morgens plötzlich mit einer üppigen Haarpracht ins Büro kam. Sie hat sich ihre vorher knapp schulterlangen Haare verlängern lassen und das sieht wirklich richtig toll aus. Leider bin ich von Natur aus auch nicht gerade mit einer Traummähne gesegnet, deshalb überlege ich mir jetzt, ob ich da nicht auch mal nachhelfen sollte. Weil das ja aber ziemlich kostspielig ist, möchte ich mich vorher bei Euch vergewissern, ob das wirklich eine gute Idee ist. Spricht irgendetwas dagegen? Wie nachhaltig ist so eine Haarverlängerung? Und muss ich die Extensions besonders pflegen? Wenn das mit einem Mordsaufwand verbunden ist, lass ich nämlich lieber die Finger davon.

Dass Du angesichts des tollen Ergebnisses bei Deiner Kollegin auch über eine Haarverlängerung nachdenkst, ist verständlich. Welche Frau träumt nicht von einer vollen Löwenmähne? Es ist aber schlau, sich vorher gründlich zu informieren. Denn es gibt verschiedene Methoden der Haarverlängerung. Dabei werden auf unterschiedliche Art und Weise zusätzliche Haarsträhnen in die Frisur eingebracht. Mal wird es nur verdichtet, aber es kann auch verlängert werden. Je nach Verfahren benutzt man echte Haare oder Kunsthaar.

Die Methoden der Haarverlängerung

  • Die heißen Verfahren

Viele Methoden setzen Hitze zur Anbringung der zusätzlichen Haarsträhnen ein. Mit Hilfe eines Klebers werden die erhitzten Enden aneinander befestigt. Das nennt man Bonding. Die Übergänge können entweder rund oder flach aussehen. Die Haltbarkeit der Extensions hängt entscheidend von der Qualität des Bondings ab. Als Klebesubstanz kann man künstliches Keratin verwenden, das mit dem echten Haarkeratin chemisch identisch ist. Es gibt aber auch Kunststoffe, die zum Verkleben benutzt werden, beispielsweise Polymere. Außerdem gibt es einige Firmen, die ihre ganz eigenen Verfahren der Haarverlängerung entwickelt haben. Entfernen kann man unter Hitzeeinwirkung verklebte Extensions mit Alkohol.

  • Die kalten Verfahren

Bei den kalten Methoden geschieht das Bonding mit mechanischen Hilfsmitteln wie beispielsweise Kunststoffhülsen. Auch mit winzig kleinen Metallringen funktioniert dies, sie werden mit einer Zange so fest zusammen gedrückt, dass natürliches Haar und Extension miteinander verbunden sind. Bei den kalten Verfahren ist das Entfernen wesentlich leichter. Das geschieht einfach, indem der Metallring wieder entnommen wird.

  • Haarverlängerung mittels Ultraschall

Bei diesem Verfahren befinden sich Keratinplättchen am Fremdhaar. Die Plättchen werden an das eigene Haar angelegt und mit Ultraschall behandelt. Bei diesem Vorgang verändert sich die Struktur der Keratinplättchen und die fremden Strähnchen können sich dadurch mit dem Eigenhaar verbinden. Gelöst wird diese Verbindung durch erneute Ultraschall-Bestrahlung.

Und wie läuft das Ganze ab?

Das fremde Haar wird Strähne für Strähne ans Eigenhaar angebracht. Dafür musst Du ein bisschen Geduld mitbringen, denn sehr schnell geht diese Prozedur nicht über die Bühne. Sind alle fremden Strähnchen dran, wird gefärbt, damit die Übergänge nicht mehr sichtbar sind. So bekommt das Fremdhaar genau die gleiche Farbe wie Dein eigenes Haar. Die Schummelei fällt also überhaupt nicht auf. Zumindest nicht so lange, wie die Bondings unter dem Eigenhaar verborgen bleiben. Das funktioniert am besten, wenn die fremden Strähnchen vor allem am Hinterkopf angebracht werden. Das eigene Haar wächst aber natürlich mit der Zeit nach, so dass die Übergänge irgendwann sichtbar werden. Haarverlängerungen halten in der Regel bis zu einem halben Jahr.

Fühle ich einen Unterschied?

Wahrscheinlich musst Du Dich an Deine neuen Haare erst gewöhnen. Auch Deine Haarwurzeln müssen erst langsam lernen, mit der zusätzlichen Last, die sie nun zu tragen haben, umzugehen. Das kann anfangs zu Spannungsgefühlen und Juckreiz führen. Wenn Du nachts im Bett auf den Bondings liegst, kann das auch ein bisschen unangenehm sein. Daran gewöhnt man sich in der Regel aber ganz schnell. Und am Morgen entschädigt Dich ja der Blick in den Spiegel für die nächtliche Pein.

Die richtige Pflege hält die Extensions länger schön

Ein bisschen Pflegeaufwand solltest Du Deiner verlängerten Haarpracht in jedem Fall gönnen. Denn die künstlich angebrachten Extensions werden ja nicht, wie die natürlichen Haare, über die Haarwurzeln mit Nährstoffen versorgt. Dadurch können die fremden Haare leichter austrocknen als Dein eigenes Haar. Spliss und Stumpfheit drohen, wenn Du mit Deiner neuen Mähne nicht pfleglich umgehst. Aber so aufwändig ist es auch wieder nicht, jedenfalls sollte das kein Grund sein, von einer Haarverlängerung abzusehen. Regelmäßige Kuranwendungen und kämmen nur mit einer Spezialbürste reicht eigentlich schon. Heftiges Rubbeln und Föhnen über Kopf solltest Du mit Deinen Extensions lieber lassen. Und bei der Keratinmethode sind Stylingprodukte mit Alkohol tabu.

Fazit der Redaktion

Eine Haarverlängerung verspricht Dir einen vollen Haarschopf auf Zeit. Bedenke, dass Du Dich von Deiner Löwenmähne auf absehbare Zeit auch wieder verabschieden musst. Nicht, dass Dir Deine Haare hinterher noch dünner und unattraktiver erscheinen als vorher. Ein zweiter Faktor ist natürlich der Preis, aber das hast Du ja selbst schon bedacht. Wenn Du am Ende trotzdem von der Anwendung überzeugt bist, lass Dir Deine Haare ruhig verlängern und genieße das Ergebnis. Denn so eine Traummähne sieht man sich doch gerne mal im eigenen Spiegelbild an. Auch wenn es nur vorübergehend ist.


 

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