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Cellulite Produkte im Test - Was hilft wirklich gegen die lästigen Dellen?

8. Mai 2012

Clara Lange

Kosmetikerin

Clara ist unser kosmetisches Multitalent. Sie beleuchtet die Themen nicht nur aus der wissenschaftlichen Sicht, sondern bleibt mit einer Prise Witz auf dem kosmetischen BodenGoogle Profil

Cellulite Produkte im Test


„Hallo, ich habe mir Body Cellulite Gel von Balea gekauft und frage mich, ob das wirklich was bringt. Ich sehe leider noch keine Erfolge. Könnt Ihr mir sagen, ob die Investition in Anti-Cellulite-Produkte überhaupt Sinn macht?“

Von Hause aus mit Dellen ausgestattet

Hinter Cellulite steckt ein großes und ebenso schnelles Geschäft für viele Kosmetikfirmen. Auch die plastisch ästhetische Chirurgie profitiert letztendlich von der verzogenen Wahrnehmung des eigenen Körpers. Fakt ist, dass eine große Anzahl von Frauen Cellulite hat und das eine fast ebenso große Anzahl von Frauen sehr stark darunter leidet. Cellulite ist nicht nur erblich, sondern auch weiblich. So tragen wir die genetischen Voraussetzungen für die unschönen Dellen als Frauen von Haus aus mit uns. Dennoch können wir etwas tun, wenn wir uns von den falschen Versprechungen der Kosmetikindustrie verabschieden und ein paar einfache Regeln befolgen.

Welche Produkte taugen überhaupt etwas im Kampf gegen Cellulite? Welche Produkte sind teuer und nutzlos? Worauf muss ich beim Kauf von Anti-Cellulite-Produkten achten? Die Hersteller weben mit immer neuen Slogans und versprechen sichtbare Erfolge in nur wenigen Tagen und eine Verbesserung der Cellulite um 50% in zwei Wochen. Doch wie realistisch sind solche Versprechungen eigentlich?

Die Spannung steigt: Welche Mittel sollen gegen Cellulite wirken?

Nivea macht es vor, mit ihrem offensiven Produktnamen „Good-Bye-Cellulite“ führt der Kosmetikgigant die Verkaufscharts für Anti-Cellulite-Produkte ganz vorne mit an. Doch was steckt drin in den Mitteln, die die lästigen Dellen verschwinden lassen sollen? Die Versprechung lautet: „Nivea hat sich zum Ziel gesetzt endlich ein wirksames Mittel gegen Cellulite zu entwickeln“. Wie das Ganze funktionieren soll? Der Hauptwirkstoff der Creme wird mit L-Carnitin benannt, der die Umwandlung von Fett in Energie unterstützen soll. Also den Fettstoffwechsel beschleunigen, wie wir vereinfacht sagen würden. L-Carnitin ist ein körpereigener Stoff, der in jeder Zelle vorkommt. Die Substanz transportiert die Stoffe, die beim Fettabbau entstehen in die Mitochondrien, das sind die sogenannten „Kraftwerke“ der Zelle, in denen z.B. Fett in Energie umgewandelt wird. Zusätzlich soll die Gelcreme durch ihre kühlende Wirkung die Blutzirkulation anregen (viele andere Anti-Cellulite-Produkte arbeiten nach dem selben Prinzip). Der Hersteller verspricht spürbar glattere Haut nach nur zwei Wochen und eine sichtbare Reduzierung der Cellulite nach vier Wochen. Testerinnen berichten über gar keine Wirkung außer einer etwas weicheren Haut. Dies ist allerdings mit jeder anderen Feuchtigkeitscreme kostengünstiger auch zu erreichen. Die Wirkungsweise, dass der Stoff über die Haut bis in das betroffene Bindegewebe aufgenommen werden kann, ist höchst umstritten und konnte von unabhänigen Testern nicht belegt werden.
Das in der Eingangsfrage genannte „Body Cellulite Gel“ des Herstellers Balea verspricht eine Verbesserung der Cellulite durch Kaffee und Algenextrakte. Das Koffein soll aktivieren und die Algenextrakte sollen die Hautstraffung verbessern. Wie das geschehen soll, lässt der Hersteller auf seiner Homepage vollkommen offen. Alle Hersteller versprechen sichtbare Erfolge, bleiben aber einen Nachweis schuldig.

Body Roll-Ons

Sogenannte Body Roll-Ons sollen durch physische Einwirkung die Cellulite merklich reduzieren. Rossmann bietet einen „Straffenden Body Roll-On“ von Isana an. Dieser soll die Haut mittels Fruchtextrakt straffen und figurverfeinernd wirken, so der Hersteller. Die Kombination aus Koffein und Fruchtextrakten und der kühlende Mentholzusatz, werden mittels eines Massagerollers auf die von Cellulite betroffenen Hautpartien aufgetragen. Die Wirkweise der Substanzen wird wieder offen gelassen und nicht erklärt. Eine Massage hat einen positiven Effekt auf die Durchblutung, aber die Wirkstoffe sind vollkommen überflüssig. Stattdessen kann man einfach sich eine günstige Massage mit Öl oder einer günstigen Bodylotion geben. Der Effekt ist der Gleiche.

Die Wirkstoffe scheitern schon an der Oberfläche

Ob Gele, Cremes, Öle oder Massageroller, die schlechte Nachricht lautet: Die Produkte sind ihr Geld nicht wert. Man sollte also lieber in Sport und eine gesunde Ernährung investieren, wenn man Cellulite dauerhaft und merklich reduzieren möchte. Die erschreckende Nachricht: Laut Fachzeitschriften hilft derzeit keines der angebotenen Produkte die Cellulite zu reduzieren. Dabei sind die Erwartungen gar nicht allzu hoch und Frauen hoffen meist nur auf einen kleinen Effekt. Dieser Effekt liegt aber meistens nur in minimalen optischen Verbesserungen der Haut. Diesen Effekt erreicht Ihr auch mit einem simplen selbsthergestellten Meersalzpeeling zum kleinen Preis. Diese Peelings verbessern das Hautbild und lassen die Haut kurzfristig gleichmäßiger und gesünder erscheinen. Die Wirkstoffe der Peelings und Cremes führen nicht zu einem Effekt, der auf tiefere Gewebeschichten einwirkt, leider!

Wer braucht die Dellen eigentlich?

Cellulite ist weiblich. Während Männer eine netzartige Verteilung ihres Kollagens (Kollagen stützt das Gewebe) aufweisen, verfügen Frauen über größere Löcher in ihrer Kollagenverteilung. Dadurch ist ihr Bindegewebe weniger stabil als das der Männer. Dies hat im Falle einer Schwangerschaft den Vorteil, dass das Gewebe im Bereich des Bauchs, des Gesäßes und der Oberschenkel besser mitwachsen kann und ist genetisch festgelegt. Cremes und teure Produkte sind in erster Linie eines: teuer. Und sie wirken nicht auf die Kollagenverteilung. Kleine Effekte, die erzielt wurden, erzielt man auch mühelos und wesentlich kostengünstiger indem man die eigene Ernährung umstellt. Was wir durch die Nahrung aufnehmen, kann unseren Körper gezielt beeinflussen. Die Kosmetik.org Redaktion empfiehlt eine ausgewogene Ernährung, die besonders auf eine ausreichende Vitamin- und Nährstoffzufuhr ausgelegt ist. Wer gerne mehr tun möchte, investiert lieber in Sport als in teure Cremes.

Fazit der Redaktion

Die Industrie gibt hier die merkwürdigsten Versprechungen und in den Produkten sind „Vitalkomplexe“, Koffein, „Vitakontur“, „Lipokontur“ und ein paar weitere Dinge von denen niemand weiß, was das eigentlich sein soll. Jeder Hersteller hat sein eigenes kleines Rezept. Ob es nun Koffein ist, der den Stoffwechsel und den Kreislauf anregen soll, oder Vitamin C, dass gegen Wassereinlagerungen vitalisieren soll, die Produkte wirken nur oberflächlich und haben keinen Einfluss auf Cellulite.


 

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