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Kopfläuse – Lästig, aber kontrollierbar

29. März 2012

Sabine Genau

Kosmetikerin

Ihr habt Fragen rund um die Kosmetik? Dann fragt Sabine um Rat! In null Komma nichts liefert sie Euch die Antwort ohne großes Fachchinesisch. Man soll es ja schließlich verstehen und nicht möglichst hochgestochen klingen!Google Profil


„Beim Kämmen meiner Tochter (sie ist 4) ist plötzlich ein kleines Insekt herunter gefallen. Auch bei genauer Untersuchung habe ich nichts weiter gefunden. Mir ist aber aufgefallen, dass meine Tochter sich in den letzten Tagen öfters am Kopf kratzt. Hat sie etwa Läuse?“

Keine falsche Scheu

Zunächst sei einmal gesagt, dass Kopfläuse kein Grund für Scham sind. Die häufigsten Fälle treten bei Kindern im Kindergarten oder der Grundschule auf und sind kaum zu vermeiden. Deswegen sollte man ruhig offen mit dem Thema umgehen, denn letztlich kann man sich kaum dagegen schützen. Die kleinen Tierchen verbreiten sich schließlich millionenfach. Eine weibliche Kopflaus legt jeden Tag fünf bis zehn Eier, in ihrem etwa dreißigtägigen Leben kann sie also bis zu 300 Nachkommen produzieren. Und diese 300 Kopfläuse dann wieder jeweils 300 und, und, und…

Was war zuerst da? Die Laus oder das Ei?

Bei den Läusen lässt sich das leichter beantworten als bei der Henne, zumindest, wenn es um unsere Köpfe geht. Dort ist immer zuerst die Laus da, die von einem Menschenkopf zum anderen gewandert ist. Dort legt sie dann ihre Eier ab, sogenannte Nissen, und schart alsbald eine große Familie um sich. Wenn also beim Kämmen eine Laus aus dem Haar fällt, kann man sicher sein, dass die dort nicht alleine war, auch wenn man bei noch so genauem Hinschauen nichts weiter gefunden hat. Die Nissen sind so winzig, dass man sie gar nicht entdeckt. Und die Kopfläuse selbst scheuen das Licht und sind äußerst flink, so entgehen sie meist den Blicken einer besorgten Mutter. Juckreiz kann aber immer darauf hindeuten, dass ein Befall mit Läusen vorliegt. Zumindest besteht ein begründeter Verdacht, der eine intensivere Nachforschung erforderlich macht.

Die Suche kann beginnen!

Dafür kann man entweder nach den Läusen selbst, oder nach ihren Nissen suchen. Für die erfolgreiche Läusesuche reicht das Waschen der Haare mit herkömmlichem Shampoo und das anschließende Auftragen einer Pflegespülung. Die Masse der Spülung macht die Läuse unbeweglich, so dass diese sich nicht mehr so flink zwischen den Haaren verstecken können. Beim sorgfältigen Durchkämmen der Haare kannst Du die Kopfläuse deshalb gut finden. Es ist wichtig, dafür einen speziellen Kamm zu benutzen, den es in der Apotheke zu kaufen gibt.

Außerdem sollte man dabei wirklich gründlich vorgehen und sich Strähne für Strähne vornehmen. Nach jedem Strich muss der Kamm auf einem Tuch abgestreift werden, dort zeigen sich dann gegebenenfalls die unbeweglichen Kopfläuse. Sind keine Tierchen vorhanden, ist es auch nicht allzu schlimm, wenn man diese Behandlung einmal umsonst vorgenommen hat. In diesem Zusammenhang sollte das Motto eher „Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig“ lauten.

Noch einmal prüfen?

Die Läusesuchmethode ist auch hervorragend dafür geeignet, den Behandlungserfolg nach stattgefundener Therapie zu überprüfen. Die Läusevernichtung ist dann fehlgeschlagen, wenn die ekligen kleinen Biester nach dem Austrocknen der Pflegespülung wieder zu flitzen beginnen. Das kann schon mal vorkommen, wenn die bekämpften Kopfläuse resistent gegen das verwendete Mittel sind. Dann muss man einen anderen Wirkstoff ausprobieren. Die beschriebene Diagnosemethode eignet sich am besten für den Hausgebrauch. Die Eier der Kopfläuse sind nur sehr schwer zu entdecken, außerdem taugt die Nissensuche nur bei einem Erstbefall. Wenn Dein Kind vorher schon einmal Läuse hatte, können noch tote Eier von damals vorhanden sein. Diese kannst Du rein optisch nicht von frischen, noch lebenden Nissen, unterscheiden. Mach es Dir also einfach und konzentriere Dich auf die kleinen Tierchen selbst.

Die Kopfhaut, ein wahres Schlaraffenland

Für Kopfläuse ist unsere Kopfhaut ein wahres Paradies. Geschützt vor Licht und sonstigen unerwünschten Einflüssen verstecken sie sich unbehelligt zwischen den Haaren und können nach Herzenslust herum krabbeln. Für uns eine eklige Vorstellung, für die Läuse aber das Nonplusultra. Wann immer den Widerlingen danach ist, stechen sie ihren gefräßigen Saugrüssel in die menschliche Kopfhaut und beginnen ihr schmarotzerisches Mahl. Dabei verursachen sie ihrem Wirt übrigens auch den unangenehmen Juckreiz, der ihn so lange plagt, bis die ungebetenen Mitbewohner vertrieben sind. Wie andere Insekten, beispielsweise Mücken, verflüssigen die blutrünstigen Tierchen mit Speichel ihr Getränk, damit es nicht während der Mahlzeit gerinnen kann. Der Speichel enthält Stoffe, die auf der menschlichen Haut Juckreiz auslösen. Auch das, was hinten aus der Laus wieder heraus kommt, also die Fäkalien, kann die Haut reizen. Unser Haar ist für Kopfläuse auch die ideale Kinderstube. Die Nissen werden in Kopfhautnähe am Haarschaft fest  geklebt. Der Läuseklebstoff ist nicht wasserlöslich und überaus effektiv. Ein angeheftetes Läuseei bekommt man kaum wieder abgelöst. Wenn die Nissen abgetötet sind, stören sie aber nicht weiter und können risikolos  am Haar verbleiben.

Der perfekte Kamm

Die oben beschriebene Diagnosemethode zur Erkennung von Läusen eignet sich auch als langfristige Behandlungsmaßnahme. Werden die lästigen Krabbeltiere während der Therapiephase regelmäßig mit einem entsprechenden Kamm entfernt, können sie sich nicht so exzessiv vermehren. Was weg ist, legt auch keine Eier mehr. Der Zinkenabstand des Kammes muss weniger als 0,3 Millimeter betragen, damit auch die winzigsten Babyläuse mit ausgekämmt werden können. Die Zinken sollten nicht abgerundet sein, denn dadurch können die Insekten weniger gut aus dem Kamm entfernt werden. Auf einem hellen Kamm sind die kleinen Biester besser zu erkennen als auf dunklem Material.

Gift auf dem Kopf?

Der  klassische Wirkstoff zum Abtöten der Kopfläuse ist ein Nervengift, das aus Chrysanthemen entnommen wird. Der Pflanzenstoff heißt Pyrethrum und wird heutzutage auch schon synthetisch hergestellt. Manche Mittel kombinieren ihn mit mehreren Hilfsstoffen. Gegen das Pyrethrum können aber bisweilen Resistenzen auftreten. Andere Präparate enthalten das Silikonöl Dimeticon als Mittel gegen Kopfläuse, seine Wirkungsweise ist jedoch nicht vollends erforscht. Dafür  ist es ungiftig und Resistenzen sind nicht bekannt.

Eine Nachbehandlung nach etwa zehn Tagen ist in jedem Fall angeraten, verlass Dich lieber nicht auf die Angaben der Hersteller. Letzte Sicherheit über den Behandlungserfolg gibt Dir die Kontrollmethode mit der Pflegespülung. Glücklicherweise gibt es in Deutschland keine Krankheiten, die von Kopfläusen übertragen werden. Diese Sorge kann man sich also zumindest ersparen. Kopfläuse sind äußerst lästige und ziemlich eklige Weggefährten, die uns aber Gott sei Dank nur eine kurze Weile auf unserem Haupte begleiten. Denn mit den oben beschriebenen Methoden wird man die blutsaugenden Krabbelgäste auch schnell wieder los.


 

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