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"Ich habe schon alle möglichen Kosmetika gegen Pickel ausprobiert, leider nur mit sehr mäßigem Erfolg. Deshalb bin ich ständig auf der Suche nach etwas, was wirklich hilft. Gibt es vielleicht alte [...] mehr lesen »

"Ich kenn mich gar nicht mehr aus. Es gibt so viele Mittel gegen Akne, dass ich überhaupt nicht weiß, was denn nun wirklich gut für mich ist. Überall hört und liest man wieder andere Meinungen. K [...] mehr lesen »

Hallo, ich habe da mal eine Frage. Meine Freundin hatte immer ziemlich unreine Haut, aber in letzter Zeit hat sich ihr Hautbild zusehends verbessert. Als ich sie drauf ansprach, erzählte sie mir, das [...] mehr lesen »

"Pickelausdrücken ist immer so verpönt, aber irgendwie muss man die eitrigen Nervensägen ja loswerden. Deswegen meine Frage: Kann man Pickel irgendwie schonend ausdrücken oder mache ich damit nur [...] mehr lesen »

Schokolade - Die Akne-Falle oder reiner Humbug?

2. Juni 2012

Sabine Genau

Kosmetikerin

Ihr habt Fragen rund um die Kosmetik? Dann fragt Sabine um Rat! In null Komma nichts liefert sie Euch die Antwort ohne großes Fachchinesisch. Man soll es ja schließlich verstehen und nicht möglichst hochgestochen klingen!Google Profil

Akne durch Schokolade?


„Hallo, ich brauche mal Eure Hilfe. Ich trau mich schon gar nicht mehr, mal ein Stück Schokolade zu essen, aus Angst, dass dann gleich wieder die Pickel sprießen. Dann denke ich aber wieder, vielleicht liegt es ja auch überhaupt nicht an der Schoki und ich quäle mich ganz umsonst. Wie ist das denn nun mit den Pickeln und dem Essen?“

Da streiten sich die Gemüter

Manche Menschen behaupten, dass sie im Gesicht sofort aussehen wie ein Streuselkuchen, sobald sie etwas Süßes essen. Der Zusammenhang zwischen dem Gebäck und den Streuseln im Gesicht konnte bisher aber nicht eindeutig nachgewiesen werden. Ob Nahrungsmittel sich auf Akne auswirken, in positiver oder negativer Hinsicht, ist unter Fachleuten äußerst umstritten. Eine gesunde Ernährung kommt der Haut aber auf jeden Fall immer zugute. Und mal ein Stück Schokolade zu essen, sollte auch nicht weiter schaden. Wenn es dabei wirklich bleibt. Täglich eine ganze Tafel zu verspeisen, wäre eher weniger zuträglich für den gesamten Körper.

Die Akne und ihre Auslöser

Es gibt Menschen, die anfälliger für Hautkrankheiten sind als andere. Aber selbst bei einer solchen Prädisposition muss die Akne nicht unbedingt ausbrechen. Wenn Du jedoch schon weißt, dass Deine Haut besonders empfindlich auf Umwelteinflüsse reagiert, solltest Du mögliche Auslöser vielleicht lieber vermeiden. Auch wenn wissenschaftlich nicht hundertprozentig nachgewiesen ist, dass dadurch eine Akne entstehen kann. Wie sagt man so schön: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Manchmal sind es auch mehrere Faktoren, die Pickel sprießen lassen, wenn sie zufällig zusammen kommen. Wenn Du Dich gesund ernährst, hast Du einen möglichen Faktor wenigstens schon mal ausgeschaltet.

Einfacher Zusammenhang: Zucker = Insulin = Testosteron = Akne

Jeder weiß, dass der Zuckerspiegel im Blut von der aufgenommenen Nahrung abhängig ist. Nur wenige wissen dabei jedoch, dass dadurch auch die Hormonproduktion beeinflusst wird. Und die Hormone, vor allem die männlichen Geschlechtshormone, werden auch für die Akne verantwortlich gemacht. In dem Moment, wo der Blutzuckerspiegel ansteigt, wird der Ausstoß von Insulin im Körper angeregt. Eine erhöhte Insulinkonzentration im Blut wiederum führt zur Ankurbelung der Produktion von Androgenen, so heißen die männlichen Hormone. Wird ernährungsbedingt mehrmals am Tag der Zuckergehalt im Blut sehr hoch, kann das auf Dauer zu einer Überproduktion dieser Hormone führen. Jetzt greift der leidige Dominoeffekt noch weiter um sich und bewirkt einen erhöhten Talgausstoß in den Poren. Und schon sind wir wieder beim Streuselkuchen angelangt. Denn genau diese übermäßige Talgproduktion ist der Verursacher von Aknepickeln. Das ist aber noch gar nicht alles. Das Insulin hat noch weitere ungünstige Effekte. Es regt nämlich einerseits die übermäßige Zellteilung in der Haut an, die auch für Akne verantwortlich ist. Andererseits hemmt es die Ausschüttung jener Stoffe, welche diese Zellteilung eindämmen können. Überschüssiges Insulin hat also vielfältige negative Einflüsse auf die Haut. Selbstverständlich brauchen wird das Insulin trotzdem ganz dringend, sonst wären wir ja allesamt Diabetiker. Von Akne Betroffene sollten aber darauf achten, übermäßige Schwankungen ihres Blutzuckerspiegels zu vermeiden. Das geht nur mit einer entsprechenden Ernährung.

Die glykämische Last

Du hast im Rahmen der einen oder anderen Diät sicher schon einmal von der glykämischen Last (GL), beziehungsweise vom glykämischen Index (GI) gehört, oder?! Klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach erklärt. Diese Werte geben den Einfluss eines Nahrungsmittels auf den Blutzuckerspiegel wieder. Der Ausdruck glykämische Last ist die bessere Größe um diesen Einfluss zu bestimmen. Wenn Du Deine Ernährung zur Vorbeugung oder Verbesserung Deiner Akne nutzen möchtest, besorge Dir also am besten eine Tabelle mit GL-Werten. Meide jene Nahrungsmittel mit einem GL über 20.

Beispiele für Lebensmittel mit hohem GL-Wert:

  • Weisser Reis
  • Süße Backwaren und Kuchen
  • Gesüßte Getränke
  • Speiseeis
  • Obstkonserven
  • Süßigkeiten

Beispiele für Lebensmittel mit günstigem GL-Wert:

  • Gemüse
  • Die meisten Früchte
  • Nüsse und Mandeln
  • Salat und Sprossen
  • Eier
  • Vollkornprodukte

Wenn man eine Zeit lang auf die GL-Werte der Nahrungsmittel achtet, gewöhnt man sich sehr schnell daran, hauptsächlich die Günstigen auszuwählen. Eine kleine Sünde hier und da ist selbstverständlich erlaubt und führt nicht notwendigerweise sofort zu einer Katastrophe im Gesicht. Vorausgesetzt man hält sich im Großen und Ganzen an die gesunden Vorgaben. Wer nach dem Stück Kuchen trotzdem Panik bekommt, kann sich mit Apfelessig oder Flohsamen helfen. Beides soll einen übermäßigen Anstieg des Blutzuckerspiegels dämpfen.

Ein Darmsanierung gegen Akne

Die Haut als unser größtes Organ gehört zu den ausleitenden Organen, schließlich handelt es sich dabei um die letzte Passierstelle beim Weg aus dem Körper. Wenn nun die an der Verdauung beteiligten Systeme überlastet sind, versucht der Organismus, über die Haut einen Ausgleich herzustellen. Das führt dann letztendlich zu verstopften Poren. Die Verdauung wird  ohne Zweifel von unserem Essen beeinflusst und man kann ihre Funktion mit einer ausgewogenen Ernährung unterstützen. Manche Ärzte oder Heilpraktiker empfehlen daher eine Darmsanierung als Therapie gegen Akne. Ein Zusammenhang zwischen dem Zustand der Haut und einer intakten Darmfunktion wurde jedenfalls in Studien bestätigt.

Der Selbstversuch – Beobachte Dich selbst

Es gibt bestimmte Stoffe, die im Verdacht stehen, Akne auslösen zu können. Am besten Du probierst  einfach aus, ob das bei Dir persönlich zutrifft, oder nicht.

Hier eine kleine Aufzählung der heikelsten Stoffe:

  • Milch – kann übermäßige Talgproduktion verursachen
  • Koffein – kann auf die Hormonproduktion wirken
  • Antibiotika – wirken ungünstig auf die Darmflora

Wie alles andere im Zusammenhang von Akne und Ernährung auch, ist diese Aufzählung sehr umstritten und Du wirst hier und da ganz sicher vollkommen gegenteilige Aussagen finden. Der einzig sichere Weg ist also tatsächlich der Selbstversuch.

Fazit der Redaktion

Je mehr man selbst gegen die Akne tun kann, desto besser. Warum sollte man also darauf verzichten, eine gesunde Ernährungsweise für ein klareres Hautbild auszunutzen? Ein einfaches Mittel ohne jegliche negative Nebenwirkung, das bestimmt nicht schaden kann. Es sei denn, man sieht es zu verbissen. Wer sich mit Spaß und Genuss gesund ernährt und kein Dogma daraus macht, tut seinem Körper und somit sich selbst auf jeden Fall einen Gefallen.


 

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