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Baummoosextrakt

Baummoos extraktBei den Wörtern Baum und Moos denken die meisten Menschen an einen grünen, dicht bewachsenen Wald. Die Tatsache, dass Baummoos tatsächlich in der Herstellung von Kosmetika verwendet wird und in der Parfümindustrie zum Einsatz kommt, ist daher vielen neu. Deswegen haben wir im Folgenden eine Übersicht zusammengestellt, um Ihnen zu erklären, was Baummoosextrakt ist, wie er gewonnen und eingesetzt wird, und ob er für Sie als Verbraucher schädlich ist.

 

Definition und biologische Beschreibung 

Die Flechtenart evernia furfuracea bezeichnet man im Deutschen umgangssprachlich als Baummoos. Dieser Name ist irreführend, da es sich tatsächlich nicht um ein Moos, sondern eben eine Flechte handelt. Die Rinde von Laub- und Nadelbäumen mit saurer Borke, vor allem die der Birke, beherbergt die strauchförmig wachsende Pflanze. Es handelt sich um blaugraue bis graue, bärtige oder auch blättrige Gewächse. Das Baummoos wächst in kühlem, gemäßigtem und subtropischem Klima auf der ganzen Welt. In Europa kommt die Pflanze daher vom Süden bis zum mittleren Skandinavien vor. Die evernia furfuracea gehört zu der Familie der Parmeliaceae und wird auch als Kleien-, Strauch- oder Elchgeweihflechte bezeichnet.

Warum enthalten Kosmetika Baummoosextrakt?

Von Baummoos geht ein herber Duft aus. Dieser verbessert den Geruch eines Produkts und hat eine parfümierende Wirkung auf die Haut. Als Basisnote von Parfüms verwendet verleiht es dem Produkt einen holzigen, trockenen, oder krautigen Geruch. Der Baummoosextrakt ist einer der wichtigsten Bausteine der Parfümerie. Es wird aufgrund seines kräftigen Aromas als Duftverzögerer in Cyphre und Fougère Duftkompositionen eingesetzt. Dabei handelt es sich um zwei Familien der Parfümerie, zu denen zum Beispiel ebenso Eichenmoosextrakt gehört. Der Duftstoff ist bei Parfümeuren so beliebt, da er sich mit fast allen anderen Duftnoten zu einer Vielzahl verschiedener Duftkreationen kombinieren lässt. So sorgt eine Kombination mit Moschus für einen ausdrucksstarken Duft, der männliche Kosmetika dominiert.

Wie wird der Baummoosextrakt gewonnen?

In Europa wird das Baummoos zumeist in Frankreich oder Spanien im Winter oder zu Beginn des Frühlings auf Koniferen geerntet. Der Baummoosextrakt wird dann mittels Alkoholextraktion gewonnen, indem es mit einem alkoholischen Lösungsmittel versetzt wird. Das Absolue, also der hoch konzentrierte, ölige, pure Duftstoff des Baummoos hat eine wachs- oder seifenartige Konsistenz.

Welche Kosmetika enthalten Baummoosextrakt?

In erster Linie ist Baummoosextrakt ein traditioneller Bestandteil von Parfüms. Berühmte Parfümikonen enthalten den extrahierten Duftstoff als „mousse des arbes“, wörtlich übersetzt also der Schaum der Bäume. Zudem befindet sich Baummoos in Deodorants, Rasierwassern und Seifen. Da es sich um einen pflanzlichen Duftstoff handelt, kann es sich in Naturkosmetik, die auf synthetische Inhaltsstoffe verzichtet, befinden. Ebenfalls traditionell wird Baummoos in homöopathischen Sirups oder Tabletten verarbeitet. Darüber hinaus wird ätherisches Baummoos Öl in der Aromatherapie verwendet. Es soll eine trauminduzierende Wirkung haben und zu Vitalität beitragen.

Wie erkennen Sie Kosmetik mit Baummoosextrakt?

Wie Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten gekennzeichnet sein müssen, ist durch die INCI-Regeln festgelegt. INCI bedeutet International Nomenclature of Cosmetic Ingredients, also internationale Regeln, die dafür sorgen, dass Inhaltsstoffe von Kosmetika einheitlich und richtig auf dem jeweiligen Pflegeprodukt benannt werden. Deswegen wird Baummoosextrakt nicht wörtlich in der Liste der Inhaltsstoffe aufgezählt, die man zumeist auf der Rückseite von Kosmetika findet. An dessen Stelle steht der lateinische beziehungsweise botanische Name: Evernia furfuracea extract.

Ist Baummoosextrakt schädlich?

Obwohl Baummoosextrakt pflanzlichen Ursprungs ist und daher ein natürlicher, nicht synthetischer Duftstoff, gilt es als stark allergen und sehr bedenklich. Duftstoffallergiker neigen dazu auf den Stoff zu reagieren und deswegen muss Baummoosextrakt zusammen mit 25 anderen Duftstoffen innerhalb der EU auf Pflegeprodukten, Kosmetika und Parfüms gekennzeichnet sein. Diese Kennzeichnung soll Allergikern ermöglichen diese bestimmten, reizenden Inhaltsstoffe zu meiden. Diese Beschriftung muss gegeben sein, sobald der Extrakt auch nur in geringsten Mengen von 0,01% des Pflegeprodukts enthalten ist. Bei Produkten, die bei der Benutzung nicht abgespült werden, also zum Beispiel bei Parfüms im Gegensatz zu Seifen, muss sogar eine Menge ab 0,001% gekennzeichnet sein. Dadurch wird sicher gegangen, dass keine vermeidbaren Risiken einer allergischen Reaktion eingegangen werden.

Baummoosextrakt und Allergien

Wie gefährlich Baummoosextrakt und andere Duftstoffe für Sie sind, hängt davon ab, wie gut Sie Duftstoffe, egal ob synthetisch oder natürlich, vertragen. Eine Duftstoffallergie äußert sich als Kontaktallergie, also unter anderem durch Juckreiz oder Rötungen an der Hautstelle, die mit dem Duftstoff in Berührung gekommen ist. Eine Sensibilisierung findet statt, was bedeutet, dass Ihr Körper den Duftstoff als gefährlich einstuft und daher Antikörper entwickelt und sich so mit einer allergischen Reaktion wehrt. Dies ist ein klares Signal, dass Sie Baummoosextrakt und wahrscheinlich andere Duftstoffe meiden sollten. Ein Spezialist, der Allergologe, kann eine Epikutan-Testung durchführen und Unverträglichkeiten identifizieren. Es ist jedoch gut zu wissen, dass die meisten Europäer nicht unter einer Duftstoffallergie leiden.

Eichenmoosextrakt

Welche Alternativen gibt es zu Kosmetik mit Baummoosextrakt?

Ob Sie unter einer Duftstoffallergie leiden oder nicht – empfindliche, reizbare und trockene Haut, die zu Juckreiz neigt, kann davon profitieren, wenn Sie sie behutsam und sanft reinigen. Daher empfiehlt es sich in diesem Fall zu reizfreier Kosmetik zu greifen. Diese verfügen über besonders milde Inhaltsstoffe, die weder Ihre Haut noch Ihre Nase durch intensiven Geruch reizen. Große Naturkosmetik Marken bieten reizfreie Alternativen zu herkömmlichen Seifen, Deodorants, Gesichtscremes, Duschgels, Shampoos und vielen anderen Pflegeprodukten an. Dabei ist es allerdings wichtig zu betonen, dass Naturkosmetik zwar ohne synthetisch hergestellte Inhaltsstoffe arbeitet, natürliche Duftstoffe aber zum Beispiel immer noch verarbeitet sein können. Daher ist Naturkosmetik nicht gleich reizfrei. Trotzdem müssen Sie sich von einer Unverträglichkeit nicht einschränken lassen.

Wo können Sie Kosmetik mit und ohne Baummoosextrakt kaufen?

Kosmetik mit Baummoosextrakt zu kaufen ist nicht schwierig, besonders, wenn es sich um Parfüm handelt. Sie finden Produkte in jedem Drogeriemarkt und jeder Parfümerie. Reiner Baummoosextrakt, das Absolue, können Sie praktischerweise ganz einfach im Internet bestellen. Kosmetik ohne Baummoosextrakt finden Sie ebenso im Drogerie oder online. Es kann hierbei aber hilfreich sein, sich im Vorhinein im Internet über Produkte zu informieren, um sich langes Suchen im Laden zu ersparen.


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