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Aluminium

AluminiumIn den letzten Jahren wurde immer häufiger gemeldet, dass Aluminiumsalze in Deodorants krebserregend sind. Viele Hersteller werben mittlerweile damit und deklarieren in Drogeriemärkten groß, dass ihre Deodorants keinerlei Aluminiumsalze enthalten. Als Verbraucher fragt man sich dabei in erster Linie erstmal was Aluminiumsalze eigentlich sind. Generell kennen die meisten Menschen Aluminium wohl als silberfarbene Folie zum Einpacken ihrer Lebensmittel. Was hat Aluminium also überhaupt in Kosmetik und Pflegeprodukten verloren? Und ist Aluminium tatsächlich schädlich? Um diese Fragen und weitere Fragen zu beantworten haben wir Ihnen eine Übersicht zu Aluminium erstellt.

Chemische Definition

Per Definition ist Aluminium ein chemisches Element (Elementsymbol Al) und gehört zu den Metallen. Um genauer zu sein handelt es sich um ein unedles Leichtmetall. Das heißt, dass reines Aluminium sehr reaktionsfreudig ist und an der Luft schnell mit Sauerstoff reagiert. Wichtig ist es zu wissen, dass es das häufigste Metall ist, das in der Natur vorkommt und vor allem zur Herstellung von Verpackungsmaterial, Drähten oder Baustoffen verwendet wird. Das Aluminium, welches sich in Ihren Pflegeprodukten befindet, ist meist aber kein reines Aluminium, sondern eine von verschiedene Arten von Aluminiumverbindungen, so wie beispielsweise Aluminiumsalze, Silikate oder Stearate.

Die Herstellung von Aluminium

In der Natur findet man kaum reines Aluminium. Es liegt so gut wie ausschließlich nur in chemischen Verbindungen vor, zum Beispiel in Granit oder Ton. Gewinnen lässt sich Aluminium aus dem Erz Bauxit. Bei der Herstellung wird dieses in Natronlauge aufgelöst und das reine Aluminium wird dann in Hochöfen durch Schmelzflusselektrolyse gewonnen. Die Herstellung von Aluminium geschieht meist in afrikanischen oder asiatischen Ländern oder in Australien.

Was sind Aluminiumsalze, Aluminiumsilikate und Aluminiumstearate?

Aluminiumsalze sind zum Beispiel Aluminiumchloride und Aluminiumchlorhydrate. Dabei handelt es sich um Aluminium Atome, die mit Chlor Atomen, beziehungsweise Chlor und Wasserstoff reagiert sind. Da es Salze sind, sind diese Stoffe wasserlöslich.

Aluminiumsilikate und Aluminiumstearate sind ebenfalls chemische Verbindungen mit Aluminium, im Gegensatz zu Aluminiumsalzen lösen sie sich allerdings nicht in Wasser.

Warum ist es wichtig, ob sich Aluminiumverbindungen in Wasser lösen?

Die Wasserlöslichkeit von Aluminiumverbindungen hat etwas mit ihrem Gefahrenpotential zu tun. Wenn sich die chemische Verbindung nicht löst, kann die Verbindung zwischen den Aluminiumatomen und den anderen chemischen Elementen auch nicht so einfach gelöst werden. Somit gelangt kein reines Aluminium in den Körper. Aus diesem Grund sind Aluminiumsalze die hauptsächlichen Problempunkte bei Kosmetik mit Aluminium. 

           

Aluminium

 

Wie gelangen Aluminiumsalze in meinen Körper?

Aluminium wird beim Menschen über die Haut aufgenommen. Während gesunde Haut nur etwas 0,5% des Aluminiums aufnimmt, das das aufgetragene Kosmetikprodukt enthält, sind es bei geschädigter Haut schon bis zu 18%. Geschädigt ist die Haut zum Beispiel nach der Rasur oder durch kleine Kratzer.

Wie viel Aluminium ist ungesund?

Eine Aufnahme von 10,5 Mikrogramm ist die empfohlene Tageshöchstdosis des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Dieser Grenzwert wird täglich häufig überschritten. Da der Abstand zwischen dem Grenzwert und der tatsächlich giftigen Menge aber zur Sicherheit groß genug ist, muss das nicht automatisch Schäden verursachen. Einige Forscher gehen davon aus, dass die Aufnahme von Aluminium von Körper zu Körper unterschiedlich ist und einfach von den biologischen Gegebenheiten des Menschen abhängt.

Wie lange bleibt Aluminium in Ihrem Körper?

Forschern zufolge wird ein Großteil, ungefähr 60%, des aufgenommenen Aluminiums über die Niere innerhalb von einem Tag ausgeschieden. Langzeitstudien haben ebenfalls gezeigt, dass Aluminium im Körper eine Halbwertszeit von bis zu 50 Jahren haben kann. Das heißt, dass Aluminium ein halbes Jahrhundert braucht, um sich in der Menge zu halbieren. Die 40%, die also nicht ausgeschieden werden, bauen sich sehr langsam im Körper ab.

Was macht Aluminium in Ihrem Körper?

Aluminium verteilt sich im Körper ungleichmäßig auf Organe und Gewebe. Ungefähr 50% gelangt in die Knochen, 25% in die Lunge, und ein Teil sogar ins Gehirn. Dort sammelt es sich mit dem Alter an. Was genau das Aluminium dann verursacht, ist nicht ganz geklärt. Es wird zwar vermutet, dass Aluminiumsalze mit Demenz- und Alzheimererkrankungen zusammenhängen könnten, doch wurde dies in Studien nicht bestätigt.

Verursachen Aluminiumsalze Brustkrebs?

Eine weitaus verbreitete Hypothese ist, dass Aluminiumsalze angeblich Brustkrebs verursachen. Diese Behauptung rührt daher, dass sich Tumore der Brust häufig nahe den Achselhöhlen befinden. Eben dort trägt man Deodorant auf, was wiederum zumeist Aluminiumsalze enthält. Es wurde behauptet Aluminium könne die Schweißdrüsen verstopfen oder giftig wirken und so Krebsentstehung fördern. Studien deuten zwar darauf hin, dass Frauen, die in ihrer Jugend regelmäßig Deodorants verwendeten, ein erhöhtes Brustkrebsrisiko aufweisen, aber es fehlen eindeutige Beweise. Das kommt hauptsächlich daher, dass große Studien fehlen, die tatsächlich eine Kausalität belegen und nicht nur eine Korrelation. Forscher sind sich daher immer noch uneinig und das Thema bleibt kontrovers.

 

Wie schädlich sind Verpackungen aus Aluminium?

Wenn Sie an Aluminium denken, dann ist Alufolie bestimmt eine der ersten Dinge, die Ihnen in den Kopf kommen. Sie benutzen Alufolie, um Lebensmittel einzupacken und ebenso tun große Hersteller genau das – ob in Getränkedosen, Joghurtbechern oder Schokoriegelverpackungen. Mit dem Wissen über Aluminium fragen Sie sich jetzt vielleicht, ob wir nicht zusätzlich täglich Aluminium über Verpackungsmaterialien aufnehmen. Hier gibt es aber beruhigt Entwarnung: Aluminium in Verpackungsmaterialien ist meist von einer dünnen Plastikschicht versiegelt. Daher hat das Element gar keine Gelegenheit mit den Lebensmitteln direkt in Kontakt zu kommen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät allerdings trotzdem davon ab, Küchengeräte aus Aluminium zu verwenden und säurehaltige Speisen in Alufolie zu verpacken. Denn Säure kann durch ihre ätzende Wirkung mit dem Aluminium reagieren und dieses gelangt so in Ihre Nahrungsmittel.

Ist Aluminium schädlich für die Umwelt?

Aluminium ist per se nicht umweltschädlich, schließlich kommt es häufiger als jedes andere Element in der Natur vor. Man sollte aber stets im Hinterkopf behalten, dass insbesondere Alufolie ist nicht gerade umweltfreundlich. Bedenken Sie, wieviel Energie benötigt wird, um Aluminium zu gewinnen und dann zu ultradünner Folie weiterzuverarbeiten. Außerdem sorgt die dünne Plastikschicht, die bei vielen Aluverpackungen verwendet wird, dafür, dass es schwieriger wird das Ganze zu Recyceln, weil sie zuvor entfernt werden muss.

Warum enthalten Pflegeprodukte Aluminium?

Aluminium hat viele verschiedenen Eigenschaften. In Lippenstiften zum Beispiel werden Aluminiumverbindungen verwendet, die Ihre Lippen zum Glänzen bringen und dabei helfen die Farbe zu stabilisieren, sodass sie nicht verläuft. Den gleichen Effekt hat Aluminium auch in Eyelinern und sogar in Bodylotions. In Schimmer-Bodylotions wird Aluminium allerdings hauptsächlich wegen des Glanzeffekts als Farbstoff hinzugefügt. In Trockenshampoo absorbiert Aluminium als Verbindung Fett von den Haaren und sorgt dafür, dass Ihre Haare auch ohne Waschen frisch und voluminös aussehen. Außerdem wird Aluminium in Make-ups verwendet, aber ausschließlich in Produkten mit mattierendem Effekt. Hier verdickt es die Kosmetik und kann die Haut zudem pflegen.

 

Wie erkennen Sie Kosmetik mit Aluminium?

Ob Ihr Pflegeprodukt Aluminium enthält, können Sie der Inhaltsstoffliste auf der Verpackung entnehmen. Dort steht „Aluminium“ fast immer in Kombination mit einem weiteren Begriff, der beschreibt um welche Art von Aluminium es sich handelt. Häufig Namen sind Aluminium Chlorhydrate, Chloride, Stearate oder einfach Powder. Wenn Aluminium in Ihrem Kosmetikprodukt als Farbstoff eingesetzt wird, dann steht auf der Liste die Abkürzung „Cl 77000“.

Welche Pflegeprodukte enthalten Aluminium?

Es gibt viele Kosmetika und Beautyprodukte mit Aluminium. In welcher Form Aluminium in Ihren Pflegeprodukten enthalten ist, haben wir in dieser Liste zusammengestellt. Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um die typisch benutzten Inhaltsstoffe geht und es natürlich Ausnahmen gibt. Die Bezeichnungen der Aluminiumverbindungen sind deswegen etwas komplizierter, weil sie den internationalen Nomenklaturregeln (INCI, International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) entsprechen. Diese geben vor, wie chemische Verbindungen genannt werden, damit sie weltweit eindeutig zu erkennen sind.

 

Pflegeprodukt Aluminiumverbindung
Lippenstift / Lipgloss Calcium-Aluminium-Borosilikat
Deodorant Aluminium Chlorohydrate
Zahnpasta Aluminiumflourid, Aluminiumoxid, Aluminiumhydroxid
Sonnencreme Alumina (ein Aluminiumoxid)
Trockenshampoo Aluminium-Starch-Octenylsuccinate
Mattierendes Make-up Aluminiumhydroxide
Schimmer Bodylotion Calcium-Aluminium-Borosilikat
Übersichtstabelle: Liste eingesetzter Aluminium-Verbindungen in Kosmetika und Pflegeprodukten

Worin kann Aluminium außerdem enthalten sein?

Neben klassischen Pflegeprodukten enthalten beispielsweise Zahnpasta und Sonnencreme Aluminium. In Zahnpasta bekämpfen Aluminiumverbindungen Karies, da sie eine antiseptische Wirkung haben und Ihre Zähne vor Säuren und Bakterien schützen. Ebenso dienen sie dem Polieren der Zähne. Bei Sonnencreme machen sich die Hersteller verdickende Eigenschaften von Aluminiumverbindungen zu Nutze. Außerdem haben sie einen leichten Lichtschutzeffekt und tragen zum Sonnenschutz Ihrer Haut bei.

 

Aluminium in Deos

Vor allem wird Aluminium in Pflegeprodukten allerdings in Form von Aluminiumsalzen in Deodorants verwendet. Sie dienen hier zur Drosselung des Schweißes, was bedeutet, dass sie die Feuchtigkeitsabgabe vermindern. Dieser Effekt entsteht, weil sich die Eiweißbausteine Ihrer Haut mit den Aluminiumsalzen verbinden und so ähnlich wie Stöpsel an den Schweißdrüsen fungieren. Das kann dazu führen, dass Schweißdrüsen verstopft werden und daraus können Juckreiz und Entzündungen folgen.

 

Alternativen zu Aluminium

 Es lässt sich mit Sicherheit sagen, dass es nicht die eine Alternative zu Aluminium in Ihren Kosmetikprodukten finden lässt. Da muss man spezifisch hinschauen und auch individuell entscheiden, ob man tatsächlich auf Aluminium verzichten möchte, oder nur auf Aluminiumsalze.

Einige Tipps haben wir aber trotzdem:

  • Statt Trockenshampoo kann man auch Babypuder benutzen – der ist hautfreundlich, natürlich und enthält kein Aluminium.
  • Babypuder können Sie auch als Ersatz für Gesichtspuder zum Mattieren glänzender Haut nehmen.
  • Viele große Pflegeprodukt- und vor allem Deodorantmarken wie Nivea werben durch kleine Schildchen am Regal im Drogeriemarkt damit, keine Aluminiumsalze zu enthalten. Somit ist es einfach eine Alternative zu finden.
  • Edelstahltöpfe zum Kochen und Glasflaschen zum Trinken verwenden, um zusätzliche Aluminiumaufnahme zu vermeiden.
  • Naturkosmetik

 

Aluminium in Naturkosmetik

Wer komplett auf Chemie in seinen Pflegeprodukten verzichten möchte, sollte auf Naturkosmetik umschwenken. Naturkosmetik enthält keinerlei chemisch oder synthetisch hergestellte Inhaltsstoffe. Daher sind Silikone, Parabene, künstliche Farb- und Geruchsstoffe und eben auch Aluminiumsalze verboten. Stattdessen wird in Naturkosmetikdeos auf natürliche ätherische Öle gesetzt. Das sind zum Beispiel Salbei- oder Ingweröl, aber Hersteller benutzen auch Öl aus Nelken oder Thymian. Im Gegensatz zu Aluminiumsalzen verschließen diese die Poren nicht, sondern verhindern den unangenehmen Geruch. Eine alternative Variante sind Deo-Kristalle, Roll-ons oder Pump-Sprays mit Alaun, das Schweiß vermindert ohne die Poren zu verstopfen.

 

Aluminium Hydroxide in Kosmetik

Eine Art von Aluminiumverbindung, die in Naturkosmetik allerdings verwendet wird, ist Aluminiumhydroxid. Dieser Stoff gehört zu den Hydroxiden und wird häufig als Lichtschutzfaktor oder zur pH-Wert Regulierung genutzt. Das ist erlaubt, da es sich um mineralische Pigmente handelt und daher keine Chemie eingesetzt wird, um es herzustellen. Allerdings ist natürlich trotzdem Aluminium vorhanden.

Aluminium

 

Kann Aluminium in Kosmetik Allergien auslösen?

Grundsätzlich gilt Aluminium nicht als Allergie erregend – eben weil es so häufig in der Natur vorkommt und sich der Körper daran gewöhnt hat. Aluminiumverbindungen können aber die Haut reizen. Darüber hinaus kann es heutzutage leicht dazu kommen, dass unser Körper mit solchen Fremdstoffen überflutet wird. Dies geschieht, wenn Sie zum Beispiel Kosmetikprodukte mit Aluminium verwenden, darüber hinaus Alufolie und Aluküchengeräte verwenden, oder sonstige Quellen Ihrem Körper Aluminium hinzufügen. Gesunde Menschen können Aluminium einfach ausscheiden. Wenn dieser Mechanismus allerdings nicht funktioniert, fängt unser Immunsystem an sich dagegen zu sensibilisieren und Antikörper zu entwickeln. Bei einer zu hohen Dosis im Körper wird Histamin ausgeschüttet und es kommt zu einer allergischen Reaktion.

 

Warum wird Aluminium zur Allergieerzeugung genutzt?

Selbst wenn eine allergische Reaktion auf Aluminium eher unwahrscheinlich ist, haben Allergieforscher herausgefunden, dass Aluminium zur Allergieerzeugung genutzt werden kann. Aus Tierversuchen geht hervor, dass eine Aluminiumzugabe in Verbindung mit Lebensmitteln zu einer Allergie gegen dieses spezifische Lebensmittel führen kann. Der Körper assoziiert dabei wohl das Nahrungsmittel mit dem Giftstoff und reagiert allergisch. Für die Forschung ist diese Entdeckung nützlich, da jederzeit Nahrungsmittelallergien hervorgerufen werden können. So werden zum Beispiel Allergiemittel erforscht.  

Fazit

Auch, wenn die nachhaltigen Folgen von Aluminium in Ihren Pflegeprodukten noch nicht eindeutig geklärt wurden, sollten Sie darüber nachdenken, ob Sie Ihren Aluminiumkonsum einschränken möchten. Genügend Alternativen dafür gibt es auf jeden Fall und Kosmetik ohne Aluminium lässt sich in jedem Drogeriemarkt ganz einfach finden.


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