Mit Salicylsäure gehören Akne und Hornhaut der Vergangenheit an


Bei Salicylsäure denken wir nicht unbedingt an etwas, das wir an unsere sensible Haut lassen würden. Doch hinter diesem leicht aggressiv klingendem Wort steckt ein Stoff, der uns bei Hautproblemen durchaus helfen kann.

Salicylsäure – Worum geht’s?

In Blättern, Blüten und Wurzeln verschiedenster Pflanzen ist die Salicylsäure zu finden. Ihr Name geht weit in die Geschichte zurück. Früher wurde sie vor allem durch Aufbereitung von Salicin, das in der Rinde verschiedener Weiden enthalten ist, gewonnen.
Salicylsäure wird chemisch als ortho-Hydroxybenzoesäure bezeichnet und kommt in Form eines weißen Pulvers daher.
Schon der Name verrät etwas über die Eigenschaften. Salicylsäure ist eine Säure, wirkt ätzend und hornhautauflösend. Sie ist ein Wirkstoff, der in Produkten gegen Akne und Unreinheiten, aber auch gegen Hornhaut enthalten ist. Hier ist Salicylsäure in Konzentrationen von bis zu 5% zu finden. In diesem Bereich wirkt sie sich positiv auf unsere Haut aus. Höhere Konzentrationen schädigen dagegen eher.
Ist das nicht auch in den Kopfschmerztabletten drin? Nicht ganz. Der darin enthaltene Wirkstoff ist Acetyl-Salicylsäure. Dieser wird aus der Salicylsäure hergestellt und in schmerzstillenden Arzneimitteln eingesetzt. Salicylsäure selbst wird nicht mehr innerlich verwendet.

Wie und wo wirkt Salicylsäure?

Unsere Haut ist in drei große Bereiche aufgeteilt. Von innen nach außen unterscheidet man die Unterhaut (Subcutis), die Lederhaut (Dermis) und die Oberhaut (Epidermis).
Als Hornschicht (Stratum corneum) bezeichnen wir die oberste Schicht der Epidermis. Sie besteht aus abgestorbenen verhornten Zellen, die immerzu von unten nachproduziert werden. Den Aufbau der Hornschicht kann man vereinfacht als Backsteinmauer beschreiben. Ziegelartig sind die Hornzellen in eine aus Lipiden (Fetten) bestehende Mörtelmasse eingebettet. So entsteht eine Art Schutzwall.

Wovor schützt die Hornschicht?

Sie bietet Schutz vor Verletzungen, Fremdkörpern sowie Krankheitserregern (die mögen die Umgebung dort nicht). Da die Hornschicht sehr lipidreich ist und sich Fett und Wasser bekanntlich abstoßen, schützt sie auch vor Wasserverlust.

Akne

Fast jeder von uns hatte sicherlich schon einmal mit Akne zu kämpfen. Vor allem in der Pubertät ärgern wir uns häufig über Mitesser und Pickel. Zu dieser Zeit verändert sich unser Hormonhaushalt. Es wird verstärkt Talg produziert. Durch eine Störung im Ausgang der Talgdrüsen bilden sich zunächst Mitesser. Entzünden sich diese, entstehen Pickel, Pappeln oder Pusteln. Eine unschöne, aber zumeist harmlose Angelegenheit.
Salicylsäure dringt über die Poren in die Hornschicht ein und löst dort Verbindungen zwischen einzelnen Hautzellen auf. Dadurch können abgestorbene Zellen aus der Hornschicht leichter entfernt werden. Die Haut fühlt sich glatter und weicher an. Gleichzeitig regt sie die Neubildung der darunter liegenden Hautschichten an.
Durch die bakterienabtötende (bakterizide) Wirkung werden Entzündungen der betroffenen Hautstellen eingedämmt. Da sich Salicylsäure in gewissem Maße in Haut und Haar anreichert, kann sie auch bei der Vorbeugung neuer Pickel helfen.

Hornhaut

Vor allem an Füßen und Händen ist unsere Hornschicht besonders dick. Der Volksmund bezeichnet sie als Hornhaut. Zu viel von dieser kann unangenehm werden, geradezu schmerzen und wirklich schön anzuschauen ist sie auch nicht.
Salicylsäure ist durch ihre hornhautauflösende Wirkung die am häufigsten eingesetzte Substanz im Bereich „Erweichen von Hornschichten“. In Konzentrationen von etwa 5-10% kommt sie deshalb in vielen speziellen Fuß-Cremes vor. Studien bestätigen, dass die Haut bei regelmäßiger Anwendung und etwas Geduld weicher und geschmeidiger wird.

Sind Bimsstein und Hobel nicht viel effektiver?

Nicht unbedingt. Durch das mechanische Abtragen der Hornschicht kann es zu einer vermehrten Hornschichtnachbildung kommen, da diese zum Schutze des Fußes nachgebildet wird. Gleiches kann man beispielsweise auch bei zu engen Schuhen beobachten. Zudem birgt eine Hornhautcreme im Gegensatz zu Hobel und Co keine Verletzungsgefahren.

In höheren Konzentrationen (etwa 10%) wird Salicylsäure außerdem zur Behandlung von Hautkrankheiten wie Warzen und Hühneraugen verwendet.

Vorsicht, Nebenwirkungen!

Wegen ihrer reizenden Wirkung darf Salicylsäure nicht in die Augen oder auf Schleimhäute geraten. Darüber hinaus sollte der Wirkstoff bei Überempfindlichkeit grundsätzlich gemieden werden (Salicylat Allergie).
Während der Schwangerschaft ist die Verwendung eher kritisch zu betrachten. Falls nötig, nur kleinflächig auftragen, da Salicylsäure über die Haut aufgenommen wird und dem Kind schaden könnte.
Hinweise auf der Packung beachten!

Fazit der Redaktion

Prinzipiell sind Salicylsäure-Produkte für jeden Hauttyp geeignet. Verträgt man ein Salicylsäure-Peeling, kann man auch für die tägliche Reinigung zu salicylsäurehaltigen Waschlotions und Cremes greifen. Auch in Shampoos und Pads kann Salicylsäure als Wirkstoff enthalten sein. All diese Produkte sind bei leichter Akne und Mitessern geeignet und erzielen bei regelmäßiger Anwendung sichtbare Verbesserungen.
Im Handel findet man rezeptfreie Kosmetikprodukte mit bis zu 10% Salicylsäure (höhere Konzentrationen wirken eher hautschädigend). Bei trockener Haut sollte man in der Aknebehandlung darauf achten, ein Produkt mit unter 1% Salicylsäure zu wählen.
Salicylsäure – in hohen Dosen aggressiv, in geringen Dosen recht „liebevoll“.