Panthenol


Das Wundermittelchen schlechthin – Panthenol!

Wirkstoff Panthenol – worum geht’s?

Panthenol, D-Panthenol, Dexpanthenol – mehrere Synonyme, ein Wirkstoff. Panthenol ist eine Vitamin-B-Vorstufe, genauer handelt es sich hierbei um das Provitamin B5. Dieser Wirkstoff ist der zur Panthotensäure (Vitamin B5) gehörende Alkohol, welcher ein essentieller Bestandteil des Coenzyms A darstellt. Eben jenes Coenzym ist an regenerativen Stoffwechselprozessen der Haut beteiligt. Daher wird dieser Wirkstoff schon seit langem in Arzneiformen eingesetzt, welche zur Behandlung von Erkrankungen der Haut und Schleimhäute eingesetzt werden. Da das Dexpanthenol ja wie gesagt nur eine Vorstufe des Vitamins B5 darstellt, sollte logisch sein, dass der Körper dieses Provitamin in die Wirkform „Panthotensäure“ umwandelt. Denn Panthenol hat an sich keine kosmetische Wirkung. Nur eben die kosmetisch aktive Panthotensäure.

Wie wirkt Panthenol?

Doch bereits in verschiedenen Studien wurde die feuchtigkeitsbindende, entzündungshemmende und wundheilende Wirkung des Panthenols bzw. seiner wirksamen Komponente belegt. Bereits in Konzentrationen von 1% verstärkt Panthenol die Barrierefunktion der Haut nachweislich. Es erhöht darüber hinaus die Fähigkeit der Hornschicht, Wasser zu binden und verbessert ebenso deren Elastizität. Da z.B. der Wirkstoff Panthenol in Form von Salben auf neugestochene Tattoos aufgetragen wird, sollte klar sein, dass es sich förderlich auf die Epithelisierung, also die Zellneubildung bei Wunden, auswirkt. Durch die starke Beschleunigung des Wachstums der Fibroblasten (das sind Zellen des Bindegewebes), wird Dexpanthenol in pharmazeutischen Zubereitungen auch gern auf verletzte oder verbrannte (SONNENBRAND!) Stellen aufgetragen. Hier ist es dafür verantwortlich, dass die Durchblutung der Haut vermindert wird und so Hautrötungen abklingen. Ebenso wird der Juckreiz reduziert. Folglich bewährt sich Panthenol also in Sonnenschutz- und After-Sun-Präparaten sowie in der Pflege von entzündeten Babypopos durch seine heilungsfördernde Wirkung.

Panthenol nicht nur für die Haut…

… sondern auch für’s Haar! Denn auch in Haarpflegeprodukten hat sich Panthenol als feuchtigkeitsspendend und glättend bewiesen. Da Panthenol chemisch gesehen nur ein winziges Molekül darstellt, kann es in den Haarschaft eindringen und dort sogar die Feuchtigkeit speichern. Ebenso kann es als Provitamin über die Kopfhaut in die Haarwurzel aufgenommen werden. Und auch Nagelstudios setzen auf die positiven Wirkungen des Panthenols. Denn in der Nagelpflege zeigt es seine flexibilitätserhöhende und wasserbindende Wirkung. Und von schönen Haaren und tollen Nägeln träumt doch jede Frau, oder?!

Vorsicht, Nebenwirkungen!

Dass Panthenol nicht vertragen wird, ist nicht bekannt. In sehr seltenen Fällen kann es jedoch zu Kontaktallergien oder Reizungen kommen. Ob Du Panthenol verträgst, kannst Du selbst am besten testen, in dem Du ein wenig Bepanthensalbe auf eine kleine Stelle aufträgst und schaust, ob innerhalb der nächsten Stunde eine Rötung oder Juckreiz auftritt. Wenn Du Dir nicht sicher bist oder Wert auf eine Expertenmeinung legst, dann kannst Du auch zum Arzt gehen und einen Allergietest durchführen lassen.

Klartext: Sinnvoll oder nicht?

Dass die Kosmetik.org Redaktion Panthenolsalbe jedem empfiehlt, der zu lange in der Sonne schmorte oder sich ernsthaft verletzt hat, ist ein Faktum. Ebenso reden wir allen Labello-Abhängigen ins Gewissen, doch lieber auf eine Creme umzusteigen, die Panthenol als Wirkstoff enthält. Dann könnt Ihr Euch endlich langfristig von den störenden, trockenen Hautschüppchen an der Lippe verabschieden. Juckreizlinderung, Entzündungshemmung und Wundheilungsförderung – drei Substantive, die verraten, warum Panthenol so gern als Inhaltsstoff in Hautcremes und Salben, Nasensprays und Augentropfen verwendet wird.

 

Quellenverzeichnis:

Ammon ,Hermann (Hrsg.), Curt Hunnius: Pharmazeutisches Wörterbuch. 9. Auflage. de Gruyter Verlag, Berlin, 2004, S. 1599

Bräutigam, Brigitte: Lexikon der kosmetischen Rohstoffe. Books on Demand GmbH, Norderstedt, 2012, S. 115