Mandelöl lässt sich vielseitig einsetzen


Das Mandelöl – Der Allrounder für jeden Hauttyp

Wirkstoff Mandelöl: Worum geht’s?

Das Mandelöl ist schon seit der Antike bekannt und gehört daher zu den klassischen Kosmetikölen. Der Mandelbaum, aus dessen Kernen das Öl ausgepresst wird, gehört zur Familie der Rosengewächse und ist ursprünglich in West- oder Zentralasien beheimatet. Heutzutage wird dieser jedoch vorwiegend im Mittelmeerraum (Spanien, Italien) oder in Kalifornien kultiviert. Jedoch versteht man unter dem Namen Mandelöl sowohl das fette Pflanzenöl der Süßmandel (Prunus dulcis var. dulcis) oder der Bittermandel (Prunus dulcis var. amara). Es ist aber auch möglich, dass das Mandelöl eine Mischung beider Sorten darstellt. Das ätherische Öl, welches jedoch nur aus der Bittermandel gewonnen werden kann, findet man im Handel unter dem Namen Bittermandelöl.

Möchte man das Mandelöl jedoch zum Kochen und Backen verwenden, so sei empfohlen, ausschließlich das reine fette Öl der Süßmandel zu verwenden. Denn diese Kerne enthalten nicht eine solch hohe Konzentration an so genannten „cyanogenen Glykosiden“. Diese Verbindungen können im Körper gespalten werden. Dabei wird giftige Blausäure frei. Jedoch kann Kosmetik.org Euch beruhigen. Unser Körper ist ja ein wahres Wunderwerk und so besitzt er auch eigene Waffen (die guten, alten Enzyme), mit denen er die entstandene Blausäure unschädlich machen kann.

Wie wirkt Mandelöl?

  1. Antioxidativ & hautschützend
    Da die Tocopherol-Fraktion, also die Vitamin E-Fraktion, einen besonders hohen Anteil an  α-Tocopherol aufweist, wirkt das fette Öl vor allem antioxidativ. Und somit hautschützend. Darüber hinaus wird das Einziehverhalten des Öls verbessert. Mit dem hohen Gehalt an α-Tocopherol unterscheidet es sich auch klar vom Aprikosenkernöl, welches vor allem γ-Tocopherol, also einen chemisch ähnlichen Verwandten, enthält.
  2. Gutes Eindringvermögen
    Da dieses Öl stärker auf der Haut aufliegt und sehr tief in die Hornschicht eindringt, eignet es sich sehr gut als Massageöl. Ebenso verteilt es sich ausgezeichnet in den vielen Zwischenräumen der Hornzellen.
  3. Lösungsverbesserer & Barriereüberwinder
    Oft haben pharmazeutische Technologen das Problem, dass sich ein Arzneistoff nicht in der gewünschten Grundlage löst oder verteilt. Doch damit dies besser möglich ist, gibt es eine Reihe von so genannten „Enhancern„, die die Lösungs- und Freisetzungseigenschaften eines Arzneistoffes in der Grundlage verbessern. Und dazu zählt auch das Mandelöl. Durch den hohen Anteil an Ölsäure, die eine spezielle Struktur aufweist, welche gekrümmt und raumgreifend ist, lassen sich Wirkstoffe besser verarbeiten. Ebenso wird die Passage der Barriereschicht, also der Hornschicht, erleichtert, da diese Ölsäure besonders flexibel ist. Daher stellt das Mandelöl tatsächlich ein universell einsetzbares Basisöl für die verschiedensten Hauttypen dar.
  4. Empfindliche Haut?
    Dieses fette Öl eignet sich auch hervorragend als Grundlage für Pflegeprodukte von Patienten mit empfindlicher Haut. Es wirkt nämlich nicht komedogen, also akneauslösend.

Folgendes trifft zu? Dann Finger weg!

Doch Achtung! Das Mandelöl gehört zu den Ölen, die als so genannte „kosmetische Qualität“ häufig mit Sonnenblumenöl, Pfirsichkernöl oder Aprikosenkernöl verschnitten sind. Und das wird nicht deklariert. In den USA ist es sogar völlig legal, dass das Mandelöl aus dem „Bruch“ verschiedener ölhaltiger Steinobstkerne besteht. Achte daher beim Kauf unbedingt darauf, dass Du reines Mandelöl mit Lebensmittelqualität kaufst! Gutes Mandelöl ist völlig klar, blassgelblich und dünnflüssig. Darüber hinaus von einem milden Geschmack. Leider kann man Verfälschungen aber nur durch feine chemische Untersuchungen heraus stellen. Daher lohnt sich der Blick auf’s Etikett hier wirklich ein Mal mehr!

Klartext: Sinnvoll oder nicht?

Da Mandelöl ein wirklich sehr verträgliches Öl ist, eignet es sich für jeden Hauttyp, ob Patienten mit empfindlicher Haut oder  mit Babyhaut. Darüber hinaus ist es vielseitig einsetzbar und gibt vor allem in Cremes eingearbeitet eine weiche, geschmeidige und pflegende Konsistenz. In den letzten Jahren ist das Mandelöl auf Grund der Vielfalt an exotischen Ölen ein wenig in den Hintergrund gerückt – jedoch wird dies ihm nicht gerecht. Denn vor allem sensible, trockene und rissige Haut kann mit ihm schnell wieder ins Gleichgewicht gebracht werden – Feuchtigkeitsmangel und Hautrauigkeit adé!

 

Quellenverzeichnis:

Bräutigam, Brigitte: Lexikon der kosmetischen Rohstoffe. Books on Demand GmbH, Norderstedt, 2012, S. 40

Käser, Heike: Naturkosmetische Rohstoffe. Freya Verlag, Zürich, 2011, S. 76 ff

Voigt, Rudolf: Pharmazeutische Technologie. Deutscher Apothekerverlag, Stuttgart, 2010, S. 169