Kokosöl


Kokosöl = Braten + Backen + Kosmetikprodukte

Wirkstoff Kokosöl – worum geht’s?

Wer kennt sie nicht, diese weiße, geruchlose, feste Masse, die öfters mal neben der Pfanne oder der Rührschüssel in Muttis Haushalt auftauchte? Als Speise- bzw. Bratfett kommt das raffinierte und teilweise chemisch gehärtete Kokosöl nämlich auch in den Handel. Dieses wird aus der Steinfrucht der Kokospalme gewonnen. Genauer jedoch aus dem Nährgewebe der Kokosnuss, der so genannten Kopra. Dieses enthält nämlich in getrocknetem Zustand etwa 70% Fett! Und wenn es mal wieder mild und ein wenig nach Kokos in Muttis Küche riecht, dann wissen wir ja, wo das herkommt.

Aber was steckt drin in dieser harten Nuss?

Vor allem eben viel Fett. Positiv zu sehen ist hier, dass sich das Pflanzenöl durch einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren auszeichnet. Vor allem sind hier die langkettigen Fettsäuren Laurin- und Myristinsäure als auch die mittelkettigen Capryl- und Caprinsäure zu erwähnen. Dadurch, dass diese Fettsäuren keine Doppelbindungen enthalten, sind sie sehr hitze- und lagerstabil. Und noch einen Effekt haben die nicht vorhandenen Doppelbindungen. Sie setzen den Schmelzpunkt hinauf! So kommt es auch, dass das Kokosöl einen Schmelzpunkt von 23 – 26 Grad hat. Und daher ist das Kokosöl bei Raumtemperatur fest. Es wird folglich als Kokosfett bezeichnet, seltener als Kokosbutter oder Kokosöl. Auch hier wird das Öl durch einen sehr hohen Gehalt an Sterolen, also pflanzlichen Steroiden, gekennzeichnet.

Wie wirkt Kokosöl?

Interessant ist, dass die Kombination aus Laurinsäure sowie Capryl- und Caprinsäure desodorierend wirken kann. Grund hierfür ist, dass diese mittel- und langkettigen Fettsäuren eine toxische Wirkung auf bestimmte Bakterien haben, die für die Zersetzung des Schweißes und dessen Gestank verantwortlich sind. Dabei wird die Haut nicht gereizt. In Bodylotions oder Emulsionen dringt das Öl nach dem Auftragen auf die Haut schnell, jedoch nur oberflächlich ein und erzeugt beim Auftragen bereits ein weiches, glattes Hautgefühl. Und all das, ohne zu fetten! Außerdem schmilzt das Kokosöl beim Auftragen auf unsere Haut, so dass ein gewisser Kühleffekt entsteht. Neben dem Einsatz in Emulsionen, in denen es häufig auf Grund seiner spreitenden Wirkung eingesetzt wird, findet es auch oft Verwendung in  Massageölen oder Lippenstiften. Denn wer kann diesem süßlichen Kokosduft schon widerstehen? Dort findet es genau deshalb seinen Einsatz, weil es den genannten Produkten eben jenen gewünschten Schmelzeffekt bei Hautkontakt beschert.

Und in den Haarpflegeprodukten, wo findet dieses Öl da seinen Einsatz?

Es findet nicht nur Einsatz in Shampoos und Spülungen, sondern auch in Haarwachsen. Dort wirkt es rückfettend. Dies eignet sich also vor allem für Leute mit sehr trockenem, strapaziertem Haar. Außerdem kann man Locken damit bändigen, denn es wird auch durch eine glättende Wirkung gekennzeichnet.

Vorsicht, Nebenwirkungen!

Da Kokosöl als komedogen, also pickelverursachend gilt, solltest Du es nicht anweden, falls du zu Hautunreinheiten neigst. Hier soll Babassuöl, das gelbe Pflanzenöl der aus Südamerika stammenden Babassupalme ein ausgezeichneter Ersatz sein.

Klartext: Sinnvoll oder nicht?

Was spricht also gegen die Anwendungen eines süßlichen Kokoslippenstiftes? Nichts. Und gegen eine nette Massage mit einem Kokospflegeöl? Nichts. Und gegen einen Haarwaschgang mit Kokosshampoo und Kokospflege? Nichts. Und gegen einen Pina Colada? Ebenso nichts. Du kannst alle Produkte, die Kokosöl enthalten, also problemlos anwenden. Außer eben, deine Haut neigt zu Unreinheiten. Dann solltest Du zumindest die Finger von Gesichtscremes mit Kokosöl lassen. Doch den Kokoslippenstift kannst auch Du ausprobieren. Und den Pina Colada kann sich sowieso jeder schmecken lassen, wann immer es ihm beliebt…

 

Quellenverzeichnis:

Ammon ,Hermann (Hrsg.), Curt Hunnius: Pharmazeutisches Wörterbuch. 9. Auflage. de Gruyter Verlag, Berlin, 2004, S. 381

Bräutigam, Brigitte: Lexikon der kosmetischen Rohstoffe. Books on Demand GmbH, Norderstedt, 2012, S. 38

Käser, Heike: Naturkosmetische Rohstoffe. Freya Verlag, Zürich, 2011, S. 72 ff