Eugenol hilft gegen Schmerzen!


Riecht gut und lindert Schmerzen

Kurze Frage: Kennt ihr den Film „Marathon Man“ mit Dustin Hoffmann aus den 70er Jahren? Nein?! Okay, unbedingt angucken! Der Film ist gut und einer der Hauptdarsteller ist Eugenol! Na gut, etwas übertrieben, aber ja, doch… Der Böse Zahnarzt Dr. Sznell foltert den armen Dustin Hoffmann mit dem Bohrer – es sei denn er gibt die richtigen Antworten, dann gibt es Nelkenöl gegen die Schmerzen. Und was ist der Hauptinhaltsstoff von Nelkenöl – Eugenol!

Wirkstoff Eugenol – Worum gehts?

Jeder von Euch kennt bestimmt den charakteristischen Geruch von Nelkenöl. Verantwortlich dafür ist Eugenol, welches aber nicht nur Gewürznelken, sondern auch in Pigment, Lorbeer, Zimt und anderen Gewürzen sowie einigen Früchten vorkommt. Im pharmazeutischen Alltag hat die Wirkung von Eugenol aber tatsächlich nichts „süßes“ mehr an sich.

Es ist ein klares oder manchmal auch leicht gelbliches Öl und findet wegen seiner entzündungshemmenden, schmerzstillenden und antibakteriellen und konservierenden Wirkung in der Medizin und der Pharmazie Verwendung. In der Kosmetik wird es aufgrund seines würzig orientalischen Geruchs als Duftstoff auch Seifen, Parfums und Badezusätzen zugesetzt.

Wie wirkt Eugenol?

Eugenol ist ein Phenylpropanoid. Der Endung –ol im Namen sagt schon, dass es sich um einen Alkohol handeln muss. Strukturmerkmal der Alkohole ist das Vorhandensein einer Hydroxylgruppe (OH). Mit dieser und der ansonsten sehr lipophilen (fettliebenden) Struktur des Eugenols ist die antikbakterielle Wirkung zu erklären.

Ähnlich dem Benzylalkohol hemmt auch Eugenol das Bakterienwachstum. Aber nicht nur gegen Bakterien, auch gegen Zecken, Milben, einige Insekten, Pilze und Viren kann es eingesetzt werden. Eugenol sorgt also nicht nur für einen exotischen Geruch, sondern macht Euer Produkt auch hoch länger haltbar.

Eugenol wird in verschiedenen Parfums eingesetzt, vor allem dann, wenn ein würzig aromatischer oder orientalischer Geruch erreicht werden soll.

Folgendes trifft zu? Dann Finger weg!

In hohen Konzentrationen wirkt Eugenol schleimhautreizend und führt zu Unverträglichkeiten. Im Extremfall kann es sogar zu allergischen Reaktionen kommen. Vorsicht geboten ist deshalb vor allem bei der Eigenmedikation zu Hause. So sollte Nelkenöl z.B. bei Zahnfleischbeschwerden nur sehr sparsam eingesetzt werden. Eine Überdosis und damit verbundene Vergiftung von Eugenol ist durchaus möglich.

Wer viel zu viel davon hinunterschluckt, darf sich auf Symptome wie Brennen im Mund und Hals, Bauchschmerzen, Übelkeit, Herzrasen, Schwindel oder Ohnmacht gefasst machen. Im schlimmsten Fall kann eine Vergiftung sogar zum Koma führen.

Solche Vergiftungen können aber nur vorkommen, wenn Eugenol in hohen Mengen oral eingenommen wird. In Lotionen, Cremes oder Parfums sind mit solch heftigen Beschwerden nicht zu rechnen. Wer allerdings auf Parfums allergisch reagiert, sollte auch  Eugenol als Ursache in Betracht ziehen.

Klartext: Sinnvoll oder nicht

Fakt ist, dass Akohole im Allgemeinen zur Konservierung von Beautyprodukten beitragen. Eugenol bietet hier keine Ausnahme, ist aber eben nicht die einzige Variante die es gibt. Wer den Duft mag, kann mit Eugenol aber (im Vergleich zu anderen, scharf riechenden Akoholen) auf eine wohlriechende Alternative zurückgreifen.

Damit einher geht allerdings auch ein altbekanntes Dilemma: Was intensiv und würzig riecht, reizt womöglich auch die Haut. Wer zu Empfindlichkeit gegenüber Kosmetika neigt, sollte eher zu parfumfreien Produkten greifen und auf Eugenol verzichten.

Abschließend sei gesagt, dass Eugenol Eure Haut im Idealfall nicht reizt, allerdings wird es aber auch keine Wunder vollbringen. Wer von Euch kleine Kinder hat, die gerade die ersten Zähnchen bekommen, kann aber ein Wundermittel bei ihren Zahschmerzen in Eugenol finden – und selber dadurch vielleicht länger schlafen. Aber wie oben erwähnt – Vorsicht mit der Dosierung. Wenn ihr mit Eugenol in Reinform hantiert, solltet ihr in jedem Fall Euren Arzt oder Apotheker vorher konsultieren.