Ethylparaben findet man unteranderem in Cremes oder Lotions


Harmloser Konservierungsstoff – oder doch nicht?

Wir haben uns ja in der heutigen Zeit bereits daran gewöhnt, dass in unserer direkten Umwelt – also in unserem Trinkwasser, unserem Mittagessen, unseren Klamotten und in Gott-weiß-was-noch-alles – Stoffe enthalten sind, von denen wir nichts ahnen, die wir nicht aussprechen können und die aber laut Industrie unverzichtbar sind.

Besonders die lieben Konservierungsstoffe, ob natürlichen oder unnatürlichen Ursprungs , sind überall und inzwischen auch sehr in Verruf geraten. Wer was auf sich hält kauft „frei von Konservierungsstoffen“. Und immer mehr Hersteller versuchen ihr Image dahingehende zu verbessern, dass Sie so oft wie möglich auf Konservierungsstoffe verzichten. Ethylparaben ist so eine Komponente, die schon seit geraumer Zeit versucht wird zu reduzieren. Aber warum eigentlich?

Wirkstoff Ethylparaben: Worum geht’s?

Ethylparaben gehört zur Gruppe der Ester und entsteht, wenn man Bezoesäure mit Ethanol zusammenführt. Ethyl- und auch andere Parabene werden in der Lebensmittelindustrie (z.B. als E214 oder E215 – los, geht suchen!) und auch in Medikamenten verwendet. In der Kosmetik laufen sie uns in Cremes, Lotionen oder auch Sonnenschutzmitteln über den Weg.

Wie wirkt Ethylparaben?

Wie gesagt – Ethylparaben konserviert. Es töte Mikroben und Pilze ab, die sich in Kosmetika oder eben auch in Lebensmitteln bilden können und macht die Produkte länger haltbar.

Wenn eine Creme mit Ethyl- oder auch einem anderen Paraben aufgetragen wird, so wird dieses mit von der Haut aufgenommen. Dabei steigt die Aufnahmemenge mit der Länge der Seitenkette an, d.h. Propyl-und Butylparaben werden besser aufgenommen als Methyl – oder Ethylparaben.

Eine Konzentration von bis zu 0,4 % ist üblich in Beauty-Produkten, die zur Zeit noch Ethylparaben beinhalten.

Ethylparaben und Brustkrebs

Studien weisen auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Parabenen und Brustkrebs hin, obwohl dies nicht endgültig und abschließend bewiesen werden konnte. Die Vermutung rührt daher, dass Parabene sich ähnlich auf den Körper auswirken wie das weibliche Hormon Östrogen. In 2004 gab der Journal of Applied Toxicology in einer Studie bekannt, dass 60% der Brustkrebs-Tumore in einem konzentrierten Bereich nahe der Achselhöhle gefunden wurde – dort wo häufig Deodorant verwendet wird.

In 20 Fällen von bösartigem Brustkrebs, wiesen 18 von ihnen eine hohe Konzentration von Parabenen in den Tumoren auf.

Die Redaktion beton an dieser Stelle noch einmal, dass trotz solcher Studienergebnisse es derzeit keinen endgültigen Beweis für krebserregende Eigenschaften von Parabenen gibt.

Folgendes trifft zu? Dann Finger weg!

Ethylparaben zählt zu den 20 häufigsten Allergieauslösern. Gerade im Bereich der Kosmetikprodukte ist das eine schlechte Nachricht, denn besonders Kontaktallergien wurden nach dem Benutzen von Kosmetika mit Paraben beobachtet. Die Reaktion äußert sich in Rötungen und Juckreiz, manchmal auch erst 2 Tage nach dem Auftragen.

Da viele Konservierungsstoffe jedoch ein noch höheres allergenes Potential als Parabene haben, sind diese heute immer noch im Einsatz.

Klartext: Sinnvoll oder nicht?

Nochmal für Alle zum Mitschreiben: Wenn wissenschaftliche Einrichtungen, deren Laboranten „nichts anderes zu tun haben“, als Parabene zu untersuchen, nicht mit Sicherheit sagen können, wie gesundheitsschädigend Ethylparaben ist – dann können wir es erst recht nicht.

Aber wenn die Industrie bereits versucht Ethylparaben zu ersetzen, dann scheint es auch Alternativen zu geben, die unter Umständen günstiger sind und (wenn schon nicht unbedingt gesünder) zumindest für weniger negativen Medienrummel sorgen.

Unser Tipp daher: Achtet bewusst auf Paraben-freie Produkte, denn die gibt es bereits zu Genüge auf dem Markt. Frei von Konservierungsstoffen ist mit Sicherheit keine sich länger haltende Creme, aber auf ein paar Dinge können und sollten wir beim Einkauf schon achten. Und Vorsicht ist ja bekanntlich besser als Nachsicht.

Wer weiß – vielleicht wird Ethylparaben in einigen Jahren ohnehin auf keiner Wirkstoffliste mehr zu finden sein.