Coffein zum wachwerden


Schlank und hell wach – Ein Traum!

Wirkstoff Coffein – Worum geht’s?

„Wollen wir uns zum Kaffee trinken treffen?“ – eine Frage, die jeder kennt und äußerst gern gestellt bekommt. So kann man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und bei Latte Macchiato, Espresso oder Milchkaffee über belanglose, witzige oder ernsthafte Themen diskutieren. Und nebenbei genüsslich die schwarze Brühe schlürfen. Obwohl sich noch immer sagenumwobene Geschichten über die Schädlichkeit von Kaffee erzählt werden, gehört die legale Droge „Coffein“ längst zum Alltag der meisten Europäer. Neben dem Kaffee ist auch Tee eines der meist getrunkenen, heiß aufgegossenen Getränke. Und das ein Kaffee am Morgen ausgezeichnet die Funktion eines flüssigen Wachmachers übernimmt, weiß jeder. Ebenso weiß man die vorzügliche Kombination „Kaffee & Kuchen“ zu schätzen. So entwickelte sich also der Kaffee, den man um 1800 noch gemütlich während des Lesens der Tageszeitung in diversen Wiener Kaffeehäusern trank, zu einem regelrechten Kultgetränk. Denn das Kaffee „in“ ist, wissen nicht nur wir. Auch die Stars und Sternchen lassen sich oft mit Sonnenbrille und Coffee to go ablichten. Ganz natürlich, ganz lässig, ganz wach?!

Doch das Coffein nicht nur in den diversen Kaffeevariationen, im Grünen und im Schwarzen Tee enthalten ist, weiß spätestens seit der Vermarktung von Coca Cola Ende des 19. Jahrhunderts jeder. Doch zu diesen „klassischen“ coffeinhaltigen Getränken wird vor allem in Berlin ein koffeinhaltiges Eisteegetränk, dass sich „Club Mate“ nennt. Denn vor allem feierwütigen Großstädtern oder armen Studenten, die wieder 8.oo Uhr in der Uni sein müssen, verhilft dieses Getränk auf die Sprünge. Denn mit 20 mg pro 100 mL Getränk enthält Club Mate fast die doppelte Menge an Coffein wie das selbe Volumen an Cola. Jedoch können auch andere Colaprodukte wie „Afri Cola“ oder „fritz Cola“ mit einem ähnliche hohen Gehalt an Coffein aufwarten.

Der Apfel fällt eben nicht weit vom Kirschbaum…

Doch was hat Coffein mit einem Kirschbaum zu tun? Nicht viel, jedoch werden die kleinen, roten Kaffeebeeren, die in etwa fünf bis sechs Samen enthalten, umgangssprachlich als „Kaffeekirschen“ bezeichnet. Und das nur, weil die rote Farbe dieser an unsere Sauerkirschen erinnert. Jedoch kommt Coffein nicht nur in den Samen des Kaffeestrauches vor, sondern auch in über 60 weiteren Pflanzen, wie eben dem Matebaum, dem Teestrauch oder der Kolanuss. Koffein gehört chemisch gesehen zu den Xanthinderivaten, zu denen ebenfalls Theophyllin und Theobromin gehören. Und so ist es glasklar, dass eben jene Naturstoffe ebenfalls in den oben genannten Pflanzen vorkommen. Das Coffein, dessen Anteil nach Rösten der Bohnen etwas sinkt, kann natürlich aus den einzelnen Pflanzenbestandteilen extrahiert werden oder aber in großtechnischem Maßstab hergestellt werden. Die „Traube – Synthese“ macht’s möglich!

Wie wirkt Coffein?

Das Coffein, welches wir in flüssiger Form durch Getränke zu uns nehmen, verteilt sich innerhalb von fünf kurzen Minuten in unserem Körper. Doch was sich schnell verteilt, wird nur langsam wieder abgebaut. Dies dauert fünf bis sechs Stunden und genau so lange hält auch die Wirkung an. Das Coffein anregend wirkt, weiß jeder spätestens dann, wenn er seine allmorgendliche Kaffeetasse ausgetrunken hat. Dieser Wirkstoff hält wach, verhindert den Schlaf, steigert die Ausdauer und erhöht die körperliche Leistungsfähigkeit. Und dass Coffein gern auch in Kombination mit Schmerzmitteln gegen Kopfschmerzen eingesetzt wird, wissen inzwischen nicht nur Migränepatienten. Doch auch körperliche Reaktionen machen deutlich, dass der Wirkstoff nach dem Leeren der Tasse bereits begonnen hat zu wirken. So erhöht sich der Blutdruck leicht, es wird mehr Magensäure produziert und teilweise ist ein Händezittern wahrnehmbar. Und dass du die Toilette am Ende der Kaffeepause aufsuchen musst, ist nur noch eine Frage der Zeit.

Koffein wirkt sich förderlich auf die natürliche Schönheit aus…

… und das wusste sogar schon Oma. Denn auch die legte sich schon Schwarzteebeutel auf ihre geschwollenen Augen oder schmierte sich Kaffeesatz auf die Beine. Schließlich macht das die Haut feiner! Doch was ist dran an dem Mythos, dass dieser Wirkstoff Schönheit bringen soll? Die Kosmetikindustrie hat ihn schon vor Jahren für sich entdeckt und versteckt diesen Wirkstoff in ihrer gesamten Produktpalette. Ob in Cremes, Shampoos oder Schlankheitstees. Doch was hat es wirklich mit der Schönheitswirkung auf sich?

  1.  Coffein gegen Cellulite
    Da Coffein entwässernd auf das Gewebe wirkt und darüber hinaus ein Enzym aktiviert, welches Fett spalten kann, ist dieses Methylxanthin besonders in Cremes gegen die lästige Orangenhaut gefragt. Sowohl im Sommer als auch im Fitnessstudio sehen wir oft Frauen, die Problemzonen an Po und Oberschenkeln haben und vielleicht ist der ein oder andere von Euch auch selbst davon betroffen. Daher wünscht man sich das dellige Haut-Relief weg und die Zeiten zurück, in denen das Gewebe noch schön fest war. In speziellen Cellulite-Cremes ist der helfende Wirkstoff in Liposomen „verpackt“, die es ermöglichen, dass das Coffein auch in tiefere Hautschichten dringen kann. Es werden verschidene Cremes angeboten, die einen Coffeinanteil von 0,5 – 3 % aufweisen. Jedoch gilt auch hier: Nicht der Anteil an Coffein ist für die Wirkung verantwortlich, sondern auch ihr selbst! Denn ohne zusätzlichen Sport und eine ausgewogene, gesunde Ernährung bringt auch die teuerste Creme keinen Erfolg. Also immer schon cremen und sporteln – und die schöne Haut bleibt Euch länger erhalten.
  2. Coffein für die Augen
    Da unserem Wirkstoff auch eine entwässernde Wirkung nachgesagt wird, wird dieser oft in Augencremes eingesetzt. Das wusste ja auch schon Oma. Ob sie aber auch wusste, dass diese geschwollenen Augen oft durch einen „Wasserstau“ im Gewebe rund um’s Auge verursacht werden, ist fraglich. Doch der Effekt war schon damals sichtbar: Das Coffein hilft beim Abtransport der Flüssigkeit, die sich angesammelt hat und so geht die Schwellung zurück. Auch kühlende Roll-on-Stifte machen sich diesen Effekt zu nutze.
  3. Coffein gegen Haarausfall
    Nicht nur Männer leiden darunter, auch Frauen, die sich in den Wechseljahren befinden, klagen über Haarausfall. Und auch hier hat die Kosmetikindustrie das passende Produkt für alle Betroffenen dieser Welt parat: Ein Shampoo oder Haartonikum mit Coffein soll das Haarwachstum fördern! Sie werben mit positiven Studienergebnissen, verraten aber nicht, dass diese auf Laborversuchen mit Haarkulturen basieren. Es ist also nicht belegt, dass Coffein eine positive Wirkung auf unserem Kopf hat. Daher sind solche Produkte und ihre versprechenden positiven Wirkungen mit Vorsicht zu genießen…
  4. Coffein gegen Fettpölsterchen
    Coffein versteckt sich auch gern in angeblich schlank machenden oder hungerstillenden Pillen. Ebenso in den „Hungerbremser – Tees“ wie Guayana- oder Matetee enthalten. Dass Coffein den Stoffwechsel ankurbelt ist klar. Und dass somit auch mehr Kalorien verbraucht werden, ebenso. Doch sei allen Leichtgläubigen gesagt: In keiner Pille und in keinem Tee dieser Welt ist so viel Coffein, dass all unsere Fettpölsterchen ganz von allein dahin schmelzen. Denn wenn das so wäre, hätte ja wirklich niemand Problemzonen oder Übergewicht. Zu einer nennenswerten Gewichtsreduktion wären so hohe Dosen erforderlich, die definitiv zu gesundheitlichen Problemen führen. Und das kann und soll garantiert nicht unser Ziel sein.

Vorsicht, Nebenwirkungen!

Allen „Kaffeesüchtigen“ sei gesagt, dass bei einem normalen Kaffeekonsum von fünf Tassen täglich, absolut keine akute Gefahr ausgeht. Dies entspricht einer Dosis von etwa 375 mg Coffein. Auch bei Leuten, die täglich bis zu acht Tassen Kaffee konsumieren, also eine Menge an Coffein von bis zu 600 mg aufnehmen, sind keine langfristigen Gesundheitsschäden festgestellt worden. Ein höherer Konsum kann sich jedoch in chronischer Schlaflosigkeit oder Magenbeschwerden ausdrücken. Sehr hohe Dosen an Coffein, etwa 1 g, äußern sich in starker Erregung, Herzrasen, Schwindel, Krämpfen und Übelkeit. Die erregende Wirkung wandelt sich jedoch bei einer noch höheren Dosis ins Gegenteil um und wirkt lähmend. Man vermutet, dass die tödliche Dosis bei über vier Gramm Coffein liegt. Dazu müsstest du über 50 Tassen Kaffee trinken! Und das ist ja wohl irgendwie – unmöglich?!

Klartext: Sinnvoll oder nicht?

Obwohl keine seelische Abhängigkeit der legalen Droge Coffein entstehen kann, so spricht man aber bei einem regelmäßigem Konsum von etwa 350 mg Coffein (das sind ca. fünf Tassen pro Tag) von einer körperlichen Abhängigkeit. Diese äußert sich oft in einer gewissen Reizbarkeit, Müdigkeit und starken Kopfschmerzen. Also sei auch hier wieder festgestellt: In humanen Mägen wirkt Kaffee förderlich – antriebssteigernd und munter machend. Doch ein permanent hoher Kaffeekonsum kann sich gegenteilig auswirken. Und auch in der Kosmetikindustrie sei nicht allen Versprechungen Glauben geschenkt. Denn keine Augenringe, keine Orangenhaut und keine Fettpölsterchen verschwinden einzig und allein durch Coffein, Wartezeit und festem Glauben. Denn nur wenn Ehr den inneren Schweinehund überwindet und ernsthaft an euch selbst arbeitet, könnt ihr was gegen Eure körperlichen Mankos machen. Nur gegen den Haarausfall ist wirklich noch kein Mittelchen gebraut und noch kein Kraut gewachsen…

 

Quellenverzeichnis:

Ammon ,Hermann (Hrsg.), Curt Hunnius: Pharmazeutisches Wörterbuch. 9. Auflage. de Gruyter Verlag, Berlin, 2004, S. 384