Avocadoöl


Der Begleitservice in die tieferen Hautschichten

Wirkstoff Avocadoöl – worum geht’s?

Wenn man an Avocadoöl denkt, kommt einem zuerst die Frucht in den Sinn. Diese Beerenfrucht wird sehr geschätzt und ist bei der Zubereitung einer ordentlichen Guacamole die Basis, für die Zubereitung vegetarischer Sushirollen lediglich ein Add one. Dass das Fruchtfleisch der Avocado der einzige Bestandteil der Frucht ist, der essbar ist, dürfte klar sein. Und auch aus ihm wir das wertvolle Avocadoöl gewonnen. Dieses stellt auch wie die Öle aus der Sanddornfrucht oder der Olive ein Fruchtfleischöl dar. Es wird aus den reifen Beerenfrüchten des bis zu 15 Meter hohen, in Mittelamerika beheimateten Avocadobaums gepresst, gefiltert und entweder so belassen oder weiteren Raffinationsschritten unterzogen.

Doch was ist drin in der Butterbirne?

Dass die Avocado einen hohen Fettanteil von bis zu 25% hat, ist spätestens nach der Zubereitung einer Guacamole klar. Woher soll denn auch sonst diese cremige Konsistenz kommen? Außerdem zeichnet sich das Öl dieser Frucht durch einen sehr hohen Anteil (etwa 6%) an unverseifbaren Bestandteilen aus. Das sind Begleitstoffe von Fetten, wie Phytosterole (Pflanzenhormone) oder Phospholipide (Bestandteile der Zellmembranen). Ebenso steckt in diesem Öl ein hoher Gehalt an fettlöslichen Vitaminen wie den Vitaminen A, D und E. Wie auch das Fruchtfleisch gelblich grün gefärbt ist, so trägt auch das gepresste Avocadoöl diese Farben. Ist das Avocadoöl nativ, also wird es nicht raffiniert und somit nicht gereinigt, veredelt oder konzentriert, so ist es eher trüb. Wenn das von Dir verwendete Avocadoöl jedoch einen sehr blassen Farbton aufweist, so lässt dies auf Raffinationsprozesse schließen. Und wenn die dicke Flüssigkeit fast klar und ebenfalls gelblich-grün ist, so wurde das Öl gefiltert. Positiv ist auch noch zu verzeichnen, dass der Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (vor allem Linolsäure) bei nur etwa 12 % liegt. Somit ist dieses Pflanzenöl sehr hitzebeständig und weniger oxidationsempfindlich.

Wie wirkt Avocadoöl?

Das Avocadoöl kann mit vielen positiven Eigenschaften punkten. Zum einen emulgiert es ausgezeichnet, so dass sich auch wässrige Komponenten perfekt in die fettige Grundlage (ob nun Öl oder Fruchtfleisch) einarbeiten lassen. Es fördert ebenso die Zellregeneration – ein Must have also für Menschen mit trockener, rissiger oder barrieregestörter Haut. Aber auch in Haarpflegeprodukten macht sich dieses Pflanzenöl ausgezeichnet. Dadurch, dass das Avocadoöl einen hohen Gehalt an Palmitoleinsäure, einer einfach ungesättigten Fettsäure, welche ebenso im fetten Öl des Sanddornfruchtfleisches oder der Macadamianuss vorkommt, aufweist, wird es auch sehr gut von Leuten mit sensibler oder kranker Haut vertragen. Die Phytosterole, also die pflanzlichen Hormone, die im chemischen Aufbau dem menschlichen Cholesterin ähneln, unterstützen die Barrierefunktion der Haut und können die Zellproduktion anregen. Ebenso zeichnet sich dieses Öl durch eine gute Spreitbarkeit aus. Das heisst, dass sich das Öl sehr gut auf der Haut verteilen lässt. Doch nicht nur das sind die Vorzüge dieses Pflanzenöls…

Stichwort „Gleitschienen – Effekt“

Was das ist und welcher special effect sich dahinter verbirgt, wirst Du gleich erfahren, Du musst nur weiterlesen! Dieser Effekt ermöglicht es, dass das Avocadoöl Wirkstoffe einer Emulsion oder einer Ölmischung bis in die Haut begleiten kann. So wird die Wirksamkeit und Effizienz des Kosmetikproduktes auf natürliche Weise verbessert. Auf Grund des  Emulgiervermögens wird dieser Effekt verbessert, da die Benetzung der Haut mit der Emulsion und damit die Versorgung optimiert wird. Ganz klar, dass der eigentliche Wirkstoff von diesem „Gleitschienen-Effekt“ begeistert ist und sich sehr gern an das Pflanzenöl hängen möchte. Ein bisschen Gesellschaft kann ja nie schaden…

Vorsicht, Nebenwirkungen!

Nebenwirkungen brauchst Du bei der ordnungsgemäßen Anwendung von Kosmetikprodukten, die Avocadoöl enthalten, nicht befürchten. Was einige von Euch eventuell aber als störend empfinden können, ist der Geruch des Avocadoöls. Dieser ist nämlich sehr dominant. Denn wer dieses Fruchtfleischöl im wahrsten Sinne des Wortes nicht riechen kann, der sollte nach Alternativen suchen. Nach Alternativen, die ebenso viel Lecithin enthalten. Jedoch kann man sagen, dass jegliche Alternative eben nur eine solche bleibt und in keinem Fall das Avocadoöl ersetzen kann. Und das positive Einziehverhalten, welche Avocadoöl kennzeichnet, kann damit ja auch nicht erreicht werden.

Klartext: Sinnvoll oder nicht?

Avocadoöl ist eben ein wirklicher Allrounder und Menschen mit trockener und spröder Haut nur wärmstens zu empfehlen. Du kannst auch jederzeit deine eigene Avocadomaske machen. Einfach in den Supermarkt gehen und eine Avocado kaufen. Sollte diese noch nicht reif sein, dann musst Du sie noch ein bisschen in der Küche liegen lassen. Sobald du die Schale mit dem Daumen eindrücken kannst, weißt Du, dass das Fruchtfleisch reif ist und fertig zur Zubereitung der Haut- oder Haarmaske. Avocado halbieren, Fruchtfleisch auskratzen, mit einer Gabel zerdrücken und ab aufs Gesicht. Dort etwa 15 Minuten einwirken lassen und dann mit warmen Wasser abspülen. Möchtest Du Dir die Masse ins Haar schmieren, füge zwei Esslöffel Sonnenblumenöl und etwas Zitronensaft zur Avocadomasse. Alles gut verrühren und gut in Haar und Kopfhaut einmassieren. Nach 15 Minuten Einwirkzeit die Naturkur einfach ausspülen, fertig. Es sei Dir also nur zu Avocadoprodukten oder zum Avocadokauf geraten – also mach was draus! Am besten nicht nur Guacamole…

 

Quellenverzeichnis:

Ammon ,Hermann (Hrsg.), Curt Hunnius: Pharmazeutisches Wörterbuch. 9. Auflage. de Gruyter Verlag, Berlin, 2004, S. 1146

Bräutigam, Brigitte: Lexikon der kosmetischen Rohstoffe. Books on Demand GmbH, Norderstedt, 2012, S.31

Käser, Heike: Naturkosmetische Rohstoffe. Freya Verlag, Zürich, 2011, S. 40 ff