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Knutschfleck – Erste Hilfemaßnahmen gegen die bunten Farbkleckse

22. März 2012

Kristina Koniker

Pharmazeutin

Pharmazeutin? Ja, aber mit dem Blick für's Wesentliche und ohne großes kosmetisches Fachgesimpel. Sie behält den Überblick auf Kosmetik.org!


„Oh nein, in 3 Tagen habe ich ein Vorstellungsgespräch und auf meinem Hals ragt ein riesengroßer Knutschfleck! Was kann ich tun? Helft mir!“

Jeder von uns, der sich schon einmal richtig leidenschaftlich mit jemandem geküsst hat, kennt das Problem nur zu gut: Zärtliche Streicheleinheiten werden gefolgt von leidenschaftlichen Küssen und auf einmal dann DAS. Wir verspüren noch einen kurzen, stechenden Schmerz und schon ziert ein großer, meist lilafarbener Knutschfleck den eigenen Hals. Galt er sonst noch als Trophäe, ist er gerade dann, wenn wichtige Termine in der Familie, in der Schule oder im Berufsleben anstehen, mehr als unerwünscht – Doch keine Panik! Wir haben für Dich ein SOS-Hilfemaßnahmen-Paket zusammengestellt, was Dir dabei hilft, den unschönen Liebesbeweis im Handumdrehen zu retuschieren.

Doch wie entstehen Knutschflecken überhaupt? 

Knutschflecken sind wie Blutergüsse („Hämatome“), demnach also nichts Anderes, als ein Veilchen oder eine Beule, die entstehen, nachdem man sich gestoßen hat. Saugt der Geliebte oder Freund die Haut mit dem Mund an, entsteht ein starker Druck unter der Hautschicht. Die Folge: Kleine rote Blutkörperchen werden aus den Blutgefäßen gesogen und an Deiner Hautoberfläche in Form eines zunächst roten Flecks sichtbar. Ist der Partner dann noch besonders stürmisch und „saugstark“, können sogar Blutäderchen durch den Unterdruck platzen und Blut ins umliegende Hautgewebe fließen. Der Fleck wird umso intensiver und größer. Gerinnt anschließend das Blut, um die Gefäße zu schützen und die Blutung zu stoppen, ist das Resultat der berühmte lilafarbene Knutschfleck. Manchmal auch ein kleines Kunstwerk.

Es wird immer bunter

Genauso wie ein blauer Fleck, braucht der Knutschfleck je nach Größe und Intensität des Saugens ein paar Tage oder gar Wochen bis er wieder verschwunden ist. Verantwortlich dafür sind unsere körpereigenen Enzyme, die den natürlichen roten Blutfarbstoff in Abbauprodukte spaltet, die nach und nach von Deinem Körper abtransportiert werden. Während der Körper versucht, das geronnene Blut wieder loszuwerden, ändert der Knutschfleck in seinem Heilungsprozess seine Farbe. Ein Farbspiel von blau-lila, über grün und gelb – bis er letztendlich gar nicht mehr zu sehen ist. 

Schillernder Farbwechsel als Zeichen der Hautregeneration

Man stelle sich nun unseren Bluterguss, der aus dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin besteht, wie einen Zug mit drei Wagons vor, die nacheinander abgestoßen werden:

  • Zunächst wird der erste Wagon, der mit Sauerstoff gefüllt ist, vom Blutfarbstoff losgeeist. Denn die erste Reaktion des Körpers ist es, den Sauerstoff vom roten Blutfarbstoff Hämoglobin bei der Blutgerinnung abzuspalten, um die Blutung zu stoppen. Dadurch kommt es zu der blau-lilafarbenen Verfärbung, einem blauem Fleck.
  • Werden nun weiter die Blutrückstände im Körper abgespalten, wird das Abbauprodukt Biliverdin freigesetzt, was im zweiten Wagon des Zuges sitzt. Es ist zuständig für die grüne Verfärbung des Knutschflecks.
  • Ist auch dieser mit Biliverdin gefüllter Wagon nicht mehr Teil des Hämatoms, wird anschließend das letzte Abbauprodukt freigesetzt, das im dritten und letzten Wagon auf seinen Abtransport wartet. Dann wechselt nämlich der Fleck vom farbenfrohen Grün ins leuchtende Gelb, dem sogenannten Bilirubin.

Sind alle Abbauprodukte von dem Bluterguss und damit Zugwagons aus dem Körper verbannt worden, ist auch der Knutschfleck nicht mehr zu sehen und nur noch der vordere Zugteil, unsere makellose Haut übrig.

Fazit der Redaktion

Wie man aus diesem bis zu zwei Wochen andauerndem Heilungsprozess erkennen kann, gibt es keine Möglichkeit, den Knutschfleck in kurzer Zeit wieder natürlich loszuwerden.

Aber moment mal! Es gibt da eine Ausnahme: Die Heparin-Salbe

Bis auf eine Ausnahme: Eine heparinhaltige Salbe aus der Apotheke kann zwar den Knutschfleck auch nicht binnen von Sekunden verschwinden lassen, doch sie unterstützt die Auflösung des geronnenen Blutes und kann so den Heilungsprozess Deiner Haut sogar verdoppeln. Die Salbe liegt preislich zwischen ca. 2 und 9 Euro. Du kannst sie in allen Apotheken erhalten, wie z.B. von der Marke „Ratiopharm“.

Weitere SOS-Hilfemaßnahmen:

Neben der Heparin-Salbe gibt es dennoch weitere (Zauber-)Tricks und Notlösungen, den Knutschfleck zumindest zu mildern oder zu retuschieren:

  1. Unbedingt kühlen!
    Je schneller man die betroffene Stelle nach dem Knutsch-Attentat kühlt, desto weniger Blut kann sich unter der Haut verteilen. Die Blutgefäße ziehen sich dann wieder zusammen und umso kleiner und weniger farbintensiv wird der Knutschfleck letztendlich!
  2. Camouflage
    Als zweiten Trick haben wir einen Geheimtipp der Stars für Euch: Camouflage ist ein beliebtes Make-Up-Produkt, das einen stark deckenden Charakter hat. Es ist eine Abdeckcreme auf einer Wachs-Öl-Basis und wird häufig von den Celebrities verwendet, um Narben oder gar ganze Tattoos zu retuschieren. Wichtig ist hierbei nur, dass man einen Farbton wählt, der genau zu der eigenen Hautfarbe passt, um das Ergebnis so natürlich wie möglich aussehen zu lassen. Denn wer will schon anstatt eines lilafarbenen Flecks, dann einen zu braunen Fleck am Hals haben? Sehr empfehlenswert ist die Camouflage-Creme der Marke Artdeco, die mithilfe eines Fixierpuders sogar wasserfest gemacht werden kann. Eine tadellose Haut einfach und natürlich nachgeschminkt! Erhältlich sind Camouflage-Produkte in Fach-Parfümerien und Apotheken, ab einem Preis von ca. 2€.
  3. Halstuch oder Rollkragen-Pullover
    Eine ziemlich simple, aber dennoch effektive Methode ist es, zur kälteren Jahreszeiten einen Rollkragenpullover oder an wärmeren Tagen ein schickes Halstuch zu tragen. Gerade bei einem Vorstellungsgespräch kann dieses Accessoire sogar Dein Outfit aufwerten und sehr edel wirken.

 

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