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Der Mascara - Endlos lange Wimpern für einen zauberhaften Augenaufschlag

17. April 2012

Franziska Alscher

Pharmazeutin

Franziska ist unser pharmazeutischer Allrounder mit dem Auge für's Detail. Kein Thema bleibt ungeklärt!


„Liebes Kosmetik.org Team, ich habe mir erst kürzlich einen neuen Mascara gekauft. Dieser soll anders als herkömmliche Wimperntuschen die Wimpern nicht anmalen, sondern sie mit der Farbe einhüllen. Außerdem beobachte ich beim Abschminken, dass der Mascara weder verschmiert wird, noch fällt er in kleinen Brocken ab. Könnt ihr mir erklären, was bei diesem Mascara anders ist? Es scheint genial zu sein!“

Unter’s Auge genommen

Bereits als man noch in den Kinderschuhen steckte, konnte man neugierig beobachten, wie Mutti mit halbgeöffnetem Mund vor’m Spiegel stand und ganz konzentrierte Bewegungen ausübte. Kontinuierlich wurde weiter gemalt, jedoch war eine großartige Veränderung – durch Kinderaugen betrachtet – nicht erkennbar. Doch mit den Jahren ändert sich nicht nur die Sicht auf die Dinge. Auch man selbst wächst heran, wird erwachsen und ehe man sich versieht steht man gemeinsam mit Mutti vor dem Spiegel und beginnt zu tuschen. Jeden Morgen auf’s Neue…

Künstliche Wimpernverlängerung

Was haben ein Mascara, eine Wimperntusche und eine Wimpernspirale gemeinsam? Alle drei Begriffe können Synonyme sein, also völlig gleichwertig benutzt werden. Hinter den aufgeführten kosmetischen Bezeichnungen steht nur eine Message: Verführerischer Augenaufschlag erwünscht! Und diesen wollen wir – wenn möglich – perfektionieren, um einen optimalen Effekt beim anderen Geschlecht zu erzielen. Es wird also getuscht was das Zeug hält, um unsere Wimpern optisch zu verlängern, zu verdichten und sie intensiver wirken zu lassen. Na wenn das keine Auswirkungen hat…

Schwung, Volumen, Definition

Doch was brauchen unsere Wimpern, erneuern sie sich doch alle 100 bis 150 Tage? Vielleicht wirst Du denken: Die paar Wimpern! Recht hast Du, denn gerade am oberen Augenlid tragen wir mit etwa 200 Wimpern doppelt so viele wie am unteren Lidrand. Und diese – insgesamt betrachtet – 300 kleinen, feinen Härchen brauchen so viel Aufmerksamkeit? Natürlich, denn ganz ehrlich: Welche Frau träumt nicht von einem akzentuierten, umwerfenden Augenaufschlag, der die Männerwelt den Atem anhalten lässt? Und genau an dieser Stelle muss Mutter Natur ein bisschen unter die Arme gegriffen werden, sind unsere Wimpern mit etwa 10 mm Länge doch eher kurz geraten. Und farblich kraftvoll sehen ungeschminkt ebenfalls die wenigsten Wimpern aus. Daher lauten die Anforderungen an einen Mascara, dem flüssigen Glück, das wir jeden Tag von neuem ganz selbstverständlich auf die Wimpern auftragen: Ein bisschen mehr Schwung, gepaart mit einer Extraportion Volumen und einer Prise Definition, bitte! Denn auf Fliegenbeinchen, die durch zusammenkleben von Wimpern nach mehrmaligem Auftragen von Wimperntusche entstehen, hat ja wirklich niemand Lust, oder?!

Das Geheimrezept

Der erwünschte, umwerfende Effekt ergibt sich hauptsächlich durch die Tönung der Wimpernenden. Im Gegensatz zum Wimpernansatz, der direkt am Lid entspringt, sind die Enden dünner und heller. Durch diesen Unterschied in den Farbnuancen eines Lides wirken die Wimpern optisch noch kürzer als sie sowieso schon sind. Da werden aus den 10 mm Wimpernlänge im ungetuschten Zustand gerade mickrige 6 mm. Und wer kann damit schon leben? Also wird getuscht wie ein Weltmeister, denn durch die dunkle Tönung der Wimperntusche (meist entscheidet man sich ja doch für „black“) treten die Enden deutlich hervor. Die Wimper wirkt durch die einheitliche Farbgebung nun deutlich länger. Und durch das Auftragen von „Farbschichten“ nehmen alle 300 Wimpern an Volumen zu und erscheinen dadurch dicker und kräftiger.

Und wie funktioniert das Auftragen einer „Farbhülle“?

Vor etwa 100 Jahren, als der erste Mascara erfunden wurde, benutzte man mit Kohlenstaub gefärbte Vaseline, um die Wimpern zu schwärzen. Doch auch hiervor machte die Innovation nicht Halt und so entwickelte sich über Wimperncreme und Mascara in Blockform schlussendlich unsere heutige Wimpernspirale. Mit einem kleinen Bürstchen wird vorsichtig die Mischung aus Wasser, Wachs, Glycerol und natürlich dem Farbstoff aufgetragen. Doch wie hält der Mascara an unseren Wimpern? Adhäsive Kräfte, also Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Stoffen, hier Wimperntusche und Wimper, ermöglichen einen nahezu perfekten Halt. Die Wimperntusche ist also überhaupt nicht abgeneigt, an den Wimpern zu haften und sucht förmlich deren Nähe. Außerdem werden die einzelnen Bestandteile der Tusche durch kohäsive Kräfte zusammen gehalten. Diese sind durch Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Bestandteilen der Wimperntusche gekennzeichnet. Damit wird es uns ermöglicht, dass wir die Wimperntusche in Form einer einheitlichen Schicht auftragen können!

Normale Mascara haben geringere kohäsive Kräfte, dahingegen jedoch relativ hohe adhäsive Kräfte. Das heisst also, dass beim Entfernen vom Mascara am Abend kleine Stückchen abbröckeln, da die Kräfte zwischen den einzelnen Komponenten geringer sind als die Haftwirkung zu den Wimpern. Dies ist jedoch bei Wimpernspiralen, die Polymere enthalten, anders!

Poly…, Poly… waaas?

Polymere sind lange Moleküle, die aus ein und denselben Einheiten aufgebaut sind. Das musst Du Dir  in etwa so vorstellen: Je mehr Perlen Du auf eine Kette auffädelst, umso länger wird die Kette. Ähnliches Prinzip steckt hinter diesen Polymeren. Je mehr einzelne Molekülbausteine, so genannte Monomere, Du miteinander verknüpfst, umso länger wird das Molekül und es entstehen Polymere. Je länger natürlich das Polymer, umso schwerer ist es auch. Außerdem können Polymere aus verschiedenen Bausteinen bestehen und verschieden lang sein. Daraus lassen sich dann andere chemische und physikalische Eigenschaften ableiten. Polymere kommen nämlich nicht nur in Wimperntuschen zum Einsatz, sondern auch in Haarsprays. Die eingesetzten Polymere, hier vor allem Polyacrylate, sind durch hohe kohäsive Kräfte gekennzeichnet. Dadurch, dass die einzelnen Bestandteile der Tusche also stärker mit sich selbst wechselwirken, können sie sich wie eine Röhre um jede einzelne Wimper legen. Einzelne Härchen werden getrennt, die Anzahl der Wimpern wirkt größer und das Volumen nimmt optisch zu. Und das ist ja genau der Effekt, den wir allmorgendlich erreichen wollen!

Fazit der Redaktion

Wer auf Naturkosmetik schwört, ist bei Wimpernspiralen, die Polymere enthalten, leider falsch beraten. Denn Polymere sind, wie oben beschrieben, chemische Bestandteile des Mascaras. Und genau diese wollen Naturkosmetikliebhaber ja gerade eben nicht in ihren Kosmetikprodukten. Allen anderen Mascara – Userinen sei gesagt: Es gibt unter den über 300 verschiedenen Wimperntuschen nur noch wenige, die frei von Polymeren sind. Denn was war doch gleich ein wichtiges Hauptaugenmerk? Definierte und volle Wimpern. Und genau diese Wirkung ist vor allem den Polymeren geschuldet. Fazit: Polymere olé, Fliegenbeinchen adé!


 

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