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Nahrungsergänzung für kräftige Fingernägel: Macht es Sinn?

19. Juni 2012

Nicole Schmidt

Produktexpertin

Nicole macht aus harten Fakten mit ihrem journalistischen Feingefühl Texte für Jedermann. Die perfekte Unterstützung für'sTeam!Google Profil

Brüchige Fingernägel


„Ich habe sehr brüchige Fingernägel. Stimmt es, dass ich mit Nahrungsergänzungsmittel dieses Problem loswerden, und endlich lange und kräftige Nägel bekommen kann?

Mit Zink und Co. gegen brüchige Nägel?

Gesunde und kräftige Fingernägel gelten, genau wie schöne und glänzende Haare, als ein Schönheitsideal. Nicht umsonst boomen Nagelsalons auf der ganzen Welt. Warum ist das so? Ganz einfach: sie sind ein Indikator für Gesundheit, und Gesundheit wirkt aus evolutionsbiologischer Sicht immer attraktiv auf den Menschen.

Im Umkehrschluss deuten spröde, dünne und brüchige Fingernägel häufig auf ein körperliches Problem bzw. auf einen Mangel hin. Und da hast Du recht! Genau an dieser Stelle setzen Hersteller von Nahrungsergänzungsmittel an, und versuchen ihre Produkte zu verkaufen. Das kann unter Umständen sogar funktionieren. Das Problem bei der Sache ist jedoch, dass man nur mutmaßen kann, welches Vitamin, welches Mineral oder welches Spurenelement fehlt.

Folgende Nährstoffe spielen eine wichtige Rolle:

Fingernägel bestehen aus einzelnen Schichten aus Keratin und Schwefel, die durch Biotin zusammengehalten werden. Außerdem spielen auch Eisen, Zink, Silizium und Vitamin C eine wichtige Rolle beim Wachstum eines kräftigen und gesunden Nagels.

Nun macht es aber nur wenig Sinn, all diese Nährstoffe zu supplementieren. Im besten Fall bleiben sie wirkungslos, da sie schon in ausreichender Menge über die Nahrung aufgenommen wurden, im schlimmsten Fall sind sie sogar gefährlich. Forscher warnen in jüngster Zeit immer wieder vor dem allzu sorglosen Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln. So wirkt Vitamin E ab einer bestimmten Menge zum Beispiel kontraproduktiv, und kann die Knochenmasse um bis zu 20% schwinden lassen, während andere Ergänzungsmittel bei Überdosierung zu Kopfschmerzen, Schwindel oder Verdauungsproblemen führen können.

Wir empfehlen daher zwei Vorgehensweisen:

Zum Arzt gehen

Lass ein Blutbild bei deinem Hausarzt machen, und lass Dich beraten, welche Ursachen Deine Nagelprobleme haben könnten. Hast Du vielleicht einen Eisenmangel? Besteht eine Schilddrüsenüberfunktion? Oder kann der Arzt eindeutig nachweisen, dass Du nicht genügend Zink aufnimmst? Je nach Diagnose kann man dann, ärztlich begleitet, einen ganz bestimmten Nährstoff supplementieren, der dann ganz gezielt wirken kann.

Gesunde Ernährung

Scheust Du den Weg zum Arzt, dann gibt es natürlich auch noch einen einfacheren Weg: Die gesunde Ernährung.
Man darf niemals vergessen, dass künstlich hergestellte oder extrahierte Vitamine und Mineralien eventuell nicht immer genauso wirken, wie die Nährstoffe, die sich neben Ballaststoffen, Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten in vollwertigen Lebensmitteln befinden! Schon allein, weil die Nährstoffe in natürlichen Nahrungsmitteln in optimaler Zusammensetzung vorhanden sind, sodass eine hohe Bioverfügbarkeit gegeben ist. Um Eisen optimal aufzunehmen, sollte man es beispielsweise mit Vitamin C kombinieren. Wie praktisch, dass Himbeeren beides in hohen Mengen enthalten, oder? Ähnlich sieht es auch bei anderen Lebensmitteln aus. Sie enthalten fast alles, was wir brauchen, und zwar in der Form, in der wir es am besten verwerten können. Diese Wirksamkeit kann man mit einer Vitaminkapsel niemals zu 100 Prozent kopieren.

Was steckt in welchen Lebensmitteln?

Ausreichend Eisen kann man, neben Himbeeren, auch ganz einfach durch grünes Blattgemüse oder rotes Fleisch aufnehmen, Vitamin C steckt in fast allen Obst- und Gemüsesorten, Haferflocken sind reich an Silizium, schwefelhaltige Verbindungen findet man zum Beispiel in Brokkoli, Zink steckt in Eiern, Nüssen oder Meeresfrüchten, und seinen Biotinbedarf kann man mit Sojaprodukten, Reis oder Champignons abdecken.

Wichtig ist ein ausgewogener Speiseplan mit viel Obst und viel Gemüse. Fast Food sollte nach Möglichkeit gemieden werden, und man sollte immer ausreichend essen, und am besten mit frischen Zutaten kochen. Wer zusätzlich noch für viel Abwechslung sorgt, der kann kaum etwas falsch machen.

Andere Ursachen

Aber nicht in jedem Fall ist ein Nährstoffmangel Schuld an brüchigen Nägeln. Auch Stress, bestimmte Reinigungsmittel, Chlor in Schwimmhallen, Nagellackentferner, künstliche Nägel, Pilzinfektionen und starke Beanspruchung der Hände können sich im Aussehen Deiner Fingernägel abzeichnen. Hier sollte jeder selbst hinterfragen, was auf ihn zutrifft, und gegebenenfalls einen Hautarzt aufsuchen, oder auch etwas am Lebensstil ändern.

Fazit der Redaktion

Während die eine Person Zinktabletten als Wundermittel in den Himmel lobt, schwört die nächste auf Bierhefe. Und bei Person Nummer drei führt nichts von beidem zum gewünschten Ziel. Logisch, denn brüchige Fingernägel haben zu viele unterschiedliche Ursachen, als dass man ihnen in jedem Fall mit einem einzigen Nahrungsergänzungsmittel zu Leibe rücken könnte.

Viel lässt sich schon erreichen, wenn man seine Nägel vor äußeren Faktoren schützt, und auf eine bunte, gesunde und vielfältige Ernährung achtet. Zusätzlich kann man einen Arzt aufsuchen, um herauszufinden, ob tatsächlich ein Nährstoffmangel vorliegt. Erst dann macht es Sinn, sich ergänzende Präparate, etwa MSM (Schwefel), Siliziumgel oder Eisentabletten zu kaufen.
Allgemein lässt sich jedoch sagen: Eine Orange sollte immer den Vorzug vor einer Vitamin C-Brausetablette bekommen.


 

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