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Verpfuschte Schönheits-OP, was jetzt?

3. Februar 2014

Sabine Genau

Kosmetikerin

Ihr habt Fragen rund um die Kosmetik? Dann fragt Sabine um Rat! In null Komma nichts liefert sie Euch die Antwort ohne großes Fachchinesisch. Man soll es ja schließlich verstehen und nicht möglichst hochgestochen klingen!Google Profil

Pfusch während einer OP


Hallo, ich hätte da mal ne Frage. Ich möchte mich demnächst der Schönheit wegen operieren lassen. Jetzt habe ich ein bisschen Angst, denn man hört da ja so viel. Ich glaube, ich habe mir einen verlässlichen Schönheitschirurgen ausgesucht und es wird bestimmt nichts passieren. Trotzdem wüsste ich gerne mal von Euch, was man eigentlich tun kann, wenn doch etwas schief geht. Auch der beste Arzt macht ja schließlich mal einen Fehler. Und was dann?

Wenn man sich für einen operativen Eingriff der Schönheit wegen entscheidet, sich also operieren lässt, obwohl man vollkommen gesund ist, sollte man schon gut nachdenken. Denn Du hast natürlich Recht, passieren kann immer etwas. Gut, wenn man dann informiert ist, was man tun kann.

Was kann denn eigentlich Schlimmes passieren?

Wenn in den Medien über negative Folgen von Schönheitsoperationen berichtet wird, sind es meist Pfuscher gewesen, die das vorgestellte Opfer entstellt haben. Das sind natürlich Extremfälle, die man durch eine sorgsame Auswahl des eigenen Arztes verhindern kann. Aber, wie Du selbst richtig sagst, jeder noch so versierte Chirurg kann mal einen Fehler machen. Selbst wenn das nicht der Fall ist, gibt es mitunter Komplikationen. Manche Frauen vertragen die Implantate nicht, andere bekommen eine Entzündung, wieder andere haben Probleme mit der Narkose. Jede Operation birgt solche Risiken. Wenn die OP aus gesundheitlichen Gründen notwendig ist, geht man diese Risiken natürlich ein, aber bei einer Schönheitsoperation sollte man schon genau abwägen. Denn jede OP kann theoretisch auch mit dem Tod des Patienten enden. Auch wenn das nur ganz ganz selten vorkommt, solltest Du Dir darüber bewusst sein.

An wen kann man sich im Ernstfall wenden?

Wenn bei einer Schönheitsoperation etwas schief gegangen ist, sollte man sich zuerst an den behandelnden Chirurgen wenden. Verständlicherweise ist das Vertrauen zu diesem Arzt aber oft empfindlich gestört. Kontaktieren sollte man ihn dennoch, um ihn wenigstens in Kenntnis zu setzen. Wenn man ihn nicht mehr persönlich aufsuchen will, wendet man sich an einen kompetenten Kollegen. Der stellt fest, welche Folgen entstanden sind. Das ist sehr wichtig für eventuelle Nachbehandlungen und Schadenersatzansprüche.

Der zweite Weg nach einer verpfuschten Schönheits-OP sollte zum Rechtsanwalt führen. Aber nicht einfach zu irgendeinem, der um die Ecke wohnt, hier muss schon ein Spezialist ran. Denn das Medizinrecht und die Ärztehaftung sind knifflige Sachgebiete, deshalb sollte man in so einem Fall einen Anwalt aufsuchen, der sich auf diese Sparte des Rechts spezialisiert hat. Denn für eventuelle Nachbehandlungen oder Korrekturen fallen natürlich neue Kosten an. Das Schmerzensgeld, welches Dein Anwalt für Dich erstreiten soll, brauchst Du also ganz dringend für den nächsten Chirurgen, der Deine Schönheit wieder herstellen soll. Beziehungsweise hoffen wir selbstverständlich für Dich, dass Du es nicht brauchen wirst. Je nach Ausmaß der negativen Folgeerscheinungen ist es auch ratsam, einen Psychologen aufzusuchen. Denn so eine verpfuschte Operation kann ganz schön belastend sein. Da kann ein wenig Hilfe  und seelischer Beistand Not tun.

Vorher: Aufklärung ernst nehmen

Wie vor jedem anderen medizinischen Eingriff auch, wirst Du vor Deiner Schönheitsoperation eingehend über die Risiken aufgeklärt. Das ist von Gesetzes wegen vorgeschrieben. Wir raten Dir, genau hinzuhören, damit Du die Gefahren kennst. Dann kannst Du Dir ganz genau überlegen, ob der geplante Eingriff das Risiko Wert ist. Frag lieber einmal zu viel nach als einmal zu wenig, auch wenn es nicht gerade angenehm ist, sich mit solchen Dingen auseinander zu setzen. In diesem Fall solltest Du es besser tun, um Dich vor bösen Überraschungen zu bewahren.

Das Beste: Pfusch möglichst vermeiden

Natürlich lassen sich Komplikationen bei einer Operation nicht immer vermeiden. Aber Du kannst selbst einiges dafür tun, dass es erst gar  nicht so weit kommt. Vor allen Dingen solltest Du Dich genauestens über den geplanten Eingriff und die damit verbundenen Risiken informieren. Sprich doch am besten mit anderen Frauen, die eine solche OP bereits hinter sich gebracht haben. Auch bei der Arztwahl solltest Du äußerst sorgsam vorgehen. Offenbar hast Du Dich ja schon für einen bestimmten Operateur entschieden. Trotzdem kannst Du Dich natürlich weiter informieren, beispielsweise übers Internet. Dort gibt es viele Foren, in denen Frauen ihre Erfahrungen austauschen. Noch besser wäre es, wenn Du mit einer früheren Patientin Deines eigenen Arztes über ihre Erfahrungen sprechen könntest. Wenn man bereit ist, Dir einen solchen Kontakt zu vermitteln, ist das schon mal ein gutes Zeichen.

Fazit der Redaktion

Sich operieren zu lassen ohne krank zu sein, sollte immer eine fundierte Entscheidung sein. Natürlich ist das Risiko heutzutage gering geworden, ganz ohne Gefahren ist aber kein medizinischer Eingriff. Du solltest also sorgfältig abwägen, ob Deine Schönheit Dir das Risiko Wert ist. Wenn Du Deine Entscheidung aber mit der nötigen Akribie getroffen hast, solltest Du Dich nicht weiter mit negativen Dingen beschäftigen, sondern Dich auf Deine neu gewonnene Schönheit freuen. Denn ein mit Ernsthaftigkeit vorgenommener Entscheidungsprozess verleiht Dir ja auch die nötige Sicherheit, das Richtige zu tun. Und schließlich tust Du etwas, das wahrscheinlich tausende anderer Frauen jedes Jahr tun. Es handelt sich also um Risiken, derer man sich zwar bewusst sein sollte, die aber nicht immer ein Ausschlusskriterium darstellen müssen.


 

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