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Kosmetische Chirurgie: Intimbereich

11. Juli 2013

Sabine Genau

Kosmetikerin

Ihr habt Fragen rund um die Kosmetik? Dann fragt Sabine um Rat! In null Komma nichts liefert sie Euch die Antwort ohne großes Fachchinesisch. Man soll es ja schließlich verstehen und nicht möglichst hochgestochen klingen!Google Profil

Kosmetische Chirurgie im Intimbereich


Also meine Frage bezieht sich auf einen ziemlich delikaten Bereich. Eine Freundin von mir war eigentlich immer ganz zufrieden mit sich und ihrem Körper. Das kann sie auch sein, denn sie hat eine richtige Model-Figur, beneidenswert. Seit einiger Zeit hat sie nun angefangen, sich unten rum zu rasieren, also die Schamhaare. Wir sprechen viel über Schönheitsthemen, deshalb hat sie mir wohl überhaupt davon erzählt. Sie hatte schon oft gute Tipps für mich, aber das wollte ich nicht mitmachen. Jetzt will sie noch weiter gehen. Seit sie sich nämlich regelmäßig die Schamhaare rasiert, hat sie da unten eine Problemzone ausgemacht. Sie findet, dass sie zu große Schamlippen hat und das angeblich nicht schön aussieht. Und die will sie sich nun tatsächlich verkleinern lassen. Vermutlich hat ihr aktueller Lover den Anstoß dazu gegeben. Ich halte das für total verrückt und will sie unbedingt davon abbringen. Könnte ihr mir da mit Argumenten helfen?

Dein Problem ist nur allzu verständlich. Denn so eine kosmetische Operation im Intimbereich birgt viele Risiken. Trotzdem lassen sich immer mehr Menschen darauf ein, nicht nur Frauen. Dieser Trend wird von vielen Ärzten genauso sorgenvoll beobachtet, wie Du die Entwicklung Deiner Freundin begleitest. Es gibt zwar durchaus medizinische Indikationen für die Verkleinerung der Schamlippen, in diesem Fall ist das aber mit Sicherheit vollkommen unnötig.

Trend Intimrasur

Der Schönheitswahn der heutigen Zeit dehnt sich zusehends auch auf den Intimbereich aus. Immer mehr Männer und Frauen rasieren sich regelmäßig die Schamhaare. Dabei wird zumeist nur der vermeintlich ästhetische Aspekt berücksichtigt. Dass eine Intimrasur auch gefährliche Nebenwirkungen haben kann, wird oft gedankenlos außer Acht gelassen. Die Haut im Intimbereich ist besonders empfindlich, durch die regelmäßige Prozedur kann es zu Reizungen, Pickeln und Pusteln kommen. Das kann sich ganz leicht mal zu ernsten Infektionen ausweiten, die behandlungsbedürftig sind. Denn aus einem kleinen Pickelchen kann ein Furunkel oder ein Abszess werden. Und schon ein eingewachsenes Haar kann unschöne Folgeerscheinungen wie eine Wundrose oder schlimmstenfalls eine Blutvergiftung hervorrufen. Ob sich diese Risiken wirklich lohnen, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

Obwohl für die Intimrasur verschiedene Methoden zur Verfügung stehen, lässt sich das Infektionsrisiko leider nur schwer eindämmen. Jedes Verfahren birgt Risiken. Wer selbst Hand anlegt, kann sich an der unzugänglichen Körperregion nur allzu leicht Verletzungen beibringen. Beim Waxing ist es schon zu schweren Entzündungen gekommen, wenn nicht hundertprozentig hygienisch gearbeitet wurde. Das merkt der Betroffene aber leider erst, wenn es schon zu spät ist. Auch die Blitzlampe mit dem Kürzel IPL ist keineswegs eine sichere Methode der Intimrasur. Sie kann zu schmerzhaften Verbrennungen führen. Aber auch wenn alles glatt geht, bleibt die regelmäßige Intimrasur oft nicht ohne Folgen. Die Ansprüche an die perfekte Schönheit im Intimbereich steigen und lassen mitunter Wünsche nach chirurgischen Korrekturen aufkommen.

Der perfekte Körper

Wer sich einen perfekten Körper wünscht, macht auch vor dem Intimbereich nicht halt. Der Trend zur Operation an dieser Stelle breitet sich zusehends aus. Als Beweis dafür steht die Tatsache, dass in Deutschland kürzlich eine Gesellschaft für ästhetische und rekonstruktive Intimchirurgie, die Gaerid, gegründet wurde. Der rekonstruktive Teil der Geschichte ist dabei ja durchaus nachvollziehbar. Manche Frauen haben beispielsweise so große Schamlippen, dass diese schon beim Tragen enger Jeans oder beim Fahrradfahren scheuern. Für diese Betroffenen ist die Intimchirurgie wahrscheinlich ein wahrer Segen. Vermehrt melden sich aber auch Frauen zur Operation an, die rein ästhetische Beweggründe haben. Wenn beispielsweise die Scheide nach mehreren Geburten nicht mehr straff genug erscheint, soll dieser Schönheitsfehler mit dem Skalpell korrigiert werden.

Der finanzielle Aspekt

Natürlich sind Schönheitsoperationen generell kostspielig und werden von keiner Krankenkasse bezahlt. Die Tatsache, dass verschönerungswillige Patienten bereit sind, einen Batzen Geld auf den OP-Tisch zu legen, lockt viele Ärzte in den schönheitschirurgischen Bereich, die eigentlich gar keine Qualifikation dafür besitzen. Denn der Schönheitschirurg ist kein geschützter Beruf, jeder Arzt kann im Prinzip die ästhetischen Operationen durchführen. Wer seinen Körper unbedingt chirurgisch optimieren lassen will, muss also auf der Hut sein. Nur Ärzte, welche die Bezeichnung „Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie“ führen, haben auch wirklich eine spezifische Ausbildung durchlaufen.

Viele andere haben sich in Wochenend-Seminaren dafür qualifiziert. Komplikationen bei kosmetischen Operationen im Intimbereich sind daher keine Seltenheit. Infektionen, Narben, Verwachsungen oder Empfindungsstörungen gehören zu den häufigsten Folgen verpfuschter Eingriffe. Solange die ästhetische Chirurgie ein lukratives medizinisches Geschäft ist, wird sich das wohl kaum in absehbarer Zeit ändern.

Fazit der Redaktion

Du hast ganz Recht damit, dass Du Deine Freundin von dieser Operation abbringen möchtest. Hoffentlich können Dir unsere Informationen dabei helfen. Denn die Risiken stehen in überhaupt keinem vernünftigen Verhältnis zum vermeintlichen ästhetischen Nutzen. Schönheit ist ja ohnehin immer Geschmackssache. Ihr aktueller Lover, wie Du ihn nennst, hat wahrscheinlich ein anderes Verständnis von einem ansehnlichen Intimbereich als der nächste Mann, der vielleicht sogar die ganz große Liebe ist – wer weiß das schon. Und was macht Deine Freundin dann, wenn der ihre Schamlippen vielleicht zu klein findet?


 

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