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Faltenunterspritzung - Das Wundermittel gegen Falten?

20. März 2012

Clara Lange

Kosmetikerin

Clara ist unser kosmetisches Multitalent. Sie beleuchtet die Themen nicht nur aus der wissenschaftlichen Sicht, sondern bleibt mit einer Prise Witz auf dem kosmetischen BodenGoogle Profil


Botox? Faltenunterspritzung? Wo ist denn da bitte der Unterschied? Spritzt man nicht beides unter die Haut?“

Falten und das Altern – das ewige Leid. Solange wir jung sind denken wir nicht über unser Altern nach. Wenn dann aber die ersten Falten rund um den Mund oder die Augen auftreten, wächst in uns plötzlich eine große Panik. Bei dieser Panik geht es schon lange nicht mehr um die kleinen Mimikfältchen, die im Grunde einen Menschen erst sympathisch machen, sondern um die Angst die gesellschaftliche Teilhabe und Emanzipation zu verlieren. Wer jung und schön ist, kann sich in dieser Gesellschaft gut durchsetzen, seine Träume und Wünsche verwirklichen und ist in der Regel erfolgreich und glücklich. So besagt es die allgemeine Wahrnehmung. Mit jeder Falte wächst aber die Angst diese Privilegien zu verlieren. Medien vermitteln uns ein krankes und überzeichnetes Bild des Alters. Junggebliebene 70jährige beim Yoga, bekannte Hollywoodstars, die allesamt inzwischen auch über 35 Jahre alt sind und Falten haben müssten. Moment! Falten haben müssten? Denn Falten haben sie nicht. Wir sehen aber nur den junggebliebenen Menschen und sind voller Neid.

Faltenunterspritzung – Das Wunder gegen Falten?!

Mit einer Faltenunterspritzung ist es möglich die nachlassende Haut wieder aufzufüllen. Man spritzt quasi so viel unter die Falte bis sie sich der Haut wieder angleicht. Je tiefer die Falte desto mehr muss gespritzt werden. Dadurch werden Falten ausgepolstert und der Teint wirkt wieder ebenmäßiger. Dieser Prozess wird mit einer schmalen Spritze vorgenommen und kann mitunter recht teuer sein. Hier variieren die Preise in Deutschland zwischen 100 und 1800 Euro. Die Techniken unterscheiden sich aber inzwischen durch die Verwendung unterschiedlicher Substanzen. Früher wurde häufig mit Botox gearbeitet. Heute gehen bei dem Wort „Botox“ schon die Alarmglocken bei einem Großteil der Bevölkerung an. Irgendwie bringt man Botox in Verbindung mit maskenhaften und starren Gesichtern, mit Gesichtslähmungen und verzogenen Gesichtszügen. Botox ist nämlich eigentlich ein Nervengift. Ärzte und Chirurgen beteuern zwar, dass es inzwischen absolut ungefährlich wäre das Nervengift zur Faltenunterspritzung zu nutzen, wenn man denn die richtige Dosierung einhält. Wenn, wenn, wenn… Lieber auf Nummer sicher gehen!

Was ist neu daran?

Heute wird zur Faltenunterspirtzung Eigenfett, Hyaluronsäure oder Polymilchsäure verwendet. Jede Substanz hat gewisse Vor-, aber auch Nachteile. Fachärzte raten daher inzwischen zur Eigenfettunterspritzung, die aber auch die teuerste der vier Varianten darstellt. Warum? Das eigene Fett kennt der Körper schließlich, also gibt es keinen Grund rumzumeckern und die Substanz abzustoßen. So vermeidet man viele Nebenwirkungen!

Alle Varianten haben aber gleich, dass sie keine Lösung für die Ewigkeit darstellen. Der sichtbare Erfolg schwindet, da die Substanzen abgebaut werden. Bei Botox in der Regel schon nach vier Monaten. Jetzt muss nachgespritzt werden. Wer sich ein Mal einer solchen Behandlung unterzieht, der wird es wieder und wieder tun. Ein lukratives Geschäft für die kosmetische Chirurgie, nicht wahr?

Eine lange Liste mit Risiken

Ärzte vertreten zwar die Meinung, dass eine Faltenunterspritzung nur ein sehr minimales Risiko mit sich bringt, aber Patienten und Medien berichten oft etwas anderes. Dennoch sind die Risiken nicht mit denen einer Operation vergleichbar, da bei einer Faltenunterspritzung ambulant gearbeitet wird.

Die häufigsten Nebenwirkungen der Unterspritzung sind blaue Flecken. An den Einstichstellen der Spritze können sich auffällige und schmerzhafte Hämatome bilden, die lange zum Abheilen brauchen. Desweiteren kann es bei falscher Injektionstechnik zu einer sogenannten Überkorrektur kommen. Die Falten werden zu stark gefüllt und bilden sichtbare Verdickungen im Gesichtsbereich. Außerdem besteht immer die Gefahr einer allergischen Reaktion auf die verwendete Substanz. Manche Menschen reagieren auf Botox, oder sogar auf Hyaluronsäure allergisch. Besonders bei der Behandlung mit Botox kann es zu vorübergehenden oder langjährigen Lähmungserscheinungen oder hängenden Augenlidern kommen. Wer sich von Patientenberichten und Risiken nicht abschrecken lässt, sollte sich im Vorfeld gut über den Anbieter, über die Methoden und über die Risiken informieren. Nach Möglichkeit sollten diverse Allergien abgeklärt werden. Die Kosten der Faltenunterspritzung werden übrigens mit gutem Grund nicht von der Krankenkasse getragen, denn es handelt sich um einen rein kosmetischen Eingriff.



 

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