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Brustvergrößerung mit Eigenfett - Risiko & Überraschung inklusive

23. März 2012

Clara Lange

Kosmetikerin

Clara ist unser kosmetisches Multitalent. Sie beleuchtet die Themen nicht nur aus der wissenschaftlichen Sicht, sondern bleibt mit einer Prise Witz auf dem kosmetischen BodenGoogle Profil


„Ich habe gehört, dass die Brustvergrößerung mit Eigenfett super viele Nebenwirkungen hat und man bloß die Finger davon lassen soll! Schade, dacht mit dieser Methode würde die Brust noch am natürlichsten aussehen…“

Super, große Brüste und kleiner Hintern

Ein Traum, oder? Da schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Man möchte einen großen Busen haben und ganz nebenbei wird einem das Fett an den Beinen oder Bauch abgesaugt. Klingt super, aber das wäre zu schön um wahr zu sein!

Seit den 70er Jahren wird die Brustvergrößerung mit Eigenfett durchgeführt. Das Verfahren ist inzwischen stark in Verruf geraten. Bei vielen Patientinnen traten damals viele unerwünschte Nebenwirkungen auf. Unter der zarten Brusthaut bildeten sich Knoten und Verwachsungen. Das führte dazu, dass in den 90er Jahren diese Methode überarbeitet und verbessert wurde. Heute operiert man anders. Zum Glück! Aber wie viel sicherer ist diese ach so neue Methode?

Was passiert im OP Saal?

Eigenfett im Busen? Das klingt komisch und irritierend, aber soll sich, wenn man den Chirurgen trauen mag, überraschend echter und natürlicher anfühlen, als ein Silikonimplantat. Während die alten Methoden noch zu Knotenbildungen und Verkalkungen innerhalb des Brustgewebes führten, soll die neue Methode schonender und ohne Risiken funktionieren. Nachdem es einer amerikanischen Firma gelungen ist aus Stammzellenkonzentrat und präpariertem Fett eine mögliche Substanz zur Brustvergrößerung zu entwickeln, wird dieses Stammzellen-basierende Verfahren inzwischen rund um den Globus genutzt um Frauen einen größeren Busen zu verwirklichen.
Als das größte Risiko bisheriger Methoden galt die eigene Herstellung der Fettsubstanz aus körpereigenem Fett und weiteren Substanzen, denen dann auch die zahlreichen Nebenwirkungen zu verdanken waren. Jeder Arzt mischte nach eigenem Empfinden eine passende Lösung. Verrückt, oder? Da blieben Nebenwirkungen nicht aus. Experten sind sich allerdings über die neue Methode der Brustvergrößerung durch Stammzellen auch nicht wirklich einig. Auch hier sind die Langzeitrisiken nicht abzuschätzen. Also gilt auch vorerst noch Finger weg von den Eigenfett- oder Stammzellenmethoden. Das ist wie bei der Entwicklung von Arzneimitteln, keiner weiß, mit welchen Nebenwirkungen langfristig zu rechnen ist!

Aha, Stammzellen…

An den Stellen, an denen Stammzellen in den Körper gespritzt werden, bilden sich neue Blutgefäße und es kommt zu einem Zellenwachstum. Der Operateur kann mit den Stammzelleneinspritzungen den Busen an den notwendigen Stellen modellieren, vergrößern und richten. Schön und gut, aber stehen Stammzellen nicht im Verdacht krebserregend zu sein? Wer möchte schon ein kaum erforschtes Produkt im eigenen Körper verwenden? Wer doch skrupellos und ein bisschen neugierig ist, sollte am besten um die 10.000 Euro über haben, um den genauen Ablauf einer Brustvergrößerung mit Eigenfett live miterleben zu dürfen. Das Verfahren findet ambulant statt. Zuerst wird der Patientin an einer geeigneten und problemlosen Stelle Fett abgesaugt. Aus dem Fettgewebe werden Stammzellen im Labor isoliert, also ausgelöst oder abgetrennt, und für das Einspritzen in die Brust vorbereitet. Die so gewonnene Lösung mit Stammzellen wird mittels einer schmalen Spritze unter die Brustdrüse eingesetzt, wo sich neue Blutgefäße bilden sollen, die in das Brustgewebe einwachsen. Das Verfahren ist besonders interessant für Frauen mit kleinen Brüsten, die aber über einen gewissen Eigenfettanteil (ist nötig zur Absaugung) verfügen. Auch für Krebspatientinnen nach einer Brustamputation könnte diese plastisch kosmetische Methode vielversprechend sein und neue Hoffnungen stiften. Die plastische Chirurgie erprobt dieses Verfahren bereits. Allerdings sind die Zahlen zu den durchgeführten Eingriffen, in denen Implantate benutzt werden, immer noch wesentlich höher und nur einige Spezialkliniken bieten die Eigenfettmethode mit Stammzellen an.

Überraaaaschung!!!

Da man vor einer Eigenfetteinpflanzung in die Brust nicht genau sagen kann, wie viel des eigenen Fettes anwächst und es teilweise sogar zu einem Rückgang des Volumens hinsichtlich der Einspritzung um 1/3 kommt, bleibt das Ergebnis selbst für Ärzte mehr oder minder eine kleine Überraschung. Hinzu kommt, dass die Krebsfrüherkennung bei Frauen mit Eigenfett in den Brüsten nicht genau durchgeführt werden kann, was auf Dauer und besonders im Alter zu einer echten Gefahr werden kann. Die Kosten der Behandlung sind sogar teurer als die einer klassischen Brustvergrößerung mit Silikonimplantaten. Mit einem stolzen Preis von 8000 bis 13.000 Euro ist in jedem Fall zu rechnen.

So! Nennt mir nun einen Grund weswegen man die Brustvergrößerung mit Eigenfett TROTZDEM durchführen sollte!


 

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