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Die Spritze gegen den Bauchspeck - Genial! Oder doch gefährlich?

15. Juni 2012

Clara Lange

Kosmetikerin

Clara ist unser kosmetisches Multitalent. Sie beleuchtet die Themen nicht nur aus der wissenschaftlichen Sicht, sondern bleibt mit einer Prise Witz auf dem kosmetischen BodenGoogle Profil

Spritze gegen den Bauchspeck


„Liebes Kosemtik.org Team, ich bin übergwichtig und habe schon fast alles probiert um ein paar Kilo abzunehmen. Meine größte Problemzone ist mein Bauch. Nun habe ich von der Fettschmelze mit Medikamenten gehört. Was haltet Ihr davon? Ist da überhaupt etwas dran?“

Das neue Highlight: Die Fett-Weg-Spritze gegen kleine Pölsterchen

Der Bauch, das ewige Thema beider Geschlechter. Aber immer ist er eins: Zu dick. Die Models und Stars im Fernsehen, die Frauen und Männer in den Katalogen und die schönen Menschen in den Bekleidungsläden haben immer einen flachen Bauch. Unser Bauch kann aus verschiedenen Gründen dick sein. Ob es nun Veranlagung, Bierkonsum, Naschereien, Schlemmereien, Schwangerschaften oder Faulheit ist, wir empfinden unseren Bauch als zu dick! Stellen wir uns eine zufällig gewählte Gruppe von hundert Personen vor und fragen wir diese Menschen, ob sie mit ihrem Bauch zufrieden sind. Welche Antwort werden wir wohl erhalten? Wir sind unzufrieden mit unserem Bauch und wir sehnen uns nach immer neuen und immer einfacheren Möglichkeiten unseren Bauchumfang zu reduzieren und unser Selbstwertgefühl über den nächsten Tag zu retten. Die Kosmetikbranche hat einen neuen Trend in die Welt gesetzt: Medikamentöse Lipolyse

Fettschmelzen im Nu?

Lipolyse ist der medizinische Fachausdruck für eine Reduzierung des Bauchumfangs mit Medikamenten. Aber was sollen das für Medikamente sein, die Fett schmelzen lassen? Gibt es Nebenwirkungen? Die Einführung dieser Medikamente klingt nach einem einfachen Schritt. Fauler konnten wir unser Bauchfett noch nie schmelzen lassen. Doch wie funktioniert Lipolyse wirklich? Zunächst einmal ist das Verfahren nur für kleine Fettpolster geeignet. Unter Lipolyse verstehen wir das Einbringen bestimmter Medikamente mit einer speziellen Injektionstechnik in die Problemstelle Bauch. Das Medikament soll dort das Fett schmelzen lassen im Sinne einer Auflösung der Fettzelle.  Das „geschmolzene“ Fett wird dann vom Körper ganz normal abgebaut. Der Eingriff findet ambulant statt.

Die Fett-Weg-Spritze

Diese sogenannte Fett-Weg-Spritze wird im medizinischen Sprachgebrauch enzymatische Lipolyse genannt. Eine spezielle Medikamentenmischung wird mit einer Spritze direkt ins Fettdepot gespritzt. Die verwendeten Medikamente werden aus Sojabohnen gewonnen. Doch Vorsicht! Die Medikamente sind in Deutschland nicht zum Einsatz der Fettschmelze im Rahmen einer ästhetischen Behandlung zugelassen, sondern werden in Absprache mit dem Arzt im „Off-Label-Use“ benutzt. Klingt zwielichtig!

Die eigentliche Fettabsaugung dauert 5 bis 15 Minuten. Der Eingriff soll kaum schmerzhaft sein. Nach etwa 4 Wochen soll man im Bereich der Lipophyse eine Abnahme bemerken. Die Behandlungen können solange wiederholt werden bis der eigentliche Effekt erzielt ist. Dazu kann einzeln abgerechnet werden. Pro Sitzung fallen Kosten zwischen 200 und 400 Euro an. Das Risiko ist im Vergleich zur Fettabsaugung relativ gering.

Wie schmilzt mein Fett denn nun genau?

Doch welcher Wunderstoff soll die Lipolyse voran treiben und so die Fettpölsterchen schmelzen lassen? Es soll der Wirkstoff Phosphatidylcholin sein. Dieser ist essentieller Bestandteil aller tierischen und pflanzlichen Zellmembranen. Oft wird das Phosphatidylcholin unter seinem Synonym Lecithin erwähnt, so hat dieses auf Grund seiner komplexen Struktur zum Beispiel auch eine Emulgatorwirkung. Darüber hinaus wird den Lecithinen aber neben den strukturbildenden Eigenschaften die Beteiligung am Fett- oder Lipidstoffwechsel nachgesagt. Neben der Synthese und Verteilung der Lipide sind sie auch am Ab- und Umbau der Lipide aktiv beteiligt. Da die Lecithine auf Grund ihrer amphiphilen Struktur Fetttröpfchen im Inneren einschließen und diese über die Blutbahn in die Leber transportieren können, werden mit der Nahrung aufgenommene Fette schneller und effektiver zur Leber transportiert. Und dort weiter verstoffwechselt. Wird der Arzneistoff direkt in den Adipozyten, also den Fettzellen am Bauch oder Po injiziert, kann man eine Mobilisierung des Fettes feststellen. Die Lecithine schnappen sich die Fettsäuren nach und nach, machen sozusagen die Fettmassen mobil und transportieren sie aus dem Fettgewebe ab. Die zersetzten Fettmassen werden dann über Blut und Lymphsystem abtransportiert, doch werden die Mizellen wohl ihre Fettsäuren in der Leber abladen. Oder in anderen Körperzellen. Und ob damit dann das Problem der Fettpölsterchen geklärt ist, ist fraglich! Denn wer möchte schon gern eine Fettleber haben? Wohl niemand! 


 

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