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Die richtige Kleidung für Babys & Kleinkinder - Vorsicht vor Schadstoffen!

26. April 2012

Clara Lange

Kosmetikerin

Clara ist unser kosmetisches Multitalent. Sie beleuchtet die Themen nicht nur aus der wissenschaftlichen Sicht, sondern bleibt mit einer Prise Witz auf dem kosmetischen BodenGoogle Profil


„Liebes Kosmetik.org Team ich bin frisch gebackene Mutti und habe im Fernsehen gehört, dass man besonders bei der Kleidung der Kleinen auf die richtigen Stoffe achten soll. Das ist’ne super Info, aber welche Stoffe sind denn nun unbedenklich und bei welchen sollte man die Finger lassen?“

Die Qual der Wahl

Babys haben nicht nur eine besonders empfindliche und zarte Haut, sondern sind auch sehr hitze- und kälteempfindlich. Daher benötigen die Kleinsten spezielle Kleidung, die sie besonders gut schützt und ihrer Haut nicht schadet. Worauf sollten Sie also beim Kauf von Kinderkleidung für Ihr Baby oder Ihr Kleinkind achten? Das Angebot an hübscher Babykleidung wird immer größer. Wie finden Sie denn nun ein geeignetes Kleidungsstück, dass nicht nur hübsch, sondern auch schadstoffarm, nicht allergieerregend, funktional und passend ist? Kosmetik.org hat für Sie ein paar Tipps für die richtige Kleidungswahl für Ihr Baby oder Kleinkind zusammengestellt, damit sich Ihr Liebling rundum wohlfühlen kann.

Kinderkleidung steht in den letzten Jahren im besonderen Fokus der Öffentlichkeit, denn häufig lösen die Stoffe, die für das Färben und das Verarbeiten der Textilien benutzt werden, schwere Allergien bei unseren Kleinsten aus. Da das Immunsystem von Babys und Kleinkindern noch nicht ausgereift ist und sich im Wachstum befindet, sind sie besonders anfällig für allergene Stoffe. Beim Schwitzen werden durch den Schweiß und das feuchte Klima schnell schädliche Stoffe von der Kleidung an die Haut weitergegeben.

Worauf ist zu achten?

Neben dem richtigen Material ist die richtige Größe unerlässlich, damit sich Ihr Kind im besonderen Maße wohl fühlt. Babys und Kleinkinder sind der Kleidung oftmals hilflos ausgeliefert. Eine zu große Hose können sie nicht selbst umkrempeln. Wenn die Mütze zu groß ist und über das Gesicht rutscht, können Sie das zu große Kleidungsstück nicht selber ausziehen und ablegen. Die Babykleidung ein paar Nummern größer zu kaufen, damit das Baby sie lange tragen kann, ist daher keine gute Entscheidung. Stöbern Sie doch bei einem schmalen Geldbeutel auf Kinderflohmärkten oder tauschen Sie mit den anderen Müttern im Kindergarten Kleidung. Es gibt viele Möglichkeiten für einen kleinen Groschen gute Kleidung in der richtigen Größe für Ihr Baby zu erwerben.

Manche Kleidungsstücke bergen Gefahren für Babys und Kleinkinder. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Kleidung keine Schnüre oder lose Bendel aufweist, mit denen sich Ihr Kind strangulieren oder irgendwo verfangen kann. Besondere Vorsicht ist auch bei zu engen Hosen geboten. Babys sind Bauchatmer und ein zu enger Bund oder ein zu enger Gummizug können die Atmung behindern und das Baby erleidet Atemnot. Besser geeignet sind Hosen in der richtigen Größe, die über einen lockeren Gummizug verfügen.

Das richtige Material für empfindliche Baby- und Kinderhaut

Generell gilt, dass alle Textilien, die direkt mit der Haut des Babys in Berührung kommen aus reiner Baumwolle bestehen sollten. Darunter fallen Hemdchen, Bodys, Unterhosen, T-Shirts und Söckchen. Entscheiden Sie sich bei dieser Kleidung ausschließlich für geprüfte Textilien und waschen Sie alles vor dem ersten Tragen besonders gründlich, damit Farbreste und Schadstoffe gut ausgewaschen werden. Kinderkleidung, die mit den Labels „Naturtextil“, „Textiles Vertrauen“ oder „Öko-tex-Standard 100“ gekennzeichnet ist, ist besonders geeignet für Babys und Kleinkinder. Im Sommer tragen Babys am besten Kleidung aus 100% Baumwolle. Im Winter darf es ruhig wärmende Kleidung aus Nicki oder Frottee sein. Die untere Kleidungsschicht, die direkt mit dem Baby in Kontakt kommt, sollte aber dennoch reine Baumwolle sein. Im Sommer können auch gut Leinen getragen werden. Im Unterschied dazu kann im Winter die Kleidung auch mal aus reiner Schafswolle bestehen, denn diese ist natürlich und hält das Baby besonders warm. Damit die Wolle aber nicht auf der Haut Ihres Kindes kratzt, sollten Sie die Wolle nur als Oberkleidung auswählen und Ihrem Baby darunter ein Baumwollshirt anziehen.

Schadstoffe in Babykleidung

Babykleidung, insbesonders industriell hergestellte Babykleidung, ist oft stark mit Schadstoffen belastet. Ob Flammschutzmittel, Formaldehyde, Biozide oder Schwermetalle, Babykleidung steht voller Allergie-auslösender Substanzen. Die Babyhaut ist diesen Stoffen schutzlos ausgeliefert, da das Immunsystem von Babys und Kleinkindern noch nicht über die nötigen Abwehrstoffe verfügt.

Häufig finden sich in Kleidung für Babys chemische Weichmacher, sogenannte Phtalate (DHP), die benutzt werden um Gummi und Plastik weich zu machen. Diese Weichmacher sind leider in der EU noch nicht verboten und befinden sich in Laufsohlen und in den gummierten Sohlen von Babylaufsöckchen. In einem großen Teil der Kleidung befinden sich bedenkliche Farbstoffe. Dispersionsfarben gelten als stark allergieprovozierend und finden sich zum Teil sogar in Textilien, die lange Zeit in Kontakt mit Kinderhaut stehen (Schlafanzüge, Bettwäsche). Ein weiterer Problemfall sind Azofarben, die für besonders brilliante Farben in Textilien sorgen, aber in die Haut der Kinder eindringen und dort Krebs erregende aromatische Amine und Benzidine freisetzen. Die meiste Kinderkleidung enthält heute keine Azofarben und Dispersionsfarben mehr. Allerdings ist Vorsicht bei preisgünstiger importierter Kinderkleidung auf Märkten geboten. Im Gegensatz dazu findet man im Handel häufiger Kleidung, die zinnorganische Verbindungen (Tributylzinn) enthält, die das Immunsystem schädigen. Andere Artikel enthalten Flammschutzmittel, sogenannte phosphororganische Verbindungen, die bereits in kleinen Konzentrationen ein Nervengift darstellen.

Fazit der Redaktion

Als schlecht gelten im Bezug auf empfindliche Babyhaut alle Materialien, die nicht aus Naturprodukten bestehen oder einen Anteil an synthetischen Fasern aufweisen. Auch das Färben mit bedenklichen Chemikalien oder die Behandlung mit Weichmachern kann die Haut Ihres Babys oder Kleinkindes stark reizen. Dadurch können auf Dauer Allergien und Hautkrankheiten entstehen, bzw. begünstigt werden.

Und noch ein kleiner Tipp: Zwiebellook für Babys

Gerade junge Mütter haben noch kein großes Feingefühl für das Wärmeempfinden Ihres Babys. Prüfen Sie einfach im Nacken des Kindes die Temperatur. Ist es dort wohlig warm und das Baby fühlt sich nicht schwitzig oder feucht an, dann ist es richtig gekleidet. Im Frühling oder Herbst, wenn die Temperatur schnell wechselt, empfiehlt sich der Zwiebellook. Kleiden Sie Ihr Baby in mehreren Schichten dick an und entfernen Sie je nach Temperatur und Rückmeldung von Ihrem Schatz Schicht um Schicht.


 

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