Sie sind hier: Kosmetik.org » Herren » Braunbär statt Silberfuchs: Was gegen graue Haare hilft

Back to Top





"Hey, kennt ihr Thomas Promny? Ich frage mich immer was er mit seinen Haaren macht? Er ist eine Mischung aus Pumuckl und blonder Strandnixe, sieht verrückt aus. Wie macht er das?" Pumuckl und blonde [...] mehr lesen »

"Meine Freundin benutzt regelmäßig Zahnseide. Ich hab's auch mal ausprobiert, ist aber irgendwie ziemlich kompliziert. Bringt das denn wirklich was? Oder ist das übertriebene Hygiene?" Kampf den B [...] mehr lesen »

"Irgendwie habe ich in letzter Zeit das Gefühl, dass manche Leute vor meinem Atem zurück schrecken. Habe ich vielleicht Mundgeruch? Wie kann ich das denn selbst feststellen? Und was mach ich bloß d [...] mehr lesen »

"Kosmetik.org, ich hab folgende Theorie: Männer wollen zwar nicht in Kosmetikberufen arbeiten, schmieren sich aber Tag für Tag mit Pflegeprodukten, Anti-Falten-Cremes und Co. ein und wollen es nur n [...] mehr lesen »

Braunbär statt Silberfuchs: Was gegen graue Haare hilft

18. September 2012

Sabine Genau

Kosmetikerin

Ihr habt Fragen rund um die Kosmetik? Dann fragt Sabine um Rat! In null Komma nichts liefert sie Euch die Antwort ohne großes Fachchinesisch. Man soll es ja schließlich verstehen und nicht möglichst hochgestochen klingen!Google Profil

Graues Haar bekämpfen!


Langsam fängt´s bei mir auch an: Ich werde grau. So früh habe ich damit eigentlich gar nicht gerechnet. Die grauen Haare machen mich älter, das sagen auch meine Freunde. Was kann ich tun, um diesen Alterungsprozess noch etwas hinaus zu zögern? Das Älter werden kann man ja nicht ändern, aber rein optisch lässt sich doch da bestimmt was machen, oder?!

 

Der Gorilla hat´s gut

Verkehrte Welt: Ein Gorilla wird erst durch sein graues Fell zum richtigen Kerl. Nur die so genannten „Silberrücken“ haben das Recht, sich ein Weibchen zu suchen und sich fortzupflanzen. Vorher gilt: angucken ja, anfassen nein.

Etwa 12 Jahre muss ein männlicher Gorilla geduldig warten, bis sich sein Fell am Rücken silbrig-grau verfärbt und er endlich loslegen darf. Dumm nur, dass diese Regeln bei den Menschen ganz anders geartet sind.

Graue Haare gelten eher als Zeichen des Alterns und der nachlassenden Manneskraft. Der beim Gorilla-Mann optisch ansprechende und auf Weibchen attraktiv wirkende Anblick des ergrauten Rückens stellt sich beim Menschen-Mann ohnehin nicht ein, da verfärbt sich eher das schon ziemlich schüttere Kopfhaar.

Bei Ikonen der graumelierten Beaus wie George Clooney, Richard Gere oder Pierce Brosnan mag es ja stimmen, dass sie als „Silberfüchse“ ihren Marktwert bei den Frauen noch gesteigert haben. Wer aber nicht gerade Hauptdarsteller in einem Hollywood- oder James-Bond-Film ist, sieht seine grauen Haare oft mit anderen Augen.

Leider tun das im normalen Alltagsleben auch die Frauen. Was sie bei James Bond fasziniert, wirkt am eigenen Gatten längst nicht so attraktiv. Besonders dann nicht, wenn er auch noch das Pech hat, dass die ergrauten Schläfen nicht mehr opulent bewachsen sind, sondern eher schon in Richtung Kahlheit tendieren.

Viele Männer versuchen, ihre grauen Haare zu kaschieren, egal ob üppig oder bereits gelichtet. Dafür stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl, doch ganz aufhalten lässt sich das Grauwerden leider nicht.

 

Dauerhafte Lösung nicht in Sicht

Die ernüchternde Nachricht lautet, dass sich das Ergrauen der Haare nicht stoppen lässt. Eine erfolgreiche medizinische Behandlung, die den Prozess komplett aufhalten könnte, ist absolut nicht in Sicht.

Denn die Ursache der grauen Haare ist das Nachlassen der Melaninproduktion im Körper, der mit dem Alter unaufhörlich fortschreitet. Durch verschiedene chemische Prozesse sorgt das Melanin für die Färbung von Haut und Haaren. Das Alter und die genetische Veranlagung gelten als Hauptursachen für graue Haare und gegen beides ist nun mal kein Kraut gewachsen.

Ob sich das Ergrauen deiner Haare durch eine Änderung der Ernährung aufhalten lässt, ist, gelinde gesagt, höchst fraglich. Die gute Nachricht aber ist, dass es eine Vielzahl kosmetischer Produkte gibt, die dir dabei helfen, graues Haar zu überdecken.

 

Beim Tönen und Färben nicht übertreiben

Nicht übertreiben. So sollte das Motto lauten, wenn du deine grauen Haare tönen oder färben möchtest. Es sieht nämlich ziemlich unnatürlich aus, wenn dein Haupthaar tiefschwarz gefärbt ist, an Bart- und Schläfenhaaren aber deutlich sichtbar die grauen Stellen durchschimmern. Denn hier werden die Haare meist zuerst grau.

Besonders schnell kannst du deine grauen Haare mit einer Tönung überdecken, wenn der Altersprozess noch nicht so weit fortgeschritten ist. Die Wirkung einer solchen Tönung ist begrenzt, bei allzu ausgedehnter Graufärbung nützt sie nicht mehr. Außerdem muss eine Tönung unter Umständen schon nach sechs bis acht Haarwäschen wiederholt werden, weil sie sich mit der Zeit auswäscht.

Im Unterschied zu einer Haarfärbung legen sich bei einer Tönung die Farbpigmente nur auf die Haaroberfläche und überdecken so die grauen Stellen. Die kurzfristige Wirkung hat aber natürlich auch ihr Gutes. Sollten dir deine getönten Haare doch nicht gefallen, kommst du recht einfach und schnell wieder aus der Nummer raus.

Eine Haarfärbung dagegen ist wesentlich dauerhafter. Verschiedene chemische Substanzen, wie beispielsweise Ammoniak, sorgen dafür, dass die Farbpigmente direkt in das Haar eindringen können, und nicht nur auf der Oberfläche haften bleiben. Graues Haar lässt sich dadurch viel wirkungsvoller kaschieren als mit einer Tönung.

Die langfristige Wirkung kann allerdings auch einen gravierenden Nachteil haben. Ein falscher Farbton lässt sich auch durch noch so häufiges Waschen nicht so einfach korrigieren. In diesem Fall musst du dich in Geduld üben oder notfalls neu färben, beziehungsweise färben lassen.

Deine Haare wachsen mit einer Geschwindigkeit von etwa einem Zentimeter pro Monat. Je nachdem, wie lang deine Haare sind, kann es einige Monate dauern, bis die Färbung ganz und gar herausgewachsen ist. Vorsicht bei der Farbauswahl ist also angesagt. Geh im Zweifelsfall lieber gleich zum Friseur und verzichte auf Experimente im heimischen Badezimmer. Dafür ist das Ergebnis allzu nachhaltig.

 

Pflanzliche Stoffe gegen graue Haare

Wenn du Kosmetik auf pflanzlicher Basis bevorzugst, hast du auch einige – allerdings begrenzte – Möglichkeiten, deine grauen Haare zu überdecken. Von den vielen Pflanzen, denen eine tönende Wirkung nachgesagt wird, gelten zwei als besonders erfolgversprechend.

Der Klassiker zur Färbung von schwarzen und rötlichen Haaren ist seit Menschengedenken Hennapulver, das aus den Blättern der gleichnamigen Pflanze gewonnen wird. In den Supermärkten findest du zahlreiche Produkte, die Henna enthalten. Meist wird aus dem Pulver und etwas Wasser ein Brei gemischt, der auf das Haar aufgetragen wird.

Einige erfahrene Henna-Nutzer schwören darauf, dem Brei ein Eigelb und etwas Olivenöl beizumengen. Probiere es einfach mal aus, wenn du mutig genug bist. Denn das Färben mit Henna kann für den unerfahrenen Anwender eine ziemlich schweine-igelige Angelegenheit sein.

Die fertigen chemischen Produkte sind meist viel einfacher in der Handhabung und wesentlich sicherer im zu erwartenden Farbergebnis. Eine braune Färbung der Haare kannst du auf natürlichem Wege mit den grünen Schalen erreichen, von denen die Walnüsse vor der Reifung umhüllt sind. Die Schalen müssen eine Zeit lang gekocht werden, bevor du die zurückbleibende Flüssigkeit in dein Haar einmassieren kannst.

Nach ein bis zwei Stunden werden die Haare dann ausgespült. Eine ziemlich langwierige Prozedur, im Vergleich mit den Fertigprodukten aus der Kosmetikabteilung. Die färbende Wirkung auf die Haare geht von dem Farbstoff Juglon aus, der in den Walnussschalen enthalten ist. Früher hat man mit dem Sud gekochter Schalen übrigens Kleidungsstücke gefärbt. Die färbenden Eigenschaften der Walnussschalen sind nämlich schon von Alters her bekannt.

 

Fazit der Redaktion

Am einfachsten ist die Sache mit den grauen Haaren natürlich, wenn du dir ein Beispiel an George Clooney nimmst und sie mit Fassung trägst. Manche Frauen finden ins Alter gekommene, graumelierte Herren besonders attraktiv. Kannst du dich aber partout nicht dazu durchringen, die ergrauten Schläfen mit Stolz zu präsentieren, dann mach besser keine Experimente mit Haarfarbe.

Wenn du dem Grauen unbedingt im heimischen Badezimmer zu Leibe rücken willst, hol dir eine erfahrene Freundin zu Hilfe. Ansonsten bist du beim Friseur auf der sicheren Seite und in guten Händen.


 

Kommentare