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Bei meinem Kind hat sich die Grindflechte im Gesicht ausgebreitet. Wir waren auch schon beim Arzt und haben mit der Therapie angefangen. Allerdings würde ich gerne mal einen Überblick über diese Ha [...] mehr lesen »

Leberfleck – Ein harmloser Farbakzent der Haut?

29. Juni 2012

Sabine Genau

Kosmetikerin

Ihr habt Fragen rund um die Kosmetik? Dann fragt Sabine um Rat! In null Komma nichts liefert sie Euch die Antwort ohne großes Fachchinesisch. Man soll es ja schließlich verstehen und nicht möglichst hochgestochen klingen!Google Profil

Der Leberfleck


„Hallo, ich habe folgende Frage: Bei einem Leberfleck – den ich übrigens schon habe, seit ich denken kann – ist mir in letzter Zeit aufgefallen, dass es ein kleiner Knubbel geworden ist. Muss ich mir jetzt Sorgen machen?“

Leberfleck? Nichts Ungewöhnliches, doch trotzdem gefährlich?

Grundsätzlich hat jeder Mensch Leberflecken – der eine mehr, der andere weniger. Das ist nichts Anderes als eine Ansammlung von Hautpigmenten. So manch ein Leberfleck ist auch ein wenig erhaben, also ein kleiner Knubbel. Es gibt auch behaarte Exemplare. Wenn so ein Leberfleck aber plötzlich zu wachsen anfängt, sollte man ihn zumindest gut beobachten. Zur Beurteilung Deines Knubbels kann Dir vielleicht die ABCDE-Regel weiter helfen.

Nimm den Leberfleck genau unter die Lupe

Jeder Buchstabe steht dabei für ein bestimmtes Beurteilungskriterium.

  • A für Asymmetrie:
    Beginnen wir mit dem A für Asymmetrie. Wenn ein Pigmentfleck nicht symmetrisch aussieht, ist er potentiell verdächtig. Eine unregelmäßige Form, die nicht ganz rund oder oval ist, wäre asymmetrisch.
  • B für Begrenzung:
    Der zweite Buchstabe B steht für Begrenzung. Schau Dir Deinen Leberfleck mal unter der Lupe an und untersuche die Ränder dabei genau. Sind die nicht glatt, ist Vorsicht geboten.
  • C für Color:
    Das C steht für Color, beziehungsweise Färbung. Hier geht es ebenfalls um die Gleichmäßigkeit, wenn ein Fleck also mehrfarbig ist, oder helle und dunkle Bereiche aufweist, ist das suspekt.
  • D für Durchmesser:
    Das vierte und zweitletzte Prüfkriterium ist der Durchmesser, Buchstabe D also. Dafür kannst Du ein Lineal verwenden. Ein Fleck, der mehr als fünf Millimeter misst, kann eventuell mehr sein als ein harmloses Muttermal.
  • E für Erhabenheit
    Der Buchstabe E für Erhabenheit ist das letzte Kriterium und bezieht sich sozusagen auf die Höhe. Wenn der Knubbel sehr weit über die Hautoberfläche hinaus wächst, könnte das Ungutes bedeuten. Insbesondere bei schnellem Wachstum.

Hast Du Deinen auffälligen Leberfleck nun auf alle fünf Kriterien der ABCDE Regel überprüft und findest zwei, die darauf zutreffen, solltest Du lieber einen Arzt aufsuchen. Ein Hautarzt hat spezielle Lupen, mit denen er Pigmentflecke besser beurteilen kann, als mit dem bloßen Auge. Außerdem hat er Erfahrung mit gutartigen und bösartigen Hautveränderungen und ist in der Lage, diese zu unterscheiden. Erst nach der Konsultation beim Arzt hast Du absolute Gewissheit über Deinen Knubbel.

Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Leberfleck und Muttermal …

… und warum heißen die Dinger überhaupt so? Also der Leberfleck hat mit der Leber gar nichts zu tun, die einzige Gemeinsamkeit ist die Farbe. Daher kommt wohl auch der Name. Wahrscheinlich hat irgendwann einmal irgendjemand einen Zusammenhang zwischen einer Störung des braunen Organs und den ähnlich gefärbten Hautflecken vermutet und den schönen lateinischen Namen ‚Macula hepatica‘ eingeführt. Diese Bezeichnung hat sich dann in der deutschen Übersetzung eingebürgert. Obwohl der Leberfleck gar nicht notwendigerweise immer braun sein muss. Jedenfalls hat schon der gute alte Paracelsus im 16. Jahrhundert herausgefunden, dass es durchaus Zusammenhänge zwischen der Leber und bestimmten Hautveränderungen gibt. Diesem Umstand haben wir den Namen Leberfleck wohl letztendlich zu verdanken.

Die Bezeichnung Muttermal kommt daher, dass die Pigmentflecken meist schon von Geburt an da sind. Der Name meint aber genau das gleiche Phänomen wie der Ausdruck Leberfleck. Das Muttermal weist auch darauf hin, dass die Pigmentansammlungen teilweise erblich sind. So zeigen sich die Flecken manchmal in ganzen Familienclans an ein und derselben Stelle. Auch Sommersprossen können in der Familie liegen. Dazu später mehr. An und für sich sind Leberflecken oder Muttermale völlig harmlose Pigmentansammlungen, die höchstens ein kosmetisches Problem darstellen. Manchmal entarten sie jedoch und können sich zu einem bösartigen Hautkrebs auswachsen. Deshalb ist es auf jeden Fall von Vorteil, seine Haut zu beobachten und Veränderungen, wie beispielsweise den oben erwähnten Knubbel, rechtzeitig zu bemerken.

Wie kommt denn ein Leberfleck zustande?

Wie gesagt, es handelt sich um einen Pigmentfleck. Die Hautfarbstoffansammlung entsteht durch eine harmlose kleine Wucherung der Hautzellen, welche das Pigment bilden, deshalb kann sie auch erhaben sein. Man nennt dieses Pigment Melanin, das hast Du bestimmt schon mal gehört. Es ist auch dafür verantwortlich, dass wir in der Sonne braun werden. Dieses Melanin wandert in der Haut und sammelt sich zu kleinen Herden zusammen, die dann als brauner Leberfleck sichtbar werden. Neueste Forschungen haben gezeigt, dass die Bildung bereits im Mutterleib stattfindet. Es gibt aber durchaus auch Muttermale, die sich erst im Laufe des Lebens ausbilden. Viele ältere Menschen beobachten eine Zunahme an Hautpigmentierungen, die sogenannten Altersflecken. Aber auch ganz normale Leberflecke erscheinen noch im fortgeschrittenen Alter. Der angeborene Leberfleck unterscheidet sich vom später erworbenen durch die tiefere Hautschicht, in der er sitzt. Später hinzu gekommene Muttermale sind oberflächlicher. Für deren Bildung werden unter anderem die Hormone verantwortlich gemacht. Besonders während der Pubertät und der Schwangerschaft kann es zu vermehrter Pigmentierung der Haut kommen. Die bösartige Veränderung von Leberflecken ist in der Regel auf zu intensive Sonneneinstrahlung zurück zu führen.

Die Sommersprosse – Die kleine Schwester des Leberflecks

Die meist  ungeliebten Sommersprossen sind, wie bereits erwähnt, erblich und treten vor allem im Gesicht in Erscheinung. Genau diese Tatsache ist es, die sie so unbeliebt macht. Ein genetischer Defekt bewirkt, dass die Pigmente der Haut sich nicht gleichmäßig in den Zellen verteilen. Dadurch entsteht die punktuelle Verfärbung. Da der Hautfarbstoff Melanin bei Sonnenbestrahlung vermehrt ausgeschüttet wird, intensivieren sich die niedlichen Gesichtspunkte im Sommer. Ausgeprägte Sonnenbäder begünstigen also die Sommersprossen, Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor helfen ein wenig. Darüber hinaus gibt es diverse Bleichcremes und Peelings gegen die Pigmentpunkte, solche Produkte haben allerdings nur vorübergehende Wirkungen. Einen etwas längeren Effekt hat die Laserbehandlung, die Kosten dafür sind jedoch nicht gering und werden von den Krankenkassen nicht übernommen. Eine dauerhafte Entfernung der verhassten, aber süßen Sommersprossen ist leider nicht möglich. Das beste Mittel wäre also, die eigenen frechfröhlichen Gesichtspunkte lieb zu gewinnen und mit ihnen zu leben. Wenn Du Sommersprossen hast, solltest Du Dir Dein Lebensmotto frei nach dem irischen Sprichwort ‚Ein Mädchen ohne Sommersprossen ist wie ein Himmel ohne Sterne‘ auswählen.

Und was, wenn der Leberfleck nun doch bösartig verändert ist?

Wenn ein Leberfleck nach der ABCDE Regel verdächtig ist, nichts wie ab zum Hautarzt. Er wird die Hautstelle optisch überprüfen und, wenn nötig, eine Gewebeprobe entnehmen. Damit kann er eine endgültige Diagnose stellen. Selbst wenn der Arzt einen bösartigen Hauttumor diagnostiziert, brauchst Du nicht in Panik zu geraten, denn es gibt Behandlungsmöglichkeiten. Meist wird der entartete Leberfleck chirurgisch entfernt, das geschieht ambulant unter örtlicher Betäubung, ist also keine so große Sache. Alternativ gibt es Therapiemethoden mit extremer Kälte oder dem Laser. Die Heilungschancen sind umso größer, je  früher der Tumor entdeckt wird.


 

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