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Kontaktallergie - Vorsicht vor Kosmetika!

9. Mai 2012

Kristina Koniker

Pharmazeutin

Pharmazeutin? Ja, aber mit dem Blick für's Wesentliche und ohne großes kosmetisches Fachgesimpel. Sie behält den Überblick auf Kosmetik.org!

Kontaktallergie, was tun?


„Manchmal juckt meine Haut beim Auftragen meiner Tagescreme. Dann habe ich rote Flecken und sehe furchtbar aus, leide ich an einer Allergie?“

Wie der Name schon sagt, wird eine Kontaktallergie durch den Kontakt mit dem Allergen ausgelöst. Es liegt nahe, dass die Haut vor allem von solchen Allergien betroffen ist, denn sie ist das Organ des Körpers, welches den Umweltreizen am meisten ausgeliefert ist. Die Haut ist schließlich unsere Schutzmauer gegenüber Schadstoffen, da muss sie leider etwas leiden.

Nicht kratzen!

Du kannst statt dem Ausdruck Kontaktallergie deshalb auch häufig auf den Namen Kontaktekzem treffen. Die Symptome, welche man auf der allergischen Haut beobachtet, sind Rötungen, Schwellungen, nässende Bläschen und Krustenbildung, außerdem bisweilen starker Juckreiz. Bitte keinesfalls kratzen, damit machst Du alles nur noch schlimmer. Meist bekommt man diese Beschwerden nur an der Stelle, wo man Kontakt mit dem Allergen hatte, sehr oft an den Händen. Solche Allergene können Metalle sein, vor allem Nickel ist als Auslöser für eine Kontaktallergie bekannt. Aus diesem Grund sind heutzutage die meisten Schmuckstücke und Gegenstände des täglichen Bedarfs nickelfrei. Duftstoffe und Farbstoffe in Nahrungsmitteln oder Kleidung können ebenfalls Allergien auslösen. Kosmetik.org hat für Euch die Top 10 Inhaltsstoffe zusammengetragen, die eine Kontaktallergie hervorrufen können. Schaut’s Euch an! Überhaupt sind Chemikalien aller Art als Allergen berüchtigt. Wenn Du auf einen Stoff allergisch reagierst, besteht leider die Gefahr, dass Du auch andere Substanzen nicht gut vertragen wirst. Du musst dann generell sehr vorsichtig im Umgang mit chemischen Stoffen sein, auch jenen, die in Medikamenten eingesetzt werden. Genau aus diesem Grund sollte der Hautarzt über jegliche Reaktion der Haut informiert werden, damit im Fall der Fälle richtig gehandelt werden kann!

Sind wir zu sauber?!

Eine Kontaktallergie entwickelt sich über einen längeren Zeitraum, ohne dass man von den unguten Vorgängen im eigenen Körper etwas bemerkt. Der erste Kontakt mit dem Allergen bleibt noch ohne sichtbare Folgen, doch das übereifriges Immunsystem merkt sich den Stoff und reagiert im Verborgenen. Wenn Du der Substanz, die Deine Abwehr als Feind auserkoren hat, dann wieder begegnest, siehst Du plötzlich die oben beschriebenen Symptome auf Deiner Haut. Das Immunsystem provoziert von jetzt an bei jeglichem Kontakt mit dem Allergen eine Entzündungsreaktion, um den vermeintlichen Schädling abzuwehren. Warum das Immunsystem manchmal über das Ziel hinausschießt und solche, eigentlich unnötigen, Reaktionen zeigt, ist noch nicht erforscht. Manche Allergieexperten behaupten, es könnte an der übertriebenen Hygiene unserer modernen Zeit liegen, weil der Körper dadurch vor zu vielen Einflüssen geschont wird und verlernt, mit neuen Stoffen umzugehen. Das ist jedoch keineswegs bewiesen. Anscheinend haben aber Kinder, die auf dem Land aufwachsen und im Kuhstall spielen dürfen, wesentlich weniger mit Allergien zu tun, als der städtische Nachwuchs.

Studieren geht über probieren, nicht andersrum!

Also im Prinzip kann jeder Stoff zum Allergen werden. Es gibt aber besonders verdächtige Substanzen, von denen bekannt ist, dass sie häufig Auslöser einer Kontaktallergie werden. Dazu gehören beispielsweise Konservierungsstoffe, die heute in fast allen Produkten der Nahrungsmittelindustrie, aber auch der Kosmetikindustrie enthalten sind. Glücklicherweise müssen diese Stoffe auf der Verpackung ausgewiesen werden, so dass Du Dein Allergen meiden kannst.

Aber auch natürliche Stoffe können allergische Reaktionen auf Deiner Haut auslösen, zu nennen sind hier vor allem Latex und ätherische Öle. Wenn Du sowieso schon unter einer Kontaktallergie leidest, solltest Du auf so was besser verzichten. Auch bei der Auswahl der Kosmetika sollte man dann mit Bedacht vorgehen. Bei einer beliebigen, schon vorhandenen Kontaktallergie sollte das Motto immer heißen ‚Studieren geht über Probieren‘. Unüberlegte Spontankäufe können Deine Haut jederzeit mit unangenehmen Symptomen quittieren. Also Finger weg! Aufgrund der wachsenden Zahl von Allergikern hat die Kosmetikindustrie diese Menschen als Zielgruppe entdeckt, und viele Produktlinien auf die Bedürfnisse dieser speziellen Konsumenten eingestellt. Du hast also reichlich Auswahl.

Kontakallergie? Ab zum Arzt!

Wenn Du Deinen Hausarzt mit Verdacht auf eine Kontaktallergie aufsuchst, wird er Dich entweder gleich an den Hautarzt weiter überweisen, oder zunächst selbst einen sogenannten Pflastertest durchführen. Die häufigsten Allergene werden bei diesem Test mit Pflastern auf Deine Haut gebracht, nach zwei Tagen gehst Du dann wieder zur Kontrolle in die Praxis. Meist merkt der Getestete aber vorher selbst schon, ob eine Reaktion stattgefunden hat, besonders dann, wenn es unter bestimmten Pflastern heftig zu jucken anfängt.

Selbsthilfe

Wie schon erwähnt, solltest Du die Auswahl Deiner kosmetischen Produkte auf Deine Kontaktallergie abstimmen. Denn Vermeidung ist von nun an Dein oberstes Gebot. Wenn Du schon keine Heilung erwarten darfst, dann kannst Du Dir doch zumindest sicher sein, dass Du keine Beschwerden haben wirst, solange Du nicht mit Deinem Allergen in Kontakt kommst. Manche Menschen müssen sogar ihren Beruf wechseln, weil sie gegen Stoffe allergisch werden, mit denen sie bei ihrer Arbeit in Berührung kommen. Ein bekanntes Beispiel dafür sind Friseure mit Allergien gegen Färbemittel.


 

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