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Bei meinem Kind hat sich die Grindflechte im Gesicht ausgebreitet. Wir waren auch schon beim Arzt und haben mit der Therapie angefangen. Allerdings würde ich gerne mal einen Überblick über diese Ha [...] mehr lesen »

Haarausfall – Für Frauen besonders schlimm

14. Juni 2012

Kristina Koniker

Pharmazeutin

Pharmazeutin? Ja, aber mit dem Blick für's Wesentliche und ohne großes kosmetisches Fachgesimpel. Sie behält den Überblick auf Kosmetik.org!

Haarausfall, was tun?


„Oh nein, mittlerweile bin ich in ein Stadium angelangt, in dem ich es mir nicht mehr nur einbilden kann. Ich leide unter Haarausfall! Nun brauche ich schnell Hilfe, was kann ich tun?“

Haarpracht adé

Die Tatsache, dass viele Männer schon in jungen Jahren unter Haarausfall leiden, ist bekannt, täglich begegnet man ihnen. Von Geheimratsecken über Halbglatze bis hin zum völlig kahlen Schädel kann man alles sehen. Manche Frauen finden glatzköpfige Männer sogar besonders sexy. Aber wie ist das mit dem Damenhaar? Ist man als weibliches Wesen automatisch gegen übermäßigen Haarverlust und Glatzenbildung gefeit? Die Antwort heißt hier leider ‚Nein‘. Denn während der Kahlkopf bei Männern mitunter mit Sexappeal in Verbindung gebracht wird, verbinden die meisten Frauen ihre Attraktivität ganz fest mit einer dichten Haarpracht. Gehen die Haare aus, leiden viele Betroffene sehr stark darunter. Was kann man also gegen dieses unerfreuliche Schicksal tun?

Wenn sich das Hormongleichgewicht verschiebt, ist es soweit!

Meist handelt es sich um ein erblich bedingtes Schicksal, das die Betroffenen mit anderen Familienmitgliedern teilen. Schau Dich einmal unter Deinen nächsten Verwandten um, dann weißt Du schon, was Dir vielleicht einmal blühen mag. Während der Haarausfall bei Männern schon sehr früh beginnen kann, fängt die Misere bei den Frauen häufig erst mit den Wechseljahren an. Immerhin dreißig bis vierzig Prozent der über 50-Jährigen haben damit zu tun. Der Grund dafür ist das männliche Geschlechtshormon Testosteron, welches für den Haarausfall verantwortlich ist. In den Wechseljahren verschieben sich bei der Frau die Verhältnisse im Hormonhaushalt, der Anteil von weiblichen und männlichen Geschlechtshormonen verändert sich und das Gleichgewicht zwischen beiden gerät durcheinander. Das kann vermehrten Haarausfall auslösen. Für eine Frau, die bis in ihre 50er stolz auf ihre dichten langen Haare war, kann das ziemlich schlimm sein. Das soll nicht bedeuten, dass es für kurzhaarige Frauen einfacher wäre, aber es veranschaulicht das Übel etwas deutlicher. Musst Du den Haarausfall nun aber wirklich als unabänderliches Schicksal hinnehmen?

Früh handeln ist die Devise

Eines muss man in diesem Zusammenhang gleich klar stellen: Haare, die bereits ausgefallen sind, sind ein für allemal verloren. Sie wachsen nicht wieder. Du musst also früh genug eingreifen, noch bevor sich kahle Stellen auf Deinem Kopf ausbreiten können, die nicht mehr reparabel sind. Es gibt nämlich Therapien, die den Haarausfall dadurch bremsen, dass sie die Haarwurzel vor dem schädigenden Testosteron schützen. Genauer gesagt ist es die stärkere Wirkform des Testosterons, welche die Haarwurzeln zerstört und die Haare ausfallen lässt. Es trägt den ziemlich komplizierten Namen Dihydrotestosteron und wird deshalb mit DHT abgekürzt. Glücklicherweise gibt es einen Wirkstoff, der das Enzym hemmt, welches die Umwandlung von Testosteron zu DHT verursacht. Weniger von diesem Enzym bedeutet also auch weniger DHT und weniger Schädigung der Haarwurzeln.

Bei Frauen wird gegen Haarausfall außerdem die Anti-Baby-Pille eingesetzt, weil die enthaltenen Gestagene ebenfalls einen hemmenden Einfluss auf das Testosteron haben. Diese Medikamente gegen Haarausfall musst Du allerdings dauerhaft einnehmen, setzt Du sie wieder ab, geht es mit der Zerstörung Deiner Haarwurzeln so weiter wie vorher. Du solltest Dir genau überlegen, ob Du das möchtest. Schließlich gibt es ja auch kosmetische Hilfen wie Haarteile oder Perücken, die nicht in den Hormonhaushalt Deines Körpers eingreifen.

Hier muss man schon tiefer in die Tasche greifen

Die teurere kosmetische Alternative sind Haarverdichtungen oder Haartransplantationen, dafür haben sie den entscheidenden Vorteil, dass die Haarpracht fest verankert wird. Bei der Haarverdichtung werden zusätzliche Strähnen mit dem noch verbleibenden Eigenhaar verknüpft, dieses Verfahren ist allerdings nicht mit den bekannten Extensions zu vergleichen, die nur in gesundem Haar anzuwenden sind. Die Transplantation hingegen ist eine richtige kleine Operation, bei der die neuen Haare dirket in die Kopfhaut eingebracht werden und dort sogar wieder wachsen können.

Nicht überstürzt handeln!

Das Wichtigste bei beginnendem Haarausfall ist auf jeden Fall eine schnelle Reaktion. Geh‘ am besten zu einem Arzt und lass Dich dort über die Möglichkeiten beraten. Dann informiere Dich bei einem Spezialisten über die Alternative der Haarverdichtung oder Haartransplantation. Zieh auch Deine Krankenkasse zu Rate und erkundige Dich über mögliche Beihilfen und Kostenübernahmen. Vielleicht sprichst Du auch mal mit Betroffenen über ihre Erfahrungen mit den verschiedenen Methoden. Eine solche Entscheidung solltest Du jedenfalls nicht übers Knie brechen.

Die psychische Komponente

Wie schon erwähnt ist volles Haar bei vielen Frauen ein Symbol für Vitalität und Schönheit. Langes lockiges Haar steht oft auch für Weiblichkeit und Erotik. Deshalb ist es für eine Frau so viel schlimmer, wenn sie ihre Haare verliert, als für einen Mann. Niemand würde Haarausfall und Glatzenbildung bei der Frau jemals mit Sexappeal in Verbindung bringen. Wegen kahler Stellen auf dem Kopf werden sie eher angestarrt, als ob sie an einer ansteckenden Krankheit litten. Die psychische Belastung für Frauen mit Haarausfall ist entsprechend groß. Noch ein Grund mehr für Dich, schnell zu handeln, wenn Du bemerkst, dass Dir immer mehr Haare ausfallen. Verzweifle nicht, auch wenn Deine Haare Dir noch so sehr am Herzen liegen, kämpfe lieber um die noch vorhandenen und versuche, sie zu erhalten.

Schon die Ernährung beachtet?

Erwiesen ist, dass Mangelernährung zu verstärktem Haarausfall führen kann. Eisenmangel ist in diesem Zusammenhang als erstes zu nennen. Frauen mit sehr starker Menstruationsblutung leiden besonders häufig darunter. Bedenke also auch solche Faktoren, wenn Du vermehrten Haarverlust bemerkst. Und versuche Dich generell ausgewogen zu ernähren, das tut schließlich nicht nur den Haaren gut. Die Haare benötigen aber deshalb die Nährstoffe aus der Nahrung so dringend, weil die Zellen ihrer Wurzeln zu den aktivsten mit einer der höchsten Teilungsrate im ganzen menschlichen Körper gehören. Um diese Aktivität aufrecht zu erhalten, brauchen sie natürlich ständig Nachschub an Vitaminen und Spurenelementen. Du musst also Deiner Haarpracht zuliebe darauf achten, immer genügend Folsäure, Biotin, Zink und Vitamine (vor allem B6 und B12) zu Dir zu nehmen. Lieferanten dieser wertvollen Stoffe sind beispielsweise Vollkornprodukte, Obst und Gemüse, Milchprodukte, Keime, Soja, Nüsse, Hülsenfrüchte, aber auch fettarmes Fleisch und fettreicher Fisch.


 

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