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Apfelessig - 3 Gründe warum Apfelessig gut fürs Haar ist!

11. Juni 2012

Kristina Koniker

Pharmazeutin

Pharmazeutin? Ja, aber mit dem Blick für's Wesentliche und ohne großes kosmetisches Fachgesimpel. Sie behält den Überblick auf Kosmetik.org!

Apfelessig für glanzvolles Haar


„Hallo, ich habe gehört, dass Apfelweinessig gut für das Haar ist. Jetzt würde ich gern von euch hören, ob das auch wirklich so ist.“

Erst Saft, dann Wein und letztlich Essig – Verrückt!

Gibt man Hefebakterien unter Sauerstoffausschluss (zum Beispiel in einem verschlossenen Gefäß) in Apfelsaft, ernähren sich diese von dem Zucker in den Äpfeln. Durch den Sauerstoffmangel können die Bakterien allerdings nicht den gewohnten Prozess zur Energiegewinnung nutzen. Sie wählen eine Notlösung, bei dem dann  Alkohol als Endprodukt entsteht.

Aus dem Alkohol in dem Apfelwein bildet sich dann in einem weiteren Schritt  Essigsäure, die dem Apfelessig den sauren Geschmack gibt. Man kann sich kaum vorstellen, dass der Apfelessig mit seinem beißenden Geruch gut fürs Haar sein soll. Es gibt aber gute Gründe, Deinem Haar ab und zu eine saure Abreibung zu verpassen.

1. Mehr Glanz!

Unsere Haare werden außen von einer Schuppenschicht umgeben. Sie dient dem Schutz und sieht unter dem Mikroskop so ähnlich aus wie ein Tannenzapfen. Die Schuppen können manchmal abstehen, wodurch äußerliche Einflüsse dann ungehemmt zugreifen können. Dieses Abstehen fördern zum Beispiel Tenside. Tenside sind in Shampoos und bewirken, dass sich ölige Substanzen mit Wasser vermischen können. Sie sorgen somit einerseits dafür, dass unsere Haare von Fett – welches die Kopfhaut absondert  und Schmutz befreit werden. Andererseits wird die Schuppenschicht unserer Haare durch die Tenside aber leider auch beansprucht.
Durch die Säure im Apfelessig ziehen sich die Schuppen zusammen und die Schuppenschicht der Haare wird wieder geglättet. Eine glatte Schuppenschicht reflektiert mehr Licht als eine raue. Das bedeutet Deine Haare glänzen mehr.

2. Mehr Feuchtigkeit!

Die menschliche Haut (und somit auch die Kopfhaut) hat einen natürlichen Säureschutzmantel und einen bestimmten pH-Wert. Der pH-Wert misst den Säuregehalt einer Substanz. Bei gesunder Haut liegt er zwischen 4,8 und 5,5. Viele Shampoos und Pflegeprodukte haben allerdings einen pH-Wert, der über den von gesunder Haut hinaus geht. Auf manchen Etiketten steht der Hinweis, dass es sich um ein „pH-neutrales“ Produkt handelt. Das heißt aber nur, dass es maximal einen pH-Wert von 5,5 hat und kann damit eventuell schon außerhalb des Vertretbaren für unsere Haare liegen. Durch die tägliche Behandlung mit solchen Produkten wird der natürliche pH-Wert der Haare und Kopfhaut angegriffen. Die angeraute Schuppenschicht unterstützt dieses noch, da die Produkte leichter ins Innere der Haare gelangen können. Das Wasser, mit dem wir das Shampoo anschließend ausspülen, hat einen pH-Wert von 7 und verstärkt den Effekt noch.

Die Kombination aus pH-neutralem Shampoo und Wasser ergibt nämlich einen Mittelwert von 6,9. Dieser Wert ist viel zu hoch für unsere Haare. Der natürliche Säureschutzmantel unserer Haut gerät aus dem Gleichgewicht. Unsere Haare werden rau und trocken und die Kopfhaut schuppt und juckt vielleicht sogar.
Durch die Essigsäure hat Apfelessig einen niedrigen pH-Wert und ist sauer. Sie wirkt den höheren pH-Werten entgegen und hilft den gesunden pH-Wert und damit den Säureschutzmantel der Haut zu stabilisieren und zu regulieren. Somit sind Deine Haare in der Lage ihren Feuchtigkeitsgehalt zu bewahren. Sie fühlen sich weicher an, sind leichter kämmbar und gefestigt.

3. Leckerer Apfelduft!

Du kannst die Apfelessig-Kur natürlich auch mit klarem Wasser ausspülen, wenn Dir der Geruch zu unangenehm ist. Achte nur darauf, dass das Wasser eher kalt ist, da bei warmem Wasser die Schuppenschicht wieder angehoben wird. Aber wenn der Essig-Geruch nach ein paar Stunden verflogen ist, bleibt nur der leckere Duft von Apfel in Deinem Haar zurück.

Und so kannst Du Dir Deine Haarpflege ganz einfach selbst machen, aufgepasst!

Anleitung:

Mische 100 ml Apfelessig (im Handel oft nur als Obstessig bezeichnet) mit 200ml kühlem Wasser und gieße die Lösung langsam über Deine Haare. Die Spülung kannst Du in einer Flasche abfüllen und ca. 3 Wochen lang verwenden.

Variationsmöglichkeiten:

  • Theoretisch ist auch normaler Essig möglich. Dieser ist allerdings höher konzentriert (25 %) als Apfelessig (7%) und damit solltest Du die Essigmenge auf ein paar Esslöffel reduzieren.
  • Wenn Du den Glanzeffekt verstärken möchtest, verwende zur Sicherheit Mineralwasser. Leitungswasser ist manchmal kalkhaltig und macht das Haar stumpf.

Du kannst die Spülung durch Zugabe verschiedener Zusätze auf Dein Haar abstimmen:

  • glanzloses Haar: Weizenkeime
  • fettiges Haar: Salbei, Thymian
  • kraftloses, schlaffes Haar: Rosmarin, Brennnesselblätter, Kamillenblüten
    Achtung: nicht bei frisch blondiertem Haar! Kamillenblüten enthalten den Pflanzenfarbstoff „Apigenin“, der von Natur aus gelb ist. Durch die Blondierung ist die Schuppenschicht besonders angeraut und die Farbpigmente wurden ihm entzogen. Somit ist Dein Haar besonders aufnahmefähig für Farbstoffe und  es kann sein, dass Deine Haare nach der Behandlung mit Kamillenblüten gelb-orange schimmern!

Die Zusätze wie beim Teekochen mit heißem Wasser überbrühen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Anschließend den Absud mit dem Apfelessig mischen, dann abwarten, bis dieser abgekühlt ist.

Kleiner Tipp am Rande

Übrigens lässt ein sauer eingestelltes Gesichtswasser aus Essig auch den Teint strahlen. Einfach auf ein Wattepad geben und das Gesicht damit abtupfen.


 

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