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Helfen BB-Creams der Haut?

14. Mai 2013

Stefanie Thiedig

Stefanie war einige Jahre in der Produkentwicklung von Kosmetikprodukten tätig und kennt sich daher bestens mit den Inhaltsstoffen in Produkten aus. Außerdem ist sie staatlich geprüfte Kosmetikerin.

Für wen sind BB-Cremes sinnvoll?


Keine Haut ist völlig makellos, auch wenn Frauenzeitschriften und die Werbung es uns immer wieder suggerieren wollen. Doch in letzter Zeit zauberten immer mehr Kosmetikfirmen die sogenannten BB Creams hervor, die jeden Makel einfach verschwinden lassen sollen. Genaugenommen können diese Cremes sogar noch mehr, zumindest wenn man den Versprechen der Werbeindustrie glauben darf: schützen, pflegen und dabei auch noch die Haut verschönern? Und das alles in einem einzigen Produkt? Ob das wirklich funktioniert oder nur eine gelungene Werbeaussage ist, erfahrt ihr hier.

Was ist überhaupt eine „BB Cream“?

BB steht für „blemish balm“, was soviel wie Flecken- oder Makel-Balsam bedeutet. Vergrößerte Poren, Unreinheiten oder Altersflecken? Es gibt kaum jemanden, der nicht mit dem ein oder anderen „Makel“ zu kämpfen hat. Mit den BB Creams soll dieser Kampf aber bald ein Ende haben. Sie können angeblich gleichzeitig abdecken, pflegen, schützen und gegebenenfalls auch noch den etwaigen Störfaktor beseitigen. Diese Art der Cremes ist eigentlich nichts Neues, denn bereits in den 50ern kam die erste Salbe auf den Markt, die sehr lichtempfindliche Haut schützen und pflegen sollte. Der einfachste und bekannteste Vertreter einer BB Cream ist die 2-in-1 Creme mit Tönung und Pflege. Es gibt also viele unterschiedliche BB Creams, die für verschiedene Hauttypen und Hautprobleme formuliert sind.

Welche BB Creams gibt es?

Kurz gesagt: sehr, sehr viele! Allgemein wird versprochen, dass die Cremes nahezu mit dem Hautton verschmelzen, dabei aber besser abdecken als herkömmliches Make-up. Zusätzlich enthalten Sie einen hohen Lichtschutzfaktor, der die Haut täglich vor schädlichen UV-Strahlen schützen soll. Darüber hinaus sollen sie die Haut mit Feuchtigkeit versorgen und teilweise noch ungeliebte Pigmentflecken oder Narben aufhellen können. Gemeinsam haben die meisten Cremes den hohen Lichtschutzfaktor, der in der Regel bei 35 beginnt. Eine herkömmliche Tagescreme besitzt entweder gar keinen zusätzlichen Lichtschutzfilter oder schützt die Haut mit einem Faktor bis maximal 25. Zusätzlich decken BB Creams die Haut stark ab und lassen Unebenheiten wie Rötungen verschwinden.

Nun kommen wir zu den Unterschieden: viele Cremes enthalten Stoffe, die die Haut aufhellen und zur gezielten Behandlung von Pigmentflecken dienen. Auch ein Zusatz bestimmter Anti-Age-Wirkstoffe ist in vielen Cremes enthalten. Da es eine große Anzahl verschiedener BB Creams auf dem Markt gibt, sind die Produkte in nahezu jedem Preissegment zu finden.

Einige BB Creams im Überblick

  • Die Age Defense BB Cream SPF 30 von Clinique verspricht eine intensive Abdeckung von kleinen Makeln und soll sogar die Verwendung eines Concealers ersetzten. Die Creme mit einem Lichtschutzfaktor von 30 und dem stark abdeckenden Effekt gibt es für 29,95 Euro bei 40 ml Inhalt.
  • Die BB Cream von Giorgio Armani Luminessence verspricht mit Lichtschutzfaktor 50 einen sehr intensiven UV-Schutz. Eine leichte Tönung soll nicht stark abdecken, sondern lediglich leicht tönen. Der Spaß hat mit 65,90 Euro für 30 ml allerdings auch seinen Preis.
  • L´Oréal Paris Teint hat mit der Lumière – BB Cream ein Produkt herausgebracht, das im Prinzip eine klassische getönte Tagescreme ist. Es handelt sich um eine leichte Feuchtigkeitscreme, die die Haut mit wenigen Farbpigmenten auffrischt und gleichzeitig durch einen Lichtschutzfaktor schützt. Mit 12,95 Euro bei 50 ml liegt diese BB Cream auch im erschwinglichen Preisbereich.

Für wen eignen sich die BB Creams?

Eigentlich wurden die Cremes für sehr lichtempfindliche Menschen entwickelt, die aufgrund von speziellen Laserbehandlungen oder Medikamenteneinnahmen extrem sensibel auf Sonneneinstrahlung reagieren. Wer sich zu diesem Personenkreis zählt, ist mit einer BB Cream sicher gut beraten. Auch diejenigen, die unter wirklich auffälligen Makeln leiden und die Haut zusätzlich schützen müssen oder möchten, können zu einer passenden BB Cream greifen.

Ist eine BB Cream wirklich sinnvoll?

Für einige Personengruppen sind die Cremes sicher eine gute Möglichkeit, die Haut zu schützen und Makel zu kaschieren. Wer beispielsweise durch Medikamentenbehandlungen, Laserbehandlungen oder dermatologische Therapien unter sehr lichtempfindlicher Haut leidet, kann von der Verwendung einer BB Cream profitieren. Bei normaler Haut hingegen ist die Verwendung eher nicht sinnvoll. Es ist sogar kontraproduktiv, die Haut tagtäglich vor der Sonne abzuschirmen, da sie ja auch eine wichtige Quelle zur Vitamin D-Synthese darstellt. Zudem arbeiten die meisten Menschen ohnehin in geschlossenen Räumen und benötigen daher keinen starken Lichtschutzfaktor. Insbesondere im Winter reicht ein sehr geringer Lichtschutz, der in herkömmlichen Tagescremes enthalten ist, vollkommen aus.

Auch kann die Haut umso empfindlicher reagieren, je mehr Inhaltsstoffe in einem Produkt enthalten sind. Es ist außerdem möglich, dass Inhaltsstoffe miteinander reagieren und so ihre Wirkung verlieren. Diese Gefahr ist natürlich größer, wenn viele verschiedene Wirk- und Grundstoffe in einem einzelnen Produkt verwendet werden. Zudem können die Cremes nicht so gut pflegen, wie eine Creme, die für einen speziellen Hauttyp formuliert wurde. In erster Linie sind derartige Präparate als Lichtschutzcreme entwickelt und nicht als wirksame Pflegepräparate. Statt zu einem Multifunktionspräparat zu greifen, ist es sinnvoller verschiedene Produkte zu verwenden, die möglichst genau dem eigenen Hauttyp entsprechen.


 

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