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Ist Aluminium im Deo wirklich gefährlich?

2. September 2013

Sabine Genau

Kosmetikerin

Ihr habt Fragen rund um die Kosmetik? Dann fragt Sabine um Rat! In null Komma nichts liefert sie Euch die Antwort ohne großes Fachchinesisch. Man soll es ja schließlich verstehen und nicht möglichst hochgestochen klingen!Google Profil


 

Hallo Leute, ich habe da gestern was Erschreckendes gelesen und möchte gerne Eure Expertenmeinung dazu hören. Es geht um Aluminium im Deo. Das soll ja total gefährlich sein, sogar krebserregend. Ich hab gleich mal nachgeschaut und musste feststellen, dass auch in meinem Deo Aluminium drin ist. Gibt es auch Deos ohne diesen Zusatz? Warum ist da überhaupt Aluminium drin? Und kann man davon tatsächlich Brustkrebs kriegen? Ich bin ziemlich beunruhigt und wäre über eine Antwort von Euch sehr dankbar.

Deine Beunruhigung ist durchaus verständlich, denn der Gedanke, dass das, was Du Dir da täglich unter die Achseln sprühst, krebserregend sein könnte, klingt schon bedrohlich. Und solche Schlagzeilen häufen sich in letzter Zeit. Aluminium findet sich in ganz vielen Artikeln unseres Alltags und steht in der Tat im Verdacht, Krankheiten hervorrufen zu können. Speziell beim Deo ist der Brustkrebs als Folge des Aluminiums im Gespräch, der Stoff soll allerdings auch zu Alzheimer führen können. Wissenschaftliche Belege gibt es leider weder dafür noch dagegen.

Warum braucht man überhaupt ein Deo?

Schwitzen ist ein Regulationsmechanismus des Körpers, um die Temperatur auf der Haut herunter zu kühlen. Dies geschieht beim Verdunsten der Schweißflüssigkeit. Außerdem enthält der ausgeschiedene Schweiß Stoffwechselprodukte und andere überflüssige Substanzen, die der Körper auf diese Art und Weise loswird. So entledigt sich der Organismus beispielsweise von Schwermetallen und Umweltgiften. Außerdem enthält der menschliche Schweiß Urocaninsäure, einen natürlichen Sonnenschutz. Das Schwitzen hat also für den Körper wertvolle Funktionen. Was uns aber am Schweiß stört, ist der Geruch bei seiner Zersetzung an der Luft durch Bakterien. Die Kosmetikindustrie versucht die Schweißausschüttung durch Zusatzstoffe im Deo deshalb zu hemmen. Normalerweise ist das nur bei sogenannten Antitranspirantien das Ziel, aber auch in fast allen Deos ist zu diesem Zweck Aluminium enthalten. Der Stoff verengt die Schweißdrüsen der Haut, so dass weniger Flüssigkeit austritt. Erwiesen ist bisher nur, dass er zu Reizungen führen kann, ob er auch für die Entstehung von Brustkrebs verantwortlich ist, bleibt umstritten.

Was Studien herausgefunden haben

Die Ergebnisse der einschlägigen Studien sind widersprüchlich. Eine britische Wissenschaftlerin hat beispielsweise in der Brustwarzenflüssigkeit von Patientinnen mit Brustkrebs erhöhte Aluminiumkonzentrationen gefunden. Eine brasilianische Studie konnte dieses Ergebnis jedoch nicht bestätigen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt Entwarnung, es sieht keinen kausalen Zusammenhang zwischen Aluminium aus Kosmetika und Brustkrebs. Sicher ist, dass bei jeder Anwendung von Deo Aluminiummengen im Mikrogrammbereich in den Blutkreislauf gelangen. Hinzu kommt das Aluminium aus Lebensmitteln und Medikamenten, das wir im Laufe unseres Lebens aufnehmen. Ob Du die zusätzliche Tagesdosis aus dem Deo auf Dich nehmen, oder das Risiko für Dich selbst anders bewerten willst als das Bundesinstitut, ist natürlich Deine Entscheidung. Es gibt nämlich auch Alternativen.

Was tun?

Es gibt durchaus auch Deos ohne Aluminium. Die meisten handelsüblichen Marken enthalten jedoch diesen Stoff, Du musst also etwas suchen und die Liste der Zusatzstoffe jeweils gründlich studieren. Auch im Internet kannst Du Listen mit Deos ohne Aluminium finden. Grundsätzlich ist es auch gesünder, ein Deo ohne schweißhemmende Eigenschaften zu benutzen. Denn die Unterdrückung dieses Regulationssystems Deines Körpers kann sich eventuell negativ auf Leber und Nieren auswirken. Um weniger zu schwitzen, kannst Du stattdessen auf Koffein, Nikotin, Alkohol und scharfe Gewürze verzichten. Um den Geruch bei der Schweißzersetzung einzudämmen, solltest Du Dir zudem die Achselhaare rasieren. Denn darauf sitzen viele Bakterien, die für den Zersetzungsprozess mit der unangenehmen Geruchsentwicklung sorgen. Auch Salbeitee soll gut gehen übermäßiges Schwitzen wirken. Keine Alternative sind übrigens sogenannte Deosteine. Die sind zwar natürlich, bestehen aber aus Alaun, und das ist ein Aluminium-Kalium-Sulfat. Die Deos ohne Aluminium wirken ausschließlich mit ihren antibakteriellen Stoffen und durch ihren frischen Duft. Es gibt also auch sehr gut wirksame Deos ohne schweißhemmende Inhaltsstoffe.

Fazit der Redaktion

Ob Du Dich auf das Bundesinstitut für Risikobewertung verlassen möchtest, ist natürlich Deine Entscheidung. Vorsichtshalber ein Deo ohne Aluminium zu benutzen, kann in jedem Fall nicht schaden. Auch wenn die Studien sich widersprechen, gab es immerhin genügend Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Aluminium im Deo und Brustkrebs. Du solltest abwägen, ob Du das Restrisiko für den Nutzen der schweißhemmenden Wirkung tragen möchtest. Sollte sich der Verdacht eines Tages als richtig erweisen, wirst Du froh sein, dass Du gehandelt hast. Wenn sich irgendwann einmal das Gegenteil zeigt, hast Du auch nichts dabei verloren.

 

 


 

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