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Was tun bei Krampfadern?

1. Oktober 2013

Sabine Genau

Kosmetikerin

Ihr habt Fragen rund um die Kosmetik? Dann fragt Sabine um Rat! In null Komma nichts liefert sie Euch die Antwort ohne großes Fachchinesisch. Man soll es ja schließlich verstehen und nicht möglichst hochgestochen klingen!Google Profil

Probleme mit Krampfadern vermeiden


Liebes Kosmetik-Team, ich möchte mich heute mal für meine Mama bei Euch erkundigen. Sie hat mit hässlichen Krampfadern zu kämpfen und mag schon lange keine Röcke mehr anziehen. Zum Arzt will sie aber auch nicht gehen. Ich würde ihr so gerne helfen und bitte Euch deshalb um ein paar Tipps, was man da machen kann. Es gibt doch bestimmt noch andere Möglichkeiten als die OP!? Denn das möchte Muttern auf keinen Fall. Wisst Ihr Rat?

Die Behandlung von so genannten Krampfadern, die auch als Varizen bezeichnet werden, hängt vom Stadium der Symptome ab. Zunächst ist eine Venenschwäche vorhanden, die sich erst mal nur in optischen Einschränkungen bemerkbar macht. Wie Deine Mama mögen die meisten betroffenen Frauen dann keinen Rock mehr anziehen. Die bläulich schimmernden Flecken an den Beinen sehen halt auch nicht gerade schön aus. Wenn später auch noch knotige Verdickungen hinzukommen, wird´s für die Betroffenen aber erst richtig unangenehm. Dann leiden sie unter schweren Beinen und Spannungsgefühlen, die sich bis hin zu echten Schmerzen ausweiten können.

Und woher kommt´s?

Es gibt vielfältige Ursachen für Krampfadern. Eine angeborene Bindegewebsschwäche kann ein Grund dafür sein. Aber auch langes Stehen oder mangelnde Bewegung können für Varizen verantwortlich sein. Ebenso kann erhebliches Übergewicht die Venen so sehr belasten, dass Krampfadern dadurch zumindest begünstigt werden. Neben diesen eher harmlosen Auslösern können die Varizen aber auch von Krankheiten wie beispielsweise der Thrombose oder einem Tumor herrühren.

Behandlungsmethoden für leichtere Fälle

Befindet sich Deine Mama noch im Anfangsstadium der Krampfadern, kann sie auf eine OP tatsächlich verzichten. Gegen schwächere Ausprägungen helfen schonende Methoden, die auch vorbeugend gegen ein Fortschreiten der Symptome wirken. Es ist also durchaus zu empfehlen, bei beginnenden Krampfadern frühzeitig zu handeln. Allein der Verzicht auf Röcke wird hier natürlich nichts nützen. Gegen die Schwellungen sind Lymphdrainage oder Kompressionstherapie wirksame Mittel. Die Lymphdrainage bringt den Flüssigkeitshaushalt wieder so richtig in Schwung und die Kompressionstherapie hilft dauerhaft. Ständig Kompressionsstrümpfe zu tragen ist natürlich nicht sehr angenehm, besonders im Sommer. Diese Therapie ist aber effektiv, regt die Venentätigkeit an und lässt die Beine abschwellen. Am besten ist ein ganzes Potpourri an Maßnahmen, um die müden Venen wieder auf Trab zu bringen. Lymphdrainage und Kompressionstherapie kann mit pflanzlichen Präparaten zum Einnehmen und Gymnastik kombiniert werden. Auch Kälte ist ein sehr wirksames Mittel gegen Schwellungen und macht den Venen im wahrsten Sinne des Wortes Beine. Lehmwickel oder Kneipp´sche Wasseranwendungen können wahre Wunder bewirken. Du siehst also, gegen Krampfadern lässt sich so Einiges tun.

Ärztliche Methoden ohne OP

Aber auch wenn Deine Mama über das Stadium der sanften Methoden schon hinaus ist, gibt es immer noch Behandlungsmethoden, die ohne OP auskommen. Einen Arzt wird die Frau Mama dafür aber schon aufsuchen müssen

Die Schaumsklerosierung

Eine ambulante Therapie, für die weder ein Schnitt noch eine Narkose notwendig ist. Der Arzt spritzt mit einer ganz feinen Nadel ein Mittel in die Vene, das die Auflösung der Gefäßwand bewirkt. Dadurch verklebt sich dieses Gefäß und das nennt man Sklerosierung. Nach der Behandlung müsste Deine Mutter für einige Zeit einen Kompressionsverband tragen.

Die Lasertherapie

Auch hier droht Frau kein Schnitt und keine Narkose. Der Laser wird nämlich mit einem ganz dünnen Katheter direkt in die Vene eingebracht. Das Gefäß wird dabei durch Wärmeeinwirkung unschädlich gemacht. Die Vene verklebt ebenfalls, verhärtet sich dann zunächst und wird zum Schluss in Bindegewebe umgewandelt. Bei größeren Gefäßen ist die Laserbehandlung effektiver als die Schaumsklerosierung.

Die Behandlung mit Radiowellen

Die Radiowellenbehandlung wird ebenfalls ohne Schnitt und unter örtlicher Betäubung ausgeführt. Und auch hier verklebt die Vene durch Wärmeeinwirkung. Die Radiowellen sind jedoch ein schonenderes Verfahren als der Laser, bei dem weniger mit blauen Flecken nach der Behandlung zu rechnen ist.

Am Ende bleibt doch nur die OP

Ab einem gewissen Stadium wird eine OP der Krampfadern unerlässlich. Denn die Varizen sind dann eine nicht ungefährliche Krankheit, die ernste Symptome hervorbringen kann. In der Operation werden die betroffenen Venen komplett herausgezogen. Der Eingriff, den man Stripping nennt, wird in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt. Manchmal wird das Verfahren aber auch ambulant mit örtlicher Betäubung angeboten. Es sind pro Gefäß nur zwei ganz kleine Schnitte notwendig, einer am oberen und einer am unteren Ende. Der Operateur trennt die Vene an beiden Stellen ab und zieht sie dann heraus. Nach dieser invasiven Behandlung müssen die Patienten über längere Zeit Kompressionsstrümpfe tragen.

Fazit der Redaktion

Krampfadern sind im Anfangsstadium nur ein kosmetisches Problem, können sich aber mit der Zeit zu einer ernsten Erkrankung ausweiten. Du solltest Deiner Mutter also schon dazu raten, einen Arzt aufzusuchen, und zwar je früher desto besser. Denn jetzt weißt Du ja, dass im frühen Stadium ganz schonende Behandlungen möglich sind. Wenn Deine Mama also eine OP unbedingt vermeiden möchte, sollte sie lieber schnell mit der Prophylaxe beginnen. Vielleicht schenkst Du ihr als Motivation einen Gutschein für Lymphdrainage zum Geburtstag. Wenn sie erst einmal gemerkt hat, wie gut das wirkt, wird sie bestimmt aufgeschlossener für weitere Maßnahmen sein. Übrigens: Männer sind von Krampfadern genauso betroffen wie Frauen.


 

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