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Herpes - Ozon gegen die brennenden Bläschen

30. März 2012

Kristina Koniker

Pharmazeutin

Pharmazeutin? Ja, aber mit dem Blick für's Wesentliche und ohne großes kosmetisches Fachgesimpel. Sie behält den Überblick auf Kosmetik.org!


„Ich habe öfter kleine Herpesbläschen an der Unterlippe. Meine Kampfansage gegen diese kleinen, nervenden Störenfriede lautet: Ozonwasser! Das Ozon tötet wohl zuverlässig die Viren ab, wenn ich meine Lippe in ein Glas voll mit diesem Wasser tauche. Und das ganz ohne Chemie – kann das sein?“

Wenn’s kribbelt…

Da ist es wieder, dieses Kribbeln. Schon bei diesem ersten Anzeichen wissen Betroffene: Das Herpesvirus bricht wieder aus! Und wie immer gerade dann, wenn man diese kleinen, markanten Quaddeln an den Lippen oder in der Mundhöhle am wenigsten gebrauchen kann. Wenn sich zu diesem Kardinalsymptom noch ein unangenehmes Spannungsgefühl und nerviger Juckreiz gesellen, ist eines ganz klar: Entweder zu Hausmittelchen wie Zahnpasta oder Honig greifen oder mit einem Wattestäbchen eine antivirale Herpescreme (Aciclovir, Penciclovir) auftragen.

Doch was steckt eigentlich hinter diesem ominösen Ozonwasser? In den 1930er Jahren gab es noch eine regelrechte Ozonwelle, in der man gegen jede Krankheit das vermeintliche Wundermittel einsetzte, doch im 21. Jahrhundert scheint kaum einer von dieser alternativen Methode etwas gehört zu haben. Neuer Erkenntnisstand oder hat man’s schlicht und ergreifend vergessen?

Ozon belastet die Umwelt, aber was macht es mit meinem Körper?

Im Gegensatz zum Sauerstoff (O2), der essentieller Bestandteil der Luft ist und aus zwei Sauerstoffatomen aufgebaut ist, besteht das Ozon (O3) aus DREI Sauerstoffatomen. Es ist also strukturell sehr eng mit eben jenem Molekül verwandt, welches uns am Leben erhält. Auch handelt es sich bei beiden um farblose Gase, mit einem kleinen, aber wesentlichen Unterschied: Ozon ist eine sehr reaktive Verbindung und hat durch seine starke Oxidationskraft desinfizierende Eigenschaften. Das bedeutet, mit dem Ozon können Bakterien und Viren abgetötet werden.

Das Ozon wird sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet. Ok, mit der bakterientötenden Eigenschaft können wir uns von Kosmetik.org noch einverstanden erklären. Wenn man sich die möglichen Erklärungen zu der inneren Wirkungsweise des Ozons anschaut, scheinen sich die Meinungen der vermeintlichen Experten zu spalten und unser naturwissenschaftlich mitdenkendes Gehirn schlägt Alarm! Die roten Blutkörperchen werden durch das Ozon oxidiert, binden den Sauerstoff weniger und GLEITEN förmlich durch unsere Gefäße, weswegen Durchblutungsstörungen kein Problem mehr seien. Wer hat sich denn das ausgedacht? Dann soll das Ozon wiederum wie durch ein Wunder die Bildung von Nervenbahnen fördern, hierbei versucht man diese Wirkung noch nicht einmal zu erklären. Schade, wir wären gespannt darauf gewesen!

Wachsendes Ozonloch?

Das medizinische Ozon stellt immer ein Gemisch aus reinstem Ozon und reinstem Sauerstoff dar. Häufig schwanken die Konzentrationen zwischen 0,05 – 5% Ozon. Selbst Mediziner haben eine blühende Fantasie und somit gibt es anscheinend ein breites Anwendungsgebiet von ozonhaltigen Therapeutika. Unfassbar! Da lassen sich doch tatsächlich Menschen eine Gasinjektion des Ozon-Sauerstoff-Gemisches unter die Haut spritzen!!!! Anschließend soll es durch eine Massage im Körper verteilt werden. Oder man nutzt einfach ozonisiertes Wasser als so genannte Trinkkuren. Bei der sogenannten Eigenblutbehandlung wird selbst entnommenes Blut ozonisiert und soll dann wie oben bereits erwähnt gleitfähiger sein.

Abgesehen von den besonderen Applikationsmethoden, hat man zumindest eine Sorge weniger: Das Ozonmolekül ist relativ instabil, weswegen beim therapeutischen Gebrauch keine höheren Ozonwerte bisher gemessen werden konnten. Vielleicht schadet man seinem Körper damit, aber das Ozonloch wächst nicht bei der Behandlung der eigenen Lippe!

Herpes mit Ozon bekämpfen

Die Therapie bei Herpes-Erkrankungen kann auf zwei Wegen erfolgen: In Form der direkten Begasung, bei der ein luftdichter Beutel über die betroffene Extremität – in unserem Fall die Lippe – gestülpt und das Gasgemisch darüber geleitet wird. Oder mit angereicherten Flüssigkeiten wie dem Ozonwasser.

Das könnte man zwar machen, aber ob’s ratsam ist? Wir denken nicht! Wir reden hier schließlich von Herpes und von keinem lebensbedrohlichen Geschwür.

  1. Wer macht sich die Mühe und kauft sich solch ein Gerät oder geht zum Arzt?
  2. Wer möchte das Geld investieren? Die Krankenkassen würden einem einen Vogel zeigen, wenn man das erstattet bekommen möchte!
  3. UND last but not least: Wer möchte das Risiko eingehen?

Wirkt’s überhaupt?

Abgesehen davon, dass die Methode ziemlich merkwürdig ist, konnten wir keine Studien finden, die die Wirkung der Ozonbehandlung beweisen. Achja, vielleicht sollte man hierbei betonen, dass keine ZUVERLÄSSIGEN klinischen Studien gefunden wurden. Eine Studie mit bspw. 10 Probanden, bei der bei einem Patienten zufällig eine positive Wirkung erkannt wurde oder eine nicht signifikante Blutdrucksenkung zählen nicht! Nur damit das mal gesagt wurde…

Wie bereits schon angedeutet, sollte man entweder mit dem Herpes leben oder sich in der Apotheke mit einer Herpescreme eindecken. Alles andere wäre unserer Meinung nach viel zu aufwändig und nur herausgeschmissenes Geld.

Vielen lieben Dank für die Frage, aber uns würde interessieren, wie man zu so einem Gerät im Haushalt kommt?

Fazit der Redaktion

Ozon fördert allergische Reaktionen, lässt die Haut schneller altern und verringert die Sauerstoffabgabe an das Gewebe.

Lasst bloß die Finger von Onzoninjektionen, Begasungen oder was es sonst noch auf dem Markt gibt. Diese alternative Methode nennt sich so, weil sie keinerlei klinische Untermauerungen in sich trägt. Manche Ärzte wittern vielleicht das große Geld und lassen sich darauf schulen. Doch die Risiken sind viel zu hoch als dass man eine Behandlung in Erwägung ziehen würde. Selbst bei der äußeren Anwendung in Form des Herpes würden WIR die Finger davon lassen!


 

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